Manchmal sind es genau diese Konzertabende, bei denen schon die ersten Töne klar machen, dass sich der Weg gelohnt hat. Am 3. September 2026 führte es mich ins Berliner Columbia Theater, wo Dance Gavin Dance gemeinsam mit Dwellings und As December Falls für einen Abend sorgten, der musikalisch einiges zu bieten hatte. Zwischen druckvollen Shouts, eingängigen Melodien und der ganz eigenen musikalischen Verrücktheit von Dance Gavin Dance entwickelte sich ein Konzertabend, der bereits mit den ersten beiden Bands ordentlich Fahrt aufnahm.
Dwellings – Ein Opener, der direkt hängen bleibt
Den Anfang machten Dwellings – und die legten direkt ordentlich los. Schon nach den ersten Songs war klar, dass hier nicht einfach nur eine Band das Publikum auf den Headliner einstimmen wollte. Die Performance war stark, die Shouts hatten ordentlich Druck und die Band brachte eine Energie mit, die sofort Lust auf mehr machte.
Songs wie Pickup und Before You Go fügten sich wunderbar in den Auftritt ein und zeigten, warum es sich lohnt, auch bei den Vorbands früh vor der Bühne zu stehen. Dwellings schafften es, das Publikum abzuholen und einen ersten musikalischen Höhepunkt des Abends zu setzen.

Besonders sympathisch: Nach der Show waren die Musiker selbst am Merch-Stand anzutreffen. Statt direkt hinter der Bühne zu verschwinden, nahmen sie sich Zeit für die Fans. Genau solche kleinen Momente machen einen Konzertabend für mich noch einmal persönlicher. Eine starke Performance auf der Bühne und Nahbarkeit danach – besser kann man einen Auftritt kaum abrunden.
As December Falls – Der Abend nimmt weiter Fahrt auf
Anschließend übernahmen As December Falls. Nach dem kraftvollen Einstieg von Dwellings lag die Messlatte bereits ordentlich hoch, doch auch die zweite Vorband brachte ihren eigenen Charakter in den Abend.
Mit Carousel startete das Set, bevor es mit Everything’s On Fire But I’m Fine, Mayday und I Don’t Feel Like Feeling Great weiterging. Schon die Songtitel zeigen, dass hier unterschiedliche Stimmungen aufeinandertreffen. Genau diese Mischung machte den Auftritt abwechslungsreich.

Mit Flametide, Bathroom Floor und Angry Cry ging es weiter, bevor Teeth und Therapy das Set abschlossen. As December Falls lieferten damit einen gelungenen Beitrag zu einem Abend, der sich Stück für Stück auf den großen Moment zubewegte.
Es war schön zu sehen, dass der Konzertabend nicht erst mit dem Headliner richtig begann. Beide Vorbands hatten ihren Platz und sorgten dafür, dass die Vorfreude auf Dance Gavin Dance mit jedem Auftritt weiter wuchs.
Setlist – As December Falls
- Carousel
- Everything’s On Fire But I’m Fine
- Mayday
- I Don’t Feel Like Feeling Great
- Flametide
- Bathroom Floor
- Angry Cry
- Teeth
- Therapy
Dance Gavin Dance – Wenn musikalisches Chaos zur Kunst wird
Dann endlich: Dance Gavin Dance. Es gibt Bands, deren Sound man schon nach wenigen Sekunden erkennt. Dance Gavin Dance gehören für mich definitiv dazu. Dieses Wechselspiel aus verspielten Gitarren, treibenden Rhythmen, überraschenden Wendungen und Melodien, die sich irgendwo zwischen Wahnsinn und Ohrwurm bewegen, macht ihren Sound so besonders. Live entfaltet diese Mischung noch einmal eine ganz eigene Wirkung.

Mit Animal Surgery begann das Set, bevor Chucky vs. The Giant Tortoise und Lemon Meringue Tie folgten. Gerade solche Songs zeigen, wie mühelos Dance Gavin Dance zwischen komplexen Instrumentalpassagen und eingängigen Momenten wechseln können. Kaum glaubt man, einen Rhythmus gefunden zu haben, schlägt die Musik schon wieder eine neue Richtung ein.
Mit Midnight at McGuffy’s und Speed Demon ging es weiter, ehe Synergy den nächsten Akzent setzte. Die Setlist fühlte sich dabei wie eine Reise durch unterschiedliche Facetten der Band an: mal verspielt und technisch, mal melodisch und mitreißend, dann wieder voller unerwarteter Brüche.

Besonders schön war auch die Auswahl älterer Fan-Favoriten. It’s Safe to Say You Dig the Backseat und Uneasy Hearts Weigh the Most brachten weitere Highlights ins Set. Mit Trap Door und Blue Dream folgten zwei Songs, die andere Stimmungen aufgriffen, bevor The Stickler den regulären Teil des Konzerts beendete. Und natürlich durfte eine Zugabe nicht fehlen.
Mit All the Way Down kehrte die Band zurück, um anschließend mit Evaporate den Schlusspunkt zu setzen. Ein Finale, das den Konzertabend gebührend abrundete und noch einmal daran erinnerte, was Dance Gavin Dance so reizvoll macht: Diese Band lässt sich nur schwer in eine musikalische Schublade stecken – und genau das ist ihre Stärke.
Setlist – Dance Gavin Dance
- Animal Surgery
- Chucky vs. The Giant Tortoise
- Lemon Meringue Tie
- Midnight at McGuffy’s
- Speed Demon
- Synergy
- It’s Safe to Say You Dig the Backseat
- Uneasy Hearts Weigh the Most
- Trap Door
- Blue Dream
- The Stickler
Zugabe
- All the Way Down
- Evaporate
Drei Bands, ein gelungener Konzertabend
Was für mich einen guten Konzertabend ausmacht, ist nicht allein der Headliner. Es sind auch die Entdeckungen im Vorprogramm, die besonderen Momente zwischen Bühne und Publikum und das Gefühl, für ein paar Stunden ganz in der Musik aufzugehen.
Dwellings lieferten mit ihren starken Shouts und ihrer überzeugenden Performance einen hervorragenden Einstieg. As December Falls sorgten anschließend für Abwechslung und hielten die Stimmung aufrecht. Und Dance Gavin Dance machten schließlich das, was sie am besten können: ihren unverwechselbaren Mix aus technischer Raffinesse, melodischen Hooks und musikalischen Überraschungen auf die Bühne bringen.
Dazu kam die sympathische Begegnung mit Dwellings am Merch-Stand, die den Abend auch abseits der Musik positiv in Erinnerung bleiben lässt.
Der 3. September im Columbia Theater war damit ein Konzertabend, bei dem nicht nur der Headliner zählte. Es war die Kombination aus drei Bands, unterschiedlichen musikalischen Handschriften und der besonderen Atmosphäre eines Live-Konzerts, die den Abend ausmachte.
Und genau deshalb lohnt es sich, bei solchen Shows früh da zu sein: Manchmal beginnt das Konzerterlebnis schon lange, bevor die Hauptband überhaupt die Bühne betritt.
Bilder und Text: Benjamin Ebrecht