Mit ihrer neuen Single „Mascara“ schlägt Antje Schomaker ein neues Kapitel auf. Nach rund zwei Jahren musikalischer Pause meldet sich die Hamburger Singer-Songwriterin eindrucksvoll zurück – persönlicher, direkter und mutiger denn je. Der ironisch-lässige Breakup-Track ist die erste Auskopplung aus ihrem kommenden dritten Album Liebes Tagebuch,, das intime Einblicke in prägende Erfahrungen, Selbstfindung und emotionale Befreiung gewährt. Im Gespräch mit uns dem Frontstage Magazine spricht Antje Schomaker über toxische Beziehungen, alte Glaubenssätze, den berühmten „Post-Breakup-Glow“ und darüber, warum Schmerz manchmal am stärksten wirkt, wenn man ihm mit Humor begegnet.
Frontstage Magazine: Nach rund zwei Jahren musikalischer Pause bist du jetzt mit „Mascara“ zurück – wie hat sich dein Blick auf Musik und auf dich selbst in dieser Zeit verändert?
Antje Schomaker: Das ist eine ganz schön große Frage. Ich glaube, ich bin in den letzten zwei Jahren klarer und bestimmter geworden und habe viele Dinge losgelassen. Das hört man auch in den neuen Songs. Auch wenn ich vorher schon ehrlich geschrieben habe, habe ich jetzt das Gefühl, noch direkter zu sein. Die Musik ist dadurch noch persönlicher geworden und manchmal tut sie auch mehr weh. Aber genau das wollte ich, ich wollte nichts mehr weichzeichnen und ich hab mich auf diesem Album so viel getraut wie noch nie.
Frontstage Magazine: „Mascara“ ist kein klassischer trauriger Breakup-Song, sondern wirkt fast befreiend und ironisch. Warum war dir genau diese Perspektive auf Liebeskummer wichtig?
Antje Schomaker: Ich wollte der Trennung und der Sache an sich nicht so viel Macht geben, sondern eine gewisse Erhabenheit. Gerade wenn man Abstand gewinnt, merkt man oft erst, wie absurd manche Situationen eigentlich waren. Ich liebe den Gedanken, dass man zu einem Herzschmerz-Song gleichzeitig lachen, tanzen und ein bisschen mit den Augen rollen kann. Und wenn ich ehrlich bin, geht es in dem Song für mich persönlich weniger um die Trennung und mehr darum, wie glücklich ich jetzt bin.
Frontstage Magazine: Du sprichst sehr offen über toxische Beziehungen, Wut und Selbstbestimmung. Gab es einen Moment, in dem du gemerkt hast: „Jetzt bin ich wirklich darüber hinweg“?
Antje Schomaker: Ich hab nie mit Wehmut auf die Beziehung zurückgeblickt und war eigentlich schon einen Tag nach der Trennung „drüber hinweg“. Was eher Arbeit ist, sind die Glaubenssätze, die in so einer Zeit gepflanzt werden. Das kann meiner Meinung nach auch in Freundschaften, Familie oder am Arbeitsplatz passieren. Da gibt es glaub ich keinen konkreten Moment, das „drüber hinweg sein“ ist ein Prozess, in dem man Ängste langsam wegradiert und eine neue sichere Bindung gestaltet.
Frontstage Magazine: Viele Fans haben lange auf neue Musik von dir gewartet. Was bedeutet dir dieses Comeback persönlich – und mit welchem Gefühl möchtest du, dass die Menschen „Mascara“ hören?
Antje Schomaker: Wenn jemand den Song hört und danach ein kleines bisschen stärker durch die Gegend läuft, vielleicht mit verschmierter Mascara und trotzdem erhobenem Haupt, dann hab ich alles erreicht 🙂
Fotocredit: Amelie Siegmund