Vielleicht ist der Himmel gar kein weit entfernter, unerreichbarer Ort, sondern einfach nur ein anderer Blick auf das, was längst da ist: all die Menschen, die wir lieben, die unsere Wege kreuzen und manchmal wieder verschwinden; die Verluste, die Einsamkeit, die Hoffnung, der Traum und die Sehnsucht. Mit „If Heaven Exists, This Might Be It“ veröffentlichen Giant Rooks am 16. Oktober 2026 nach „ROOKERY“ und „How Have You Been?“ ihr drittes Studioalbum – und legen damit ihr bislang reifstes Werk vor.
Die zwölf Songs kreisen um die Suche nach echter Verbundenheit in einer teils manipulativen Welt, die vor Entfremdung und Zerrissenheit keucht. Zwischen Vergänglichkeit, Erinnerung und Verwirrung richtet die Band den Blick bewusst auf jene Oasen der Liebe und Freundschaft, die es wertzuschätzen gilt. Mit ihrem charakteristischen, längst international etablierten Indie-Pop-Sound bespielen und besingen Giant Rooks das Himmlische im Irdischen.
„Wir sind nun schon seit über zehn Jahren als Band zusammen. Die Arbeit an diesem Album war das Schwierigste, was wir je gemacht haben. Wir haben Anfang 2025 damit begonnen. Von vornherein haben wir versucht, uns von jeglichen Erwartungen von außen zu befreien und einfach die Musik zu machen, die sich für uns absolut authentisch anfühlt.“
— Giant Rooks
Nach intensiven Recording-Phasen in den Angelic Studios und den legendären Real World Studios im ländlichen England, wo bereits Größen wie Amy Winehouse, Beyoncé, Arctic Monkeys und Harry Styles arbeiteten, ist ein Album entstanden, das bewusst auf eine analoge, unmittelbare Ästhetik setzt. Fielen Giant Rooks auf dem Cover ihres Debüts „ROOKERY“ vor sechs Jahren noch aus den Wolken, schlagen sie nun einen fundamentalen Perspektivwechsel vor: Die sanfte Einladung zum Schweben im Hier und Jetzt.
Der Auftakt: Euphorie, Ohrwürmer und Tanzflächen-Energie
Mit der am 25. September erschienenen Single „The Better Life“ gelingt der Band ein perfekter Einstieg. Der Track verbindet Indie-Pop und Alternative-Rock und baut eine mitreißende Dynamik auf: Während die Eingängigkeit zu Beginn verlockt, bricht der Song gegen Ende aus und spiegelt inneren Druck sowie gesellschaftliche Erwartungen wider.
Direkt im Anschluss liefert „Blood On The Dashboard“ echte Live-Garantie. Getragen von einer atmosphärischen Piano-Melodie und treibenden Rhythmen wechselt der Gesang von Frontmann Fred Rabe mühelos zwischen rauen, druckvollen und schwebenden Nuancen. Der Song erzeugt Momente, in denen man sich bedingungslos fallen lassen kann.
Ähnlich mitreißend zeigt sich „Slow Dance (For A Minute)“ (Single vom 24. Juli 2026), das mit warmen Synthesizer-Flächen und hymnischem Refrain zwischen Leichtigkeit und Vergänglichkeitsmelancholie balanciert. Für pure Tanzlust sorgen Giant Rooks schließlich mit „Baby, Please“: Ein verspieltes, groovy Instrumental trifft auf eine federleichte Dynamik und einen absolut ansteckenden Refrain, der auf kommenden Konzerten für Ekstase sorgen dürfte.
Gefühlvolle Tiefe und akustische Oasen
Dass echte Intensität keiner lautstarken Übersteuerung bedarf, beweisen die ruhigeren Momente der Platte. „The Big Night Out“ (Single vom 4. September 2026) überzeugt als einer der intimsten Songs der Bandgeschichte durch reduzierte Akustikgitarren und vielschichtigen Gesang. Schwere Gefühle treffen hier auf eine fast schwebende Leichtigkeit.
Einen emotionalen Höhepunkt bildet die Ballade „Parachute“. Getragen von einer feinfühligen Akustikgitarre entfaltet sich der Gesang von Fred Rabe in all seiner stimmlichen Bandbreite. Ein gefühlvolles Stück mit absoluter Gänsehaut-Garantie, das live bereits für Begeisterung sorgt.
Auf „Want It Back“ (erschienen am 27. März 2026) besinnen sich Giant Rooks wiederum auf ihre Indie-Rock-Wurzeln. Mit treibenden Gitarren, pulsierenden Rhythmen und nostalgischer Sehnsucht leitet der Track als mitreißende Hymne ein neues Kapitel der Bandgeschichte ein. In die nachdenklichere Hälfte des Albums führt „The Future Is Cancelled“. Die erste Single der Platte (veröffentlicht am 31. Oktober 2025) entfaltet durch zarte Klavierklänge und die feinfühlige Produktion von Jonathan Gilmore (u. a. The 1975, Nothing But Thieves) eine stille, weitläufige Intensität. Mit dem knapp zweiminütigen Instrumental „If Heaven Exists (feat. Conic Rose)“ kreiert die Band ein mystisch-geheimnisvolles Zwischenspiel, das dezent die Melodie des darauffolgenden Stücks aufgreift und als atmosphärisches Intro dient.
Es folgt mit „The Waves (feat. Solann)“ ein echtes Highlight: Der englische Gesang von Giant Rooks verschmilzt mit den französischen Passagen der Sängerin Solann zu einem hypnotischen Dialog. Dieser Song wächst und vergeht wie Meereswellen – ein eleganter, kulturell und emotional tiefgründiger Track.
Das Finale: Pure Lebensfreude und ein denkwürdiger Abschied
Kurz vor Ende setzt „Everything We Need Is Right Here“ einen strahlenden Akzent. Als wahre Gute-Laune-Hymne mit treibendem Rhythmus und lebensbejahender Botschaft hinterlässt das Stück ein warmes Gefühl und zaubert sofort ein Lächeln ins Gesicht.
Den krönenden Abschluss bildet „Notes To A Younger Self“. Mit schwebenden Synthesizern, dezenten Autotune-Nuancen und enormer emotionaler Tiefe entlassen Giant Rooks die Zuhörerschaft aus einer fesselnden Reise. Der Song klingt verträumt und harmonisch aus – und hinterlässt ein Echo, das noch lange nachhallt.
Fazit
Giant Rooks haben mit „If Heaven Exists, This Might Be It“ ein Album geschaffen, das die beeindruckende Entwicklung der Band auf den Punkt bringt. Die Entscheidung für ein analoges, organisches Soundgewand zahlt sich auf ganzer Linie aus: Zwischen hymnischer Indie-Pop-Euphorie und zerbrechlicher Intimität gelingt der Spagat, das Himmlische im alltäglichen Miteinander greifbar zu machen. Ein mitreißendes, tiefgründiges und rundum gelungenes Werk, das Giant Rooks endgültig in der Oberliga des internationalen Indie-Pop verankert. Absolute Empfehlung!
Fotocredit: Albumcover / Artwork