Die Tage sind gezählt und die Vorfreude wächst mit jedem Blick auf den Kalender ein kleines Stück mehr: Vom 11. bis 13. Juni verwandelt sich der Flugplatz in Interlaken wieder in einen der wohl schönsten – und gleichzeitig lautesten – Festivalgrounds Europas. Das Greenfield Festival steht in den Startlöchern und verspricht auch 2026 wieder drei Tage voller Eskalation, Emotionen und jeder Menge Gänsehautmomente vor der Kulisse der Berner Alpen.
Zwischen Eiger- und Jungfrau Stage wird auch dieses Jahr wieder alles geboten, was das alternative Herz begehrt – von Pop-Punk über Hardcore bis hin zu fettem Metal. Und während wir uns gedanklich schon mit einem Getränk in der Hand vor die Bühne stellen, gibt es natürlich einige Acts, die besonders herausstechen und die Vorfreude nochmal ordentlich anheizen.
Bei Zebrahead wird nicht nur vor der Bühne im Publikum ordentlich was los sein, sondern vermutlich auch auf der Bühne. Die Punkrocker haben oft ihre eigene Bar dabei, an der es den ein oder anderen Schnaps gibt. Circle Pits, Mitsingparts und Interaktionen mit dem Publikum machen die Band so unfassbar sympathisch und perfekt für einen Nachmittagsslot auf einem Festival.
Ein weiteres Highlight für alle Fans des modernen Pop-Punks und Metalcores: A Day To Remember! Die US-Amerikaner holen die harten Breakdowns raus und verbinden sie mit eingängigen Hooks. Die individuelle Stimme des Sängers Jeremy McKinnon macht die Sache rund. Ihr aktuelles Album Big Ole Album Vol. 1 erschien 2025. Hiervon werden wir auf dem Greenfield Festival sicher einiges zu hören bekommen. Wobei Klassiker wie The Downfall of Us All und All I Want sicher auch ihren Platz finden werden (hoffen wir zumindest).
Bilmuri bringt derzeit, obwohl es das Projekt schon seit 2016 gibt, frischen Wind in die Szene. Ein eigentlich schon alter Hase bringt mit seinem aktuellen Projekt Metalcore, Pop und absurden Humor zusammen. Johnny Franck steckt hinter Bilmuri und war früher Mitglied der Band Attack Attack!. Das neue Album Kinda Hard, welches im April 2026 erschien, bringt einige Banger mit sich. Unter anderem auch den Song Always Let You Down, ein Feature mit A Day To Remember-Frontmann Jeremy McKinnon. Immer wieder in Songs vertreten, aber live nochmal fetter, ist der Saxophon-Sound. Generell bringt ein Bilmuri-Set Überraschungen, Meme-taugliche Momente und extrem tighte Passagen mit – man sollte diese Band nicht auslassen auf der Liste!
Immer wieder ein persönliches Highlight auf dem Spielplan: Itchy aus Eislingen an der Fils. Punkrock vom Feinsten mit mittlerweile nicht nur englischen, sondern auch deutschen Texten. Die Band macht mit ihren Songs auf kritische Themen aufmerksam, hat eine klare politische Haltung und unterstützt viele NGOs, wie zum Beispiel Sea Shepherd. Ihre Konzerte sind laut, direkt und ehrlich. Gerade auf Festivals schafft es Itchy immer wieder, das Publikum schnell auf ihre Seite zu ziehen – auch wenn man vorher vielleicht noch nicht viel von ihnen gehört hat.
Wer auf eingängigen Pop-Punk mit ordentlich Nostalgiefaktor steht, sollte sich All Time Low dick im Timetable markieren. Die Band aus Baltimore liefert seit Jahren zuverlässig Hymnen, die irgendwo zwischen Herzschmerz, Sommerfeeling und Mitsing-Eskalation pendeln. Songs wie Dear Maria, Count Me In oder Weightless sind längst Klassiker und werden auch in Interlaken garantiert für geschlossene Augen, erhobene Arme und laute Chöre sorgen.
Etwas rauer, direkter und mit klarer Haltung geht es bei Adam Angst zur Sache. Deutscher Punk, der nicht nur laut ist, sondern auch etwas zu sagen hat. Zwischen persönlichen Themen und gesellschaftskritischen Statements trifft die Band immer wieder genau den Nerv der Zeit. Live bedeutet das: Energie, Emotion und Texte, die hängen bleiben. Einfach perfekt, um sich im Moshpit auch mal kurz Gedanken zu machen.
Wer es etwas größer, hymnischer und mit ordentlich Druck mag, wird bei Volbeat mehr als glücklich. Die Dänen stehen für ihren ganz eigenen Mix aus Rock’n’Roll, Metal und eingängigen Melodien. Songs wie Still Counting oder Lola Montez gehören längst zum Festival-Einmaleins und funktionieren einfach immer egal ob Sonnenuntergang oder komplette Dunkelheit, hier wird mitgesungen, mitgeklatscht, mitgemosht und mitgefeiert.
Und dann gibt es da noch die Momente, in denen es etwas intensiver, emotionaler und vielleicht auch ein kleines bisschen nachdenklicher wird: Touché Amoré bringen genau diese Mischung mit. Post-Hardcore, der unter die Haut geht, Texte, die treffen, und eine Live-Energie, die nicht laut schreien muss, um laut zu sein. Wer sich darauf einlässt, wird hier definitiv einen der eindringlichsten Momente des Wochenendes erleben.
Egal ob Abriss, Mitsingen oder Gänsehaut das Greenfield Festival 2026 hat jetzt schon alles, was ein perfektes Festivalwochenende braucht. Und während die Berge rund um Interlaken still und beeindruckend in den Himmel ragen, wird es davor alles andere als ruhig.
Die einzige Frage, die bleibt: Seid ihr bereit?
Hier findet ihr das offizielle Line Up vom Greenfield Festival 2026: https://greenfieldfestival.ch/
Fotocredit: Johanna Lippke