Das Lollapalooza Berlin presented by essence öffnete am Samstag, den 18. Juli ab 11 Uhr wieder seine Tore, um zehntausende Besucher*innen im Olympiapark zu empfangen. Seit über zehn Jahren ist das Festival nun schon ein fester Bestandteil des Berliner Sommers, mit einem unverwechselbaren Genre-Mix und Lifestyle-Fokus. Das Lollapalooza lieferte wie jedes Jahr wieder eine Non-Stop-Show: Die nah beieinander gelegenen Hauptbühnen wurden durchgehend im Wechsel bespielt und Fans konnten ohne Pause zusammen mit großen internationalen Acts und angesagten Newcomern feiern.
Der erste Tag wurde von Baran Kok auf der essence-Bühne eröffnet – mit Bass, ordentlich Energie und ohne Kompromisse. Besonders auf seinen Abschlusssong “Herr Officer” wurde hingefiebert. Er brachte die Crowd schon zur frühen Uhrzeit zum Tanzen und die Party war mit seinem Set ganz klar eröffnet.
Jolle verzauberte das Publikum im Anschluss auf der TK Maxx-Bühne mit ehrlichen, emotionalen Tracks und einer sympathischen Ausstrahlung. Neben ihrem Hit “Alle Märchen sind gelogen” hatte sie viele Songs von ihrem neuen Album im Gepäck. Mit einer Bühne voller Teddybären verwandelte sie das Lollapalooza in einen Wohlfühlort, wo sich das Publikum verstanden und geborgen fühlen konnte.
Etwas rockiger wurde es mit Balu Brigada. Die beiden Brüder aus Neuseeland begeisterten mit ihrem grungigen Auftreten und eingängigem Indie-Rock.
Mit ihrem Cover von “Oblivion” von Grimes sorgten sie für ordentlich Stimmung und ihr Track “Backseat” brachte die Fans richtig zum Springen.
Das diesjährige Line-Up war stark von lateinamerikanischen Artists geprägt, darunter auch ein Highlight des heutigen Tages für uns: Young Miko. Sie riss die Festivalgänger*innen dank ihrer einnehmenden Bühnenpräsenz mit und brachte Bewegung in die Menge mit ihren Reggaeton-Beats. Für alle, die dieses Jahr keine Tickets für die extrem gefragte Tour von Bad Bunny ergattern konnten, war es ein besonderes Highlight, dass sie auch “FINA”, die Kollaboration mit Bad Bunny, in ihrer Setlist dabei hatte.

Ein wahrlich spektakuläres Live-Erlebnis boten ATARASHII GAKKO!. Die J-Pop Girlgroup lieferte mit beeindruckenden Choreographien, kraftvollen Vocals und überwältigender Energie ab. In ihrem ikonischen Matrosen-Look und mit ihrem charakteristisch chaotischen Mix aus Pop, Punk und Hip-Hop eroberten sie die Bühne im Sturm.
Abseits der Hauptbühnen lieferten Lovefoxy, Victor Ruiz, Korolova und Artbat den ganzen Tag über Beats und Bass auf der Perry’s Stage. Dieses Jahr befand sich die Bühne leider nicht mehr im Olympiastadion, sondern nun auch außerhalb wie die restlichen Bühnen. Dies sorgte zwar für eine kleinere Area vor der Bühne, dafür jedoch für eine wirklich entspannte Atmosphäre zum Abtanzen.
Auf der New Horizon Stage konnten wir bei Nieve Ella vorbeischauen und wurden dafür mit einer unglaublich nahbaren, von roher Energie geprägten Performance belohnt.
Neben Musik ist das Lollapalooza schon immer von den vielen interaktiven Bereichen auf dem Gelände charakterisiert. Solidarische Dragshows auf der Fashionpalooza mit Queens against Borders, Spaß für die jungen Festivalbesucher beim Kidzapalooza und jede Menge Marken-Stände, die den Besucher*innen die Möglichkeit boten, ihren Festival-Look zu perfektionieren und Erinnerungen mit Freund*innen festzuhalten.
