Mit „Death Of The Altar“ präsentieren Of Virtue ein Album, das modernen Metalcore nicht neu erfinden möchte, aber eindrucksvoll zeigt, wie wirkungsvoll das Genre klingen kann, wenn Härte, Melodie und Emotionalität miteinander harmonieren.
Die US-Amerikaner wirken auf ihrem neuen Werk fokussiert und wissen ziemlich genau, welche musikalische Richtung sie einschlagen wollen.
Klanglich bewegt sich „Death Of The Altar“ zwischen massiven Gitarrenwänden, druckvollen Rhythmen und großen melodischen Momenten. Besonders die unterschiedlichen Vocals sorgen dafür, dass sich Aggressivität und Eingängigkeit regelmäßig gegenseitig ablösen. Die Produktion fällt modern und mächtig aus, lässt dem Material aber genügend Raum, um nicht vollkommen steril zu wirken. Gerade die Dynamik sorgt dafür, dass das Album trotz seiner konsequenten Härte nicht eintönig wird.
Inhaltlich zeigen sich Of Virtue deutlich nachdenklicher, als es die brachiale musikalische Oberfläche zunächst vermuten lässt. Vertrauen, persönliche Erwartungen, zwischenmenschliche Abhängigkeiten und die Frage nach der eigenen Identität bilden einen thematischen roten Faden. Dabei geht es weniger darum, einfache Antworten zu liefern. Vielmehr beschäftigt sich die Band mit dem Moment, in dem vermeintliche Sicherheiten zerbrechen und Menschen erkennen müssen, welchen Preis sie für bestimmte Entscheidungen oder Beziehungen gezahlt haben.
Diese emotionale Schwere passt hervorragend zur musikalischen Ausrichtung. Das Album lebt von Gegensätzen: verletzlich und wütend, melodisch und brachial, zugänglich und gleichzeitig düster. Of Virtue schaffen es dabei, persönliche Themen in einen Sound zu übertragen, der problemlos auf großen Bühnen funktionieren dürfte, ohne seine emotionale Wirkung zu verlieren.
Mit „Death Of The Altar“ liefern Of Virtue ein geschlossenes, kraftvolles Metalcore-Album ab, das seine Stärke vor allem aus der Verbindung von Härte und Verletzlichkeit zieht. Statt sich hinter technischen Spielereien zu verstecken, setzt die Band auf Atmosphäre, Energie und nachvollziehbare Emotionen – und genau dadurch bleibt das Album hängen.
Of Virtue live:
With Unprocessed and Daedric
Sep 29 – Brussels, BE – Botanique
Oct 01 – Manchester, UK – Academy 3
Oct 02 – London, UK – Electric Ballroom
Oct 03 – Paris, FR – La Maroquinerie
Oct 04 – Tilburg, NL – 013 Next Stage
Oct 05 – Nijmegen, NL – Doornroosje
Oct 06 – Cologne, DE – Gebäude 9
Oct 07 – Hamburg, DE – Kent Club
Oct 08 – Berlin, DE – Hole44
Oct 09 – Munich, DE – Strom
Oct 10 – Frankfurt, DE – Batschkapp
Fotocredit: Albumcover / Artwork