Mit „Geschichten vom Mond“ veröffentlicht Moonkid ☾ ein Debütalbum, das sich nur schwer einem einzelnen Genre unterordnen lässt – und genau darin liegt seine größte Stärke. Emo-Trap, Alternative, Punk, Nu Metal, Pop und elektronische Elemente prallen aufeinander, ohne dass die Platte dabei ihre Identität verliert. Statt musikalischer Ordnung gibt es kontrolliertes Chaos, das erstaunlich gut zu den emotionalen Extremen passt, zwischen denen sich Moonkid ☾ bewegt.
Der Einfluss von Acts wie Lil Peep, XXXTentacion oder Juice WRLD ist ebenso spürbar wie die härtere Alternative- und Nu-Metal-Schule von System Of A Down oder Rage Against The Machine. Trotzdem wirkt „Geschichten vom Mond“ nicht wie eine bloße Sammlung musikalischer Vorbilder. Moonkid ☾ macht daraus einen eigenen, modernen Crossover-Sound, bei dem verzerrte Gitarren genauso selbstverständlich neben 808s, elektronischen Beats und ruhigen Passagen stehen.
Inhaltlich präsentiert sich das Album ausgesprochen persönlich. Beziehungen, Selbstzweifel, Rausch, psychische Abgründe, Einsamkeit und die Suche nach Zugehörigkeit ziehen sich durch die Platte. Gerade weil dabei nicht versucht wird, alles sauber aufzulösen, fühlt sich „Geschichten vom Mond“ glaubwürdig an.
Eine wichtige Rolle spielen die zahlreichen Feature-Gäste. Anna Grey, Edo Saiya, Swiss & Die Andern und Thalis erweitern das Klangbild, ohne Moonkid ☾ auf seinem eigenen Debüt die Aufmerksamkeit zu nehmen. Vielmehr unterstreichen die Kollaborationen, wie selbstverständlich sich seine Musik zwischen unterschiedlichen Szenen bewegt.
Das endgültige Ausrufezeichen setzt jedoch der Bonustrack. Hier versammelt Moonkid ☾ mit Swiss & Die Andern, Diggen, Thalis, Motzi, Ferris MC, dieserBuddha, DJ Da Wizard, Sharaktah und Lostboi Lino eine bemerkenswert große Gästerunde. Dadurch bekommt das Finale beinahe den Charakter eines musikalischen Klassentreffens der missglückten Welt und wirkt wie ein bewusst gesetzter Abschluss für ein Album, dessen zentrales Motiv ohnehin Gemeinschaft unter Außenseiter*innen ist.
„Geschichten vom Mond“ ist dadurch kein glattgezogenes Debüt, sondern ein emotionales, lautes und stellenweise bewusst überladenes Statement. Moonkid ☾ versucht gar nicht erst, sich für eine musikalische Richtung zu entscheiden – und gerade deshalb besitzt diese Platte eine erstaunlich klare Persönlichkeit.
„Geschichten vom Mond“ erscheint diese Woche Freitag am 11. September 2026.
Das Album findet ihr ab Freitag z.B. hier.
Fotocredit: Albumcover / Artwork