Der Hamburger Stadtpark war am Dienstagabend bis auf den letzten Platz gefüllt. Rund 4.000 Besucher wollten sich die Jubiläumstour von Foreigner nicht entgehen lassen. Fast fünf Jahrzehnte nach ihrer Gründung beweist die amerikanisch-britische Rockinstitution noch immer eine enorme Anziehungskraft – auch wenn inzwischen kein Musiker der ursprünglichen Besetzung mehr auf der Bühne steht.
Bereits die Vorband The Saint Cecilia sorgte für Bewegung auf dem Gelände. Während dunkle Wolken über den Stadtpark zogen und ein kurzer Regenschauer niederging, harrten die Fans vor der Bühne aus. Als Foreigner schließlich die Bühne betraten, war die Stimmung sofort auf Betriebstemperatur.

Mit Klassikern wie „Long, Long Way From Home“ und „Double Vision“ legte die Band einen kraftvollen Start hin. Frontmann Luis Maldonado präsentierte sich als energiegeladener Entertainer, der unermüdlich über die Bühne wirbelte und die bekannten Songs mit viel Leidenschaft interpretierte. Unterstützt wurde er von einer eingespielten Mannschaft erfahrener Musiker, die den Sound der Band überzeugend auf die Bühne brachte.
Natürlich schwang an diesem Abend auch eine Portion Nostalgie mit. Hits wie „Cold As Ice“, „Waiting For A Girl Like You“ und „Urgent“ erinnerten an die großen Zeiten des Arena-Rocks. Besonders bei den Balladen sang das Publikum lautstark mit und verwandelte den Stadtpark zeitweise in einen riesigen Freiluft-Chor.

Dass Foreigner heute eher als Bewahrer eines musikalischen Erbes auftreten, tat der Begeisterung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die rund 90-minütige Show zeigte eindrucksvoll, warum die Songs der Band auch Jahrzehnte nach ihrer Entstehung nichts von ihrer Wirkung verloren haben. Gitarrenriffs, eingängige Melodien und große Refrains bestimmten den Abend.
Zum Finale wurde es noch einmal emotional. Mit „I Want To Know What Love Is“ und dem rockigen „Hot Blooded“ verabschiedeten sich Foreigner von einem Publikum, das die Band frenetisch feierte. Die Frage, ob eine Band ohne ihre Gründungsmitglieder noch dieselbe Band ist, mag diskutiert werden. Der Enthusiasmus im ausverkauften Hamburger Stadtpark lieferte jedoch eine klare Antwort: Die Songs leben weiter – und mit ihnen die Faszination Foreigner.
Bilder & Text: Sascha Beckmann