Manchmal sind es nicht die lautesten Veröffentlichungen, die den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen. Mit „Every House We Built“ legen Exploring Birdsong ein Debütalbum vor, das sich Zeit nimmt, seine Wirkung zu entfalten – und genau dadurch überzeugt.
Die britische Formation bewegt sich seit Jahren gekonnt zwischen Alternative Rock, progressiven Elementen, modernem Metal und atmosphärischem Pop. Auf ihrem ersten Werk gelingt es der Band jedoch erstmals, all diese Facetten zu einem geschlossenen Gesamtwerk zusammenzuführen. Statt auf schnelle Effekte oder offensichtliche Hits zu setzen, entfaltet sich das Album Stück für Stück und offenbart dabei eine bemerkenswerte emotionale Tiefe.
Im Mittelpunkt steht dabei die außergewöhnliche Stimme von Lynsey Ward. Mal zerbrechlich und verletzlich, dann wieder kraftvoll und bestimmend, trägt sie die Songs mit einer Selbstverständlichkeit, die viele der aktuellen Veröffentlichungen im Alternative- und Progressive-Bereich alt aussehen lässt. Gleichzeitig verzichten Exploring Birdsong darauf, ihre musikalischen Fähigkeiten in den Vordergrund zu drängen. Technische Finesse ist vorhanden, dient jedoch stets dem Song und niemals dem Selbstzweck.
Besonders beeindruckend ist die Atmosphäre, die sich durch das gesamte Album zieht. Die Band erschafft einen Raum, der gleichermaßen intim und weitläufig wirkt. Zwischen nachdenklichen Momenten und überraschenden Ausbrüchen entsteht eine emotionale Reise, die sich weniger wie eine Sammlung einzelner Songs, sondern vielmehr wie ein zusammenhängendes Gesamtwerks anfühlt. Auch inhaltlich zeigt sich die Band sehr persönlich! Die Texte wirken authentisch und reflektiert.
Mit „Every House We Built“ beweisen Exploring Birdsong, dass sie weit mehr sind als ein Geheimtipp der britischen Alternative-Szene. Das Album verbindet Anspruch mit Zugänglichkeit, emotionale Verletzlichkeit mit musikalischer Größe und dürfte nicht nur Fans von Progressive Rock und Alternative Metal begeistern. Vielmehr präsentiert sich die Band hier als eine der spannendsten neuen Stimmen Großbritanniens – und liefert ein Debüt ab, das noch lange nachhallt.
Persönliches Highlight: „Footprints„
Fotocredit: Luke Tatlock