Auf den Hauptbühnen ging es emotional weiter mit Tom Odell, der mit seiner kraftvollen Stimme wahrscheinlich bereits die Untermalung für den ein oder anderen Herzschmerz des Publikums geliefert hatte. An diesem Abend vereinte er jedoch die Menge mit einer bewegenden Stimmung und mit den letzten Noten von “Another Love” wurden Herzen erfüllt.
Lily Allen entführte die Crowd ins West End mit theatralischer Inszenierung ihres neusten Albums “West End Girl”, in dem sie mit ihrem Ex-Mann abrechnet. Neben ihrer Stimme strahlte auch besonders ihre schauspielerische Leistung, die konstanten Kostümwechsel und die Menge an Requisiten in ihrem Apartment-Set: unter anderem ein altes Drehscheibentelefon für das Telefongespräch aus dem Eröffnungstrack, die in “Pussy Palace” erwähnte Plastiktüte voll mit Sexspielzeug und ein riesiges Tuch, bedruckt mit Rechnungen und Textnachrichten, die die Affäre ihres Ex-Mannes belegen sollten.
Die Sonne ging langsam unter und passenderweise war es nun endlich Zeit für Zara Larsson, die mit “Midnight Sun” eröffnete und den Abend weiter erleuchtete. Den Outfits nach zu urteilen ein Highlight für viele, denn die Crowd erschien zahlreich in bunten Looks, bedeckt mit Blumen und Glitzer – ganz wie Zara Larsson selbst.
Zusammen mit ihren Tänzerinnen lieferte sie beachtliche Choreographien ab: Von viralen Tiktok-Tänzen bis hin zu eindrucksvollen Hebefiguren war alles dabei. Gleichzeitig stellte sie ihre beeindruckende Stimme unter Beweis und entfachte Sommergefühle mit ihren Tracks “Pretty Ugly” und “Eurosummer”. Für ihren Hit “Lush Life” holte sie sich noch einen Fan auf die Bühne. Kurzerhand wurde ein Shirt mit Delfin personalisiert und anschließend tanzten sie zusammen die virale Choreographie.

Als klares Highlight des Tages stand zuletzt der Grund für die vielen Glatzen, die man bereits über den Tag hinweg gesehen hatte, auf der Bühne: Pitbull. Überall waren Fans im ikonischen Pitbull-Look zu sehen: weißes Hemd, Krawatte, Sonnenbrille und ganz wichtig, die Bald-Cap.
Mr. Worldwide verwandelte das Festivalgelände in einen Club, angetrieben von 2000er-Hits. Bis in die hinteren Bereiche vor der Bühne wurde getanzt und jedes Wort mitgesungen. Pitbull begeisterte jedoch nicht nur mit seinen Hits wie “Timber”, “Fireball” und “Give Me Everything”, sondern auch mit seinen positiven und motivierenden Reden, die immer wieder einen Ted-Talk-Charakter aufwiesen. Pitbull Weisheit #1: “The most valuable thing in life: time! Don’t let anybody waste your time, that is the most disrespectful thing someone can do to you.” Und passend zu diesem Motto wurde auch keine weitere Zeit bis zum nächsten Hit verschwendet. Pure Partystimmung bis zur letzten Sekunde.
Der erste Tag des Lollapalooza 2026 ging mit einer riesigen, ausgelassenen Nostalgie-Party zu Ende, ein perfekter Abschluss für einen gelungenen Auftakt. Die Besucher konnten sich bereits auf den nächsten Tag mit weiteren Highlights freuen, unter anderem Anitta, Teddy Swims, Lorde und Lewis Capaldi.
Die vollständige Galerie des Abends gibt es HIER
Fotocredit: Benjamin Ebrecht