Was im Jahr 2020 als reines Studioprojekt während der Pandemie in Frankfurt am Main begann, hat sich zu einer der spannendsten Formationen der deutschen Musiklandschaft entwickelt. Markus Ziesch (Gesang & Gitarre), Stefan Suchoroschenko (Bass) und Ole Emser (Schlagzeug) haben seit ihrem fulminanten Gewinn des Warsteiner Bandcontests 2023 eine Bilderbuchkarriere hingelegt. Vom Proberaum ging es für Friends Don’t Lie direkt auf die Hauptbühnen von Rock am Ring und Rock im Park, gefolgt von gefeierten Auftritten auf dem Lollapalooza und dem Reload. Mit dem Wechsel von englischsprachigem Pop-Punk zu deutschen Texten hat das Trio seinen ganz eigenen Stil – „Finest Pop, Modern Punk“ – perfektioniert. Nach drei erfolgreichen EP-Releases in nur 18 Monaten steht nun am 29. Mai 2026 via Uncle M Music das lang ersehnte Debütalbum „Zenit der Dramaturgie“ an. Es ist ein Werk, das den aktuellen Zustand einer überforderten Welt seziert und gleichzeitig als musikalisches Tagebuch einer Band fungiert, die gekommen ist, um zu bleiben.
Zwischen Chaos, Kopfkino und kollektivem Ausbruch: Die Songs im Detail
Der Einstieg in das Album könnten Friends Don’t Lie kaum kraftvoller gestalten. Der Opener „Unsere Zeit“ katapultiert die Hörerschaft mit treibenden Drums und einer jugendlichen Festival-Atmosphäre direkt vor die ganz großen Bühnen. Der Track verbindet nostalgische Strophen mit einem hymnischen Refrain und verhandelt die Höhen und Tiefen von Freundschaften im Wandel der Zeit. Nahtlos daran knüpft „Angst“ an. Der Song startet atmosphärisch, nimmt dann jedoch schnell an Dynamik auf und umarmt das Publikum mit einer warmen Gesangsstimme sowie einer motivierenden Kernbotschaft: Dinge trotz aller Zweifel einfach anzupacken.
Dass Friends Don’t Lie auch die härtere Gangart beherrscht, beweist „Jahr für Jahr“. Unterstützt durch ein Feature von Zirkel, verschmelzen hier Emo-Punk und Post-Hardcore-Energie. Der aggressive Sprechgesang des Feature-Gastes setzt einen genialen Kontrast zu den melodischen Parts und fängt das Gefühl des Feststeckens zwischen Vergangenheit und Gegenwart perfekt ein. Noch düsterer und intensiver wird es mit der Vorab-Single „2 Uhr Nachts“. Der Song ist die ultimative Hymne für schlaflose Nächte und unaufhaltsames Overthinking. Mit druckvollen Gitarren und einem Sound, der an die Melancholie von Kraftklub oder Casper erinnert, wird hier das klassische Kopfkino im nächtlichen Gruppenchat seziert.
Ein absolutes Highlight der Platte folgt mit „Jede Zeile ein Schrei“. Gemeinsam mit den Crossover-Newcomern GRELL und den Post-Hardcore-Lieblingen VINTA entsteht ein wütender, roher Ausbruch gegen die Gleichgültigkeit der Welt. Die Dynamik zwischen melodischem Gesang und harten Shouts gipfelt in der kompromisslosen Zeile: „Jeder Tag ist ein Kampf, jede Zeile ein Schrei“.
Nach so viel Druck liefern Friends Don’t Lie mit dem Song „Dieses Lied“ eine ansteckende Hookline mit enormem Ohrwurm-Potenzial, die vor allem durch einen ruhigen, intimen Gesangspart kurz vor dem finalen Ausbruch besticht. Auch „Hoch hinaus“ glänzt mit einem energetischen Schlagzeugrhythmus und thematisiert auf tröstende Weise das Recht zu scheitern – schließlich leben wir alle zum ersten Mal.
