Wenn die norddeutsche Formation Sagenbringer das Horn bläst, lauscht die Metal-Szene auf. Seit ihrer Gründung im Jahr 2021 haben sich die vier Skalden Haldruhir (Vocals), Skjomi (Gitarre), Azaril (Bass) und Trygve (Drums) vom aufstrebenden Geheimtipp zu einer festen Größe im Folk- und Pagan-Metal entwickelt. Nach ihrem gefeierten dritten Album „Zwischen den Welten“ und einer erfolgreichen ersten Headliner-Tour schlagen sie nun noch im selben Jahr ein ganz neues Buch auf: Am 11. September 2026 erscheint via NoCut Entertainment die neue EP „Sagendarium“ – pünktlich zum Start der Tour an der Seite von Tanzwut. Erstmals verlässt die Band dabei die Pfade der rein historischen Volkssagen und widmet sich vollständig dem Kosmos von J.R.R. Tolkien. Das Resultat ist eine musikalische Hommage an den Urvater der modernen Fantasy, die den Geist Mittelerdes perfekt mit harten Metal-Riffs, treibenden Drums und mitreißenden Melodien verschmilzt.
Drei Mythen, ein Epos: Die EP im Detail
Musikalisch und inhaltlich widmet sich die EP drei ganz unterschiedlichen Völkern und Legenden aus Tolkiens Welt – inklusive eines Völkerschlags, der sonst selten im Scheinwerferlicht steht.
Der Auftakt gelingt Sagenbringer mit dem Song „Der hundertelfzigste Geburtstag“, ein lebensfroher, über fünfminütiger Opener, der augenblicklich im bunten Treiben des Auenlandes willkommen heißt. Ein ansteckender Rhythmus, pralle Folk-Melodien und Haldruhirs dynamische Stimme fangen die ausgelassene Stimmung von Bilbos berühmtem Fest perfekt ein. Wenn nach technisch anspruchsvollen Gitarrenriffs der überaus eingängige Refrain in eine geradezu mitreißende Endlosschleife mündet, gibt es kein Halten mehr – man möchte augenblicklich mitfeiern und mittanzen.
Mit der bereits im Mai erschienenen Vorab-Single „Reiter Rohans“ schlägt das Quartett anschließend deutlich epischere Töne an. Der Song erzählt vom mutigen Ausritt der Krieger der Riddermark und stellt Werte wie Ehre, Loyalität und Zusammenhalt in den Mittelpunkt. Mit hymnischen Chören, einer atmosphärischen Bridge und mächtiger Dynamik wird das Gefühl eines entschlossenen Aufbruchs in einen aussichtslosen Kampf spürbar.
Den klanggewaltigen Schlusspunkt setzt schließlich die zweite Vorab-Single „Haradrim“. Hier präsentieren sich Sagenbringer von ihrer düsteren Seite: Tief gestimmte Riffs, ein unerbittliches Schlagzeugtempo und Haldruhirs charismatischer Gesang formen das Stück zu einer bedrohlichen Kriegshymne, die den Blick auf die Truppen an der Seite Saurons lenkt. Der cineastische Refrain hallt noch lange nach, ehe die EP endet und die Hörenden nach einer kurzen, aber extrem intensiven Reise zurück in die Realität entlässt.
Fazit
Mit „Sagendarium“ stellen Sagenbringer ihr außergewöhnliches Gespür für Atmosphäre und Storytelling erneut unter Beweis. Die Verbindung aus druckvollem Metal-Sound, authentischem Fantasy-Flair und Ohrwurm-Refrains sorgt für ein mitreißendes Hörerlebnis, das gerade live eine enorme Wucht entfalten dürfte. Für Fantasy-Begeisterte sowie die treue Fanbase der Band – die liebevoll als die „Lauschenden“ bezeichnet wird – ist diese EP ein absoluter Pflichtkauf. Ein rundum gelungenes Werk, das meisterhaft beweist, wie gut Metal und Mittelerde harmonieren!
Sagenbringer – Zwischen den Welten Tour – Epilog 2027:
05.03.2027 – Lübeck, Rider`s Café
06.03.2027 – Braunschweig, Kufa-Haus
12.03.2027 – Wuppertal, Live Club Barmen (LCB)
13.03.2027 – Karlsruhe, Stadtmitte
19.03.2027 – Jena, F-Haus
20.03.2027 – Bamberg – Vamos
Fotocredit: Albumcover / Artwork