Mit ihrem zweiten Album „Unter Druck und zwischen Welten“ haben FREUDE einen Nerv getroffen. Zwischen Überforderung, Hoffnung, Orientierungslosigkeit und Aufbruch erschuf das Wiener Indie-Pop-Trio einen Soundtrack für all jene, die sich irgendwo zwischen den Gegensätzen des modernen Lebens wiederfinden. Passend zum Album ging die Band im Mai 2026 auf ihre Release-Tour und machte dabei unter anderem in Wien, München, Hamburg und Berlin Halt. Die Resonanz auf die neuen Songs fiel durchweg positiv aus und zeigte, dass die Themen des Albums bei vielen Menschen einen Nerv treffen. Für FREUDE war die Tour nicht nur die erste Gelegenheit, die neuen Stücke live zu präsentieren, sondern auch eine Bestätigung dafür, dass ihre Musik genau dort ankommt, wo sie ankommen soll: bei Menschen, die sich in den Texten und Emotionen wiederfinden. Wir haben mit der Band über die zurückliegende Album-Release-Tour, die Entwicklung ihres Sounds, die Herausforderungen als unabhängige Band und die Zukunft von FREUDE gesprochen.
Frontstage Magazine: Eure Release-Tour zu „Unter Druck und zwischen Welten“ liegt inzwischen hinter euch. Mit etwas Abstand betrachtet: Wie habt ihr diese Konzerte erlebt und welche Momente sind euch besonders in Erinnerung geblieben?
Freude: Jedes Konzert war irgendwie eigen und besonders für sich. Wir hatten sehr viel Spaß und das Feedback zum Album war einfach großartig — das freut uns wirklich sehr. Weil es ein Album ist, das die Leute an die Hand nehmen soll. Und ich denke, dass wir das gut geschafft haben.
Frontstage Magazine: Das Album beschäftigt sich stark mit Gefühlen zwischen Überforderung, Hoffnung und Orientierungssuche. Wie war es für euch, diese Songs erstmals live vor Publikum zu spielen, und habt ihr dabei neue Perspektiven auf die Stücke gewonnen?
Freude: Es hat sich sehr gut angefühlt, weil es eine Art Bestätigung war. Nicht nur, dass wir so fühlen, wie das Album geschrieben wurde — sondern dass sich die Leute, die uns finden, damit identifizieren können. Das ist etwas sehr Schönes: dass man Kunst gemacht hat, die Leute berührt. Und wenn sie diese Kunst entdecken, dass sie sie auch verstehen. Das ist eine der größten Errungenschaften als Künstler.
Frontstage Magazine: Ihr habt in den vergangenen Jahren euren Sound stetig weiterentwickelt und euch als unabhängige Band etabliert. Inwiefern hat euch diese Tour als Band musikalisch oder persönlich weitergebracht?
Freude: Wir haben gemerkt, dass wir mit dem neuen Sound live anders arbeiten müssen. Es gibt atmosphärische Elemente, Synthesizer — und wir sind zu dritt. Das heißt, wir haben uns viel überlegen müssen, wie wir die Songs so spielen, dass sie live mindestens genauso fett klingen wie auf dem Album. Eigentlich noch fetter.
Frontstage Magazine: Die Resonanz auf das Album und die Release-Shows war sehr positiv. Habt ihr das Gefühl, dass FREUDE mit „Unter Druck und zwischen Welten“ einen neuen Abschnitt erreicht haben, und wenn ja, woran merkt ihr das am deutlichsten?
Freude: Die Resonanz innerhalb unserer Bubble war sehr gut. Aber wir haben nach wie vor ein Discovery-Problem — wir erreichen die Menschen außerhalb noch nicht wirklich. Was aber nicht schlimm ist, weil dieses Album genau für die Menschen geschrieben ist, die uns schon kennen. Es spiegelt Gedanken und Gefühle wider, die wir alle kennen: diese Überforderung, diese Hoffnungslosigkeit, die dann doch wieder durch Hoffnung beseitigt wird. Es ist kein Discovery-Album. Es ist ein Album für Menschen, die uns mögen — und die sich in einer ähnlichen Gefühlslage befinden.
Frontstage Magazine: Nachdem das Album veröffentlicht ist und die Release-Tour erfolgreich abgeschlossen wurde: Worauf dürfen sich eure Fans als Nächstes freuen? Arbeitet ihr bereits an neuer Musik, weiteren Konzerten oder vielleicht sogar an größeren Plänen für die Zukunft?
Freude: Zukunftspläne behalten wir noch für uns. Jetzt liegt der volle Fokus auf diesem Album und der Promo. Album-Promo ist noch mal eine ganz andere Liga für sich — und wir sind eine Indie-Band, wir machen alles selbst. Das kann sehr überfordernd sein, weil wir ohne Budget, ohne Label, ohne diese Strukturen gegen Zigtausende Euro Werbebudgets von Major Labels kämpfen. Da muss man viel Zeit lassen, viel Kreativität reinstecken, damit das Album nicht untergeht. Wir leben in einer Zeit, in der Musik, Kunst und Kultur etwas sehr Austauschbares geworden ist. Etwas, das nebenbei konsumiert wird. Viele Menschen sehen nicht, wie viel Arbeit dahintersteckt. Aber es ist unser Job — und wir gehen diesen Weg gerne mit. Worauf sich die Fans einstellen können: dass dieses Album noch lange präsent bleibt, dass sehr viel Content kommt — und dass wir uns über jeden freuen, der uns dabei unterstützt.
Fotocredit: Nils Marvyn