Knappe neun Monate später als geplant standen Max Herre und Joy Denalane endlich auf der Bühne des Hamburger Stadtparks. Das ursprünglich für 2025 angesetzte Konzert musste krankheitsbedingt verschoben werden, nun holte das Paar den Termin vor einem bestens gefüllten Rund nach – und präsentierte einen Abend zwischen Soul, Hip-Hop und jeder Menge Nostalgie.
Für Max Herre war es zugleich eine Rückkehr an einen Ort mit besonderer Bedeutung. Bereits Ende der 1990er-Jahre feierte er hier mit Freundeskreis große Erfolge und gehörte zu den Künstlern, die den deutschsprachigen Hip-Hop entscheidend prägten. Entsprechend viele Besucher im Publikum dürften ihn schon damals erlebt haben – heute älter, aber den Songs noch immer eng verbunden.

Gemeinsam mit einer hervorragend eingespielten Band wechselten sich Herre und Denalane durch ihr gemeinsames Repertoire. Freundeskreis-Klassiker trafen auf Solostücke beider Künstler, Soul auf Rap, intime Balladen auf groovende Bandnummern. Besonders bei Songs wie „Esperanto“, „Wenn der Vorhang fällt“ oder „A.N.N.A.“ wurde deutlich, welchen Stellenwert diese Musik für viele Besucher bis heute besitzt. Zahlreiche Texte wurden Wort für Wort mitgesungen.

Nicht jede Passage des Konzerts hielt das Energielevel konstant hoch. Immer wieder wechselten dynamische Momente mit ruhigeren Abschnitten, wodurch der Abend stellenweise etwas zerfasert wirkte. Seine stärksten Momente hatte das Konzert immer dann, wenn Herre zu seinen Hip-Hop-Wurzeln zurückkehrte und die Band den nötigen Druck entwickelte.

Gegen Ende zog die Stimmung jedoch noch einmal deutlich an. Mit einigen ihrer bekanntesten Songs gelang es Max Herre und Joy Denalane, das Publikum endgültig mitzunehmen. Der Applaus fiel entsprechend herzlich aus und belohnte einen Abend, der weniger durch große Überraschungen als durch seine Wärme, Authentizität und viele schöne Erinnerungen überzeugte.
Das Konzert des Jahres war es vielleicht nicht. Für viele Besucher aber ein Wiedersehen mit dem Soundtrack ihrer Jugend – und damit mehr als Grund genug für einen gelungenen Sommerabend im Hamburger Stadtpark.
Bild und Text: Sascha Beckmann