Mit „FOTZEN an die Macht“ liefern 6euroneunzig ihre bislang konsequenteste und zugleich radikalste Veröffentlichung ab. Während frühere Releases bereits provokant, direkt und laut waren, wirkt diese EP wie die logische Zuspitzung ihres bisherigen Schaffens: kompromisslos, wütend, hedonistisch – und dabei erstaunlich klar in ihrer Haltung. Die beiden Künstlerinnen bewegen sich endgültig weg von ironischer Party-Attitüde hin zu einem bewussten politischen Statement, das sich nicht entschuldigt und nicht erklärt, sondern einfach existiert und das ist sowas von berechtigt.
Im Vergleich zu „Slutalarm“ klingt „FOTZEN an die Macht“ deutlich geschlossener. „Slutalarm“ funktionierte als Ausrufezeichen – laut, catchy, aber manchmal auch fragmentarisch. Die neue EP hingegen wirkt wie ein durchdachtes Gesamtkonzept. Die Tracks folgen einer gemeinsamen Stimmung, die weniger auf schnellen Effekt, dafür stärker auf nachhaltige Wirkung setzt. Der Sound bleibt roh und tanzbar, bekommt aber mehr Gewicht, mehr Dreck, mehr Tiefe.
Textlich zeigen sich 6euroneunzig so explizit wie nie zuvor. Die Inhalte – konsequent gegendert gedacht – kreisen um Selbstermächtigung, Körperpolitik, Scham, Wut und das Recht auf Raum. Die EP fühlt sich weniger nach Spaßprojekt an, sondern nach bewusster Kampfansage an patriarchale Strukturen und gesellschaftliche Erwartungshaltungen.
„FOTZEN an die Macht“ setzt weniger auf Humor, sondern stärker auf Haltung. Das kann stellenweise anstrengend wirken, verleiht der EP aber genau jene Dringlichkeit, die ihr inhaltlich zusteht. 6euroneunzig wirken hier nicht mehr wie zwei Artists, die provozieren wollen, sondern wie zwei Stimmen, die etwas loswerden müssen.
Insgesamt ist „FOTZEN an die Macht“ die bisher stärkste Veröffentlichung von 6euroneunzig. Die EP ist unbequem, laut, stellenweise überfordernd – aber genau darin liegt ihre Qualität. Sie funktioniert nicht als Hintergrundmusik, sondern als Statement, als Ventil, als kollektiver Ausbruch für eine Generation, die zwischen Eskapismus und politischer Realität oszilliert. 6euroneunzig haben mit dieser EP endgültig ihren eigenen Raum geschaffen – und machen klar: Dieser Raum ist nicht verhandelbar.
6euroneunzig FOTZEN an die Macht Live:
08.03.2026 Hannover – Faust AUSVERKAUFT
09.03.2026 Freiburg – Jazzhaus
13.03.2026 Zürich – Exil
14.03.2026 Bern – Gaskessel
19.03.2026 Köln – Die Kantine (hochverlegt vom CBE)
20.03.2026 Hamburg – Uebel & Gefährlich AUSVERKAUFT
10.04.2026 München – Rote Sonne AUSVERKAUFT
11.04.2026 Wien – FLEX (hochverlegt vom Werk)
15.04.2026 Franfurt – Mousonturm
17.04.2026 Leipzig – Werk2 AUSVERKAUFT
18.04.2024 Erfurt – Kalif Storch
02.05.2026 Berlin – SO36 AUSVERKAUFT
03.05.2026 Berlin – SO36
Tickets hier.
Fotocredit: Barbara Binner