Für den wohl emotionalsten Moment des Albums sorgt die wunderschöne Piano-Ballade „Tausend Türen“. Hier zeigt sich das gesamte stimmliche Talent der Band, bevor dichte Gitarrenwände dem Track eine orchestrale Dramatik verleihen. Langeweile kommt danach garantiert nicht auf, denn „Splitter“ bricht wie ein regelrechter Orkan über die Hörenden herein. Hektisch, roh und mit deutlichen Anleihen an Bands wie Turnstile brennt sich die Zeile „Niemand von uns ist hier um alleine zu sein“ wie ein Mantra ins Gedächtnis. Das furiose Finale markiert schließlich „Blackout“. Mit fast schon verletzlichem Sprechgesang in den Strophen, messerscharfen Riffs im Refrain und einem harten instrumentalen Spannungsaufbau entlässt der Track die Hörerschaft schließlich völlig atemlos in die Stille.
Fazit
Mit „Zenit der Dramaturgie“haben Friends Don’t Lie ein Debütalbum vorgelegt, das den hohen Erwartungen nicht nur gerecht wird, sondern sie mühelos übertrifft. Die Band schafft den Spagat zwischen Euphorie, politischer Haltung gegen Rassismus und Mobbing sowie tiefster persönlicher Verletzlichkeit. Musikalisch perfekt ausproduziert und dennoch angenehm kantig, beweist das Trio ein außergewöhnliches Gespür für Melodien und emotionale Tiefe. Dieses Album ist der endgültige Beweis dafür, dass aus dem einstigen Studioprojekt eine der authentischsten und wichtigsten Stimmen des modernen deutschen Punkrocks herangewachsen ist. Ein absolut grandioses Werk, das noch lange nachhallen wird.
Im Vorfeld ihrer Albumveröffentlichung im Mai 2026 setzen Friends Don’t Lie auf innovative Fan-Aktionen wie interaktive Workshops, Live-Podcasts und Akustik-Konzerte. Das Live-Programm für das restliche Jahr steht ebenfalls fest: Im Anschluss an die Festivalsaison folgt eine eigene Release-Tournee sowie eine umfangreiche Co-Headline-Tour durch den deutschsprachigen Raum und Tschechien, gemeinsam mit der Band Indecent Behaviour.
FRIENDS DON’T LIE LIVE 2026/2027:
09.05.2026 – München, Atelier Simon Marchner (Siebdruck-Workshop + Akustik-Konzert)
14.05.2026 – Wiesbaden, Schlachthof + Guerilla Konzert outdoor vor Sportfreunde Stiller
16.05.2026 – Kassel, Keine Panik Festival + Guerilla Zeltplatz-Konzert
16.05.2026 – Eschwege, Open Flair & Medienwerk Akustik-Konzert
21.05.2026 – Koblenz, PopRLP „Tapetenhaus-Talks“ Live-Podcast + Akustik-Konzert
28.05.2026 – Frankfurt, Ponyhof (Special Album Release Show)
29.05.2026 – Oberhausen, Druckluft (Special Album Release Show)
30.05.2026 – Neustadt, Fest der Demokratie
11.07.2026 – Neunkirchner Open Air
02.08.2026 – Leonberg, RockXplosion Festival
22.08.2026 – Eschborn, Le Murs Festival
05.09.2026 – Egelsbach, Raus ausm Keller Festival
02.10.2026 – Berlin, Kulturhaus Insel
03.10.2026 – Hamburg, Indra
10.10.2026 – Köln, Garagen
23.10.2026 – Frankfurt am Main, Das Bett
26.11.2026 – Karlsruhe, Stadtmitte (mit Indecent Behaviour)
09.12.2026 – Prag, Rock Cafe (mit Indecent Behaviour)
10.12.2026 – Leipzig, Neues Schauspiel (mit Indecent Behaviour)
11.12.2026 – Kassel, Goldgrube (mit Indecent Behaviour)
12.12.2026 – Münster, Sputnik Cafe (mit Indecent Behaviour)
17.12.2026 – Nürnberg, Z-Bau (mit Indecent Behaviour)
18.12.2026 – München, Backstage (mit Indecent Behaviour)
20.12.2026 – Saarbrücken, Garage (mit Indecent Behaviour)
25.02.2027 – Landshut, Rocket Club (mit Indecent Behaviour)
26.02.2027 – Augsburg, Soho Live Club (mit Indecent Behaviour)
27.02.2027 – Wien, Arena (mit Indecent Behaviour)
Fotocredit: Albumcover / Artwork