Drei Bands, ein Abend voller Energie und ein Publikum, das bereit war, alles zu geben: Am 13. Oktober 2026 wurde das UFO im Berliner Velodrom zum Treffpunkt für Fans harter Gitarrenriffs, brachialer Breakdowns und emotionaler Refrains. Mit Gore und Polaris als Support sowie I Prevail als Headliner stand ein Line-up auf dem Programm, das die verschiedenen Facetten des modernen Metalcore vereinte. Von kompromissloser Härte bis hin zu melodischen Passagen und großen Mitsingmomenten war für ein abwechslungsreiches Konzerterlebnis gesorgt.
Gore – Ein Auftakt mit ordentlich Druck
Den Auftakt des Abends übernahmen Gore, die vom ersten Moment an für eine energiegeladene Atmosphäre sorgten. Besonders das intensive Growling der Frontfrau zog die Aufmerksamkeit auf sich und brachte die Menge früh zum Headbangen. Die kraftvolle Bühnenpräsenz und der kompromisslose Sound machten schnell deutlich, dass die Band weit mehr als nur ein musikalischer Einstieg in den Abend war.

Mit „Wrath“, „Sepsis“ und „Lead Me to the Slaughter“ wurde das Publikum direkt auf Betriebstemperatur gebracht. Die Stimmung entwickelte sich bereits während der ersten Songs positiv, bevor „Doomsday“, „Pray“, „Crucified“ und „Babylon“ den Auftritt mit einer ordentlichen Portion Härte fortsetzten.
Gore überzeugten mit einer intensiven Performance, die sowohl musikalisch als auch atmosphärisch zum weiteren Verlauf des Abends passte. Die wachsende Begeisterung im Publikum zeigte, dass der erste Support-Act seinen Platz im Line-up mehr als ausfüllen konnte.
Polaris – Zwischen emotionaler Wucht und absolutem Abriss
Im Anschluss übernahmen Polaris und steigerten die Energie im UFO noch einmal spürbar. Mit „Dissipate“, „Without You“ und „All of This Is Fleeting“ eröffnete die australische Metalcore-Band ihr Set und verband von Beginn an druckvolle Riffs mit emotionalen Melodien.

Die Ansage „Germany, make some fcking noise!“ sorgte für eine unmittelbare Reaktion im Publikum. Bei „Landmine“ und „Inhumane“ nahm die Dynamik weiter zu, bevor die Aufforderung „Open this pit up for me!“ den Startschuss für einen geöffneten Pit gab. Die Menge folgte dem Aufruf, während sich die Energie der Songs zunehmend auf den gesamten Raum übertrug.

Mit „Above My Head“, „Hypermania“ und „Nightmare“ setzte Polaris den Schlusspunkt unter einen Auftritt, der Härte und Eingängigkeit gekonnt miteinander verband. Die Band bewies eindrucksvoll, warum sie zu den etablierten Namen des modernen Metalcore gehört. Gleichzeitig bereitete sie das Publikum hervorragend auf den bevorstehenden Headliner vor.
I Prevail – Ein Headliner-Set voller Energie
Als I Prevail schließlich die Bühne betraten, war die Stimmung bereits auf einem hohen Niveau. Mit „Berlin, how the fuck are we doing tonight?“ begrüßte die Band das Publikum und leitete einen Auftritt ein, der von kraftvollen Songs, emotionalen Momenten und einer durchgehend intensiven Atmosphäre geprägt war.

„NWO“, „Bow Down“ und „Self-Destruction“ sorgten direkt für einen druckvollen Einstieg. Die Kombination aus aggressiven Vocals, treibenden Drums und massiven Gitarrenriffs brachte die Energie des Abends auf ein neues Level. Mit „There’s Fear in Letting Go“ zeigte sich anschließend auch die melodischere und emotionalere Seite der Band.
Ein besonderes Highlight folgte mit „Violent Nature“. Die Ansage „I say violent, you say nature“ animierte die Menge zum Mitmachen, bevor Polaris für den Song erneut auf die Bühne kamen. Die gemeinsame Performance gehörte zu den markanten Momenten des Abends und unterstrich den besonderen Charakter des Line-ups.
Mit „Body Bag“ ging es anschließend wieder härter zur Sache. Auch „Paradise“, der gemeinsame Song von I Prevail und Amira Elfeky, erhielt durch den Gastauftritt von Gore eine besondere Note. Die Zusammenarbeit der Bands sorgte für zusätzliche Abwechslung und machte deutlich, dass der Konzertabend nicht nur durch die einzelnen Sets, sondern auch durch solche gemeinsamen Momente geprägt wurde.

„Into Hell“ führte zurück zu den härteren Klängen, bevor die Ansage „We’ll wake you up“ den nächsten Abschnitt einleitete. Mit „Bad Things“ und „Rain“ setzte die Band weitere Akzente und zeigte erneut, wie selbstverständlich sich aggressive Passagen und melodische Refrains in ihrem Sound ergänzen.
Als die Aufforderung „Get your fist in the fucking sky“ durch den Raum hallte, gingen zahlreiche Fäuste in die Höhe. Die Reaktion des Publikums spiegelte die intensive Verbindung zwischen Band und Crowd wider, die sich durch den gesamten Auftritt zog.
Ein Drum-Solo setzte einen zusätzlichen instrumentalen Höhepunkt, bevor „God“, „Choke“ und „Come and Get It“ die Dynamik weiter aufrechterhielten. Mit „Hurricane“ folgte ein weiterer emotionaler Moment, der die melodische Seite des Sets in den Vordergrund rückte.
Den Abschluss bildete „Gasoline“. Der Song lieferte ein energiegeladenes Finale und bündelte noch einmal die zentralen Elemente des Abends: harte Riffs, treibende Rhythmen und eine Crowd, die bis zum letzten Song mitging.
Ein Abend, der die Vielfalt des Metalcore zeigte
Das Konzert im UFO des Berliner Velodroms bot eine gelungene Mischung aus musikalischer Härte, emotionaler Tiefe und mitreißender Live-Energie. Gore eröffneten den Abend mit einer kompromisslosen Performance, Polaris steigerten die Intensität mit ihrem dynamischen Set und I Prevail lieferten als Headliner eine abwechslungsreiche Show mit zahlreichen Höhepunkten.
Besonders die gemeinsamen Auftritte von I Prevail mit Polaris bei „Violent Nature“ und mit Gore bei „Paradise“ verliehen dem Abend zusätzliche besondere Momente. Sie machten aus dem Konzert mehr als eine Aneinanderreihung einzelner Sets und stärkten den Eindruck eines stimmigen Gesamtprogramms.

Auch die Publikumsreaktionen trugen entscheidend zur Atmosphäre bei. Offene Pits, Headbanging, erhobene Fäuste und laute Mitsingmomente begleiteten den Abend und zeigten, wie stark das Genre von der Verbindung zwischen Musik und Publikum lebt.
Dabei wurde deutlich, was modernen Metalcore auszeichnet: die Kombination aus aggressiven Breakdowns und melodischen Refrains, aus kompromissloser Energie und emotionalen Texten. Genau diese Mischung machte den Konzertabend abwechslungsreich und sorgte dafür, dass sowohl Fans der härteren Klänge als auch Liebhaber eingängiger Melodien auf ihre Kosten kamen.
Mit „Gasoline“ fand der Abend einen passenden Abschluss. Gore, Polaris und I Prevail verwandelten das UFO in eine energiegeladene Konzertlocation und lieferten ein Line-up, das die unterschiedlichen Facetten des Genres überzeugend präsentierte.
Text & Bilder: Benjamin Ebrecht