Wegen der großen Nachfrage kurzerhand vom MTC ins deutlich größere Luxor umgezogen und trotzdem ausverkauft: Ecca Vandal machte am Montagabend im Rahmen ihrer „Looking For People To Unfollow“-Tour Station in Köln und bewies, dass der Umzug goldrichtig war.
Es war einer der letzten heißen Sommertage des Jahres, und während draußen noch die Hitze stand, sorgte das klimatisierte Luxor zumindest für den Moment für Erleichterung, ein Zustand, der allerdings nicht lange anhielt. Das Publikum kam überwiegend aus der Metal-Ecke, komplett in Schwarz gekleidet, und ungewöhnlich für ein Konzert im Luxor: Es gab keine Absperrung vor der Bühne, was für Nähe zwischen Publikum und Artists sorgte.
Pünktlich um 20 Uhr eröffnete Freddy Forbidden den Abend im bereits rappelvollen Saal und nutzte direkt aus, dass es keine Barriere gab. Er stieg direkt von der Bühne aus in die Crowd. Sein Mix aus Power-Pop, wavey Sounds und Grime traf sofort auf volle Aufmerksamkeit. Die Bässe waren voll aufgedreht, die Wände wackelten regelrecht. Die Energie, die er auf der Bühne freisetzte, schwappte förmlich ins Publikum über, sodass spätestens nach dem dritten Song die Luft im Raum förmlich stand. Der perfekte Support zu Ecca Vandal.

Um 21 Uhr, ebenfalls pünktlich, betrat dann Ecca Vandal die Bühne, in blauer Bluse, mit Perlenkette und einer Brosche im Haar, ein Look, der zum Rest des Abends kaum größere Kontraste hätte liefern können. Denn musikalisch ging es sofort zur Sache: der Opener „Eyes Shut“ kam mit heavy Gitarren und regelrechtem Schlagzeug-Geknüppel daher, ehe „Came Here For The Loot“ bereits in Richtung Hip-Hop und Grime kippte, wieder ein Bruch, wie ihn nur wenige Künstlerinnen so mühelos hinbekommen. Die Australierin mit tamilisch-südafrikanischen Wurzeln, die ihre klassische Jazzausbildung mit roher Punk-Energie verbindet, zeigte von der ersten Sekunde an eine riesige Ausstrahlung.
Bei „Do It Anyway“ rief Ecca Vandal das Publikum explizit zum Tanzen auf, der Beat knallte, und aus dem Metal-Konzert kam für einen Moment ein Club Feeling auf. Kurz darauf widmete sie mit „Bleed But Never Die“ einen Song den „Girls in the room“, forderte diese zunächst auf nach vorne zu kommen, ehe sie sie nach dem zweiten Refrain reihenweise auf die Bühne holte. Trotz gefühlter 50 Grad, die Klimaanlage im Saal kam längst nicht mehr gegen die Hitze und die Energie der Show an, tanzte und sprang das Publikum die gesamte Show über durch, die Mischung aus Grime, Heavy-Sound und tanzbaren Momenten kam beim Kölner Publikum bestens an. Eine durchdachte Lichtshow unterstrich die Performance zusätzlich.

Am besten funktionierten die schnellen, druckvollen Songs, doch gerade in den ruhigeren Momenten des Sets bekam Ecca Vandals außergewöhnliche Stimme noch mehr Raum, selbst mit einer leichten Erkältung im Gepäck lieferte sie hier einige der eindrücklichsten Töne des Abends.
Zwischen Punk Attitüde, Hip-Hop-Break und Club-Vibes ließ Ecca Vandal keine Zweifel daran, warum ihr neues Album „Looking For People To Unfollow“ genau die richtige Ansage zur richtigen Zeit ist. Am Ende des Abends lief der Schweiß buchstäblich die Wände herunter, der letzte Rest Klimaanlage hatte spätestens da endgültig kapituliert. Der Umzug ins Luxor war mehr als gerechtfertigt, und wer an diesem Abend dabei war, wartet vermutlich jetzt schon auf die nächste Tour von Ecca Vandal.
Text: Laura Keimel
Fotos: Fabian Blesius