Mit „Between Harm And Hope“ schlagen Quite Home ein neues Kapitel ihrer noch jungen Bandgeschichte auf. Die fünf Stücke umfassende EP versteht sich weniger als Zielpunkt denn als Momentaufnahme einer Band, die hörbar nach vorne möchte. Hoffnung, Verletzlichkeit, Zusammenhalt und das Überwinden persönlicher Grenzen bilden dabei das emotionale Fundament.
Verglichen mit dem Debütalbum „Heron“ aus dem Jahr 2021 wirken Quite Home auf ihrer neuen Veröffentlichung selbstbewusster und entschlossener. Während das Debüt noch stärker von leisen und zurückhaltenden Momenten geprägt war, fühlt sich „Between Harm And Hope“ wie die logische Weiterentwicklung an. Die Erfurter haben ihre melancholische Grundstimmung nicht abgelegt, geben ihr inzwischen aber deutlich mehr Kraft und Dynamik. Dadurch verliert die Musik nichts von ihrer emotionalen Nähe, wirkt jedoch wesentlich größer und gefestigter.
Besonders gelungen ist die Atmosphäre der EP. Quite Home versuchen nicht, Hoffnung als einfache Lösung für schwierige Situationen zu verkaufen. Stattdessen bewegt sich die Platte bewusst zwischen Verletzlichkeit und Zuversicht. Genau dieses Dazwischen macht „Between Harm And Hope“ glaubwürdig. Die Produktion unterstützt diesen Ansatz, ohne die emotionalen Momente mit unnötigem Bombast zu überladen.
An manchen Stellen dürfte die Band künftig trotzdem noch etwas mutiger aus den vertrauten Strukturen ausbrechen. Gerade weil Quite Home inzwischen deutlich mehr Selbstbewusstsein zeigen, entsteht gelegentlich der Wunsch, dass sie diesen Weg noch konsequenter verfolgen und sich musikalisch stärker ins Unvorhersehbare wagen.
Unterm Strich ist „Between Harm And Hope“ jedoch eine überzeugende Weiterentwicklung. Wo „Heron“ noch den Eindruck einer Band vermittelte, die ihren eigenen Platz sucht, haben Quite Home inzwischen wesentlich klarer herausgearbeitet, wofür sie stehen möchten. Die EP ist emotional, nachdenklich und angenehm unaufdringlich – und vor allem ein deutliches Zeichen dafür, dass diese Band noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen ist.
Die EP findet ihr z.B. hier.
Fotocredit: Janis Hinz