Imminence haben sich längst von den stilistischen Grenzen des klassischen Metalcore emanzipiert. Mit ihrem neuen Werk „Axis Mundi“, das am 02.10.2026 via Sumerian Records erscheint, verfeinert die schwedische Formation rund um Frontmann Eddie Berg und Gitarrist Harald Barrett ihre charakteristische Fusion aus kompromissloser Härte, orchestraler Pracht und visueller Erzählkunst. Entstanden auf dem kreativen Höhepunkt des hochgelobten Vorgängers „The Black“ (2024), versteht sich die Platte als mythologische Reise durch eine Welt zwischen Leben und Tod. Veredelt durch die hochkarätige Produktion von Toningenieur Henrik Udd und Produzent Drew Fulk, erweist sich „Axis Mundi“ als eine tiefgründige Reflexion über Leid, Erlösung und das ewige Wechselspiel gegensätzlicher Kräfte.
Mitreißender Auftakt und brachiale Dynamik
Der Einstieg gelingt Imminence mit „Twisting In The Wind“ absolut fulminant: Der Track tastet sich zunächst mit ruhigen, warmen Gesangslinien und atmosphärischen Instrumenten heran, ehe er in einen gigantischen, arena-tauglichen Refrain explodiert. Auf eine zweite Strophe folgt ein zutiefst emotionaler Part, in dem das für die Band typische Violinen-Spiel gemeinsam mit gefühlvollem Gesang eine immense Tiefe erzeugt, bevor treibende Drums und messerscharfe Gitarrenriffs den Song dynamisch aufbrechen. „The Sword That Never Bends“ schlägt anschließend modernere Pfade ein und verbindet wuchtige Metalcore-Grooves, tief gestimmte Gitarren und kräftigen Bass mit markanten Industrial-Einflüssen und elektronischen Texturen. Eddie Berg wechselt hier geschickt zwischen eindringlichem Clean-Gesang und markanten Growls. Mit „Devil May Try“ folgt ein absoluter Härteausbruch: Nach einem schlagartigen Beginn baut sich der Song von klarem Gesang über wutgeladene Shouts in der zweiten Strophe auf und entlädt die angestauchte Spannung in einem chaotischen Metal-Part aus komplexen Riffs und hämmernden Drums.
Die Dualität von Licht und Schatten
Einen cineastischen Höhepunkt bildet die direkte Gegenüberstellung von „Crestfallen“ und „False Light“. Während „Crestfallen“ mit hypnotischen Texturen, schwebender Melancholie und einem filmreifen Violinenspiel eine verletzliche, intime Seite offenbart, präsentiert sich „False Light“ als unerbittliches Urgewalt-Epos. Hier prallen bedrohliche, apokalyptische Chugging-Riffs, vernichtende Growls und hämmernde Percussion auf zarte Violinenakzente und kurze, klare Gesangspassagen – ein meisterhafter Kontrast, der die Kernphilosophie des neuen Albums von Imminence perfekt widerspiegelt.
Experimentelle Soundlandschaften und emotionale Tiefe
Mit „If Not Now, When“ wagen Imminence einen organischen Ausflug in Richtung 90er-Grunge und Alternative Rock, was dem Soundbild durch das Zusammenspiel von rauen Gitarren, ruhigen Momenten und melancholischen Streichern eine ungewohnt erdige, schwebende Note verleiht. „Didn’t Think About You (Lately)“ bricht als experimentelles, melancholisches Ruhezentrum vollkommen aus dem Schema aus: Ein ansteckender Rhythmus bildet das Fundament für hoch emotionalen Gesang, während im Refrain dezent mit Stimmverzerrern gearbeitet wird, ehe der Track gegen Ende an Tempo gewinnt.
Der Weg zum fulminanten Finale
Gegen Ende ziehen Imminence die Daumenschrauben noch einmal an: „Leviathan“ begeistert als filmreifes Werk, das nach einer mystischen ersten Strophe einen weitläufigen Refrain entfaltet. Es folgt ein abrupter Wechsel zu harten Screams und ein intensiver Breakdown, in dem emotionale Geigenklänge und aggressive Shouts pure Gänsehaut erzeugen. „Shed Your Skin“ wählt den Weg der puren Emotion und liefert mit knackenden Geräuschen zum Beginn, einem sanften Instrumental, zweistimmigen Gesangspassagen und leichten Effekten einen wunderschönen Gänsehaut-Moment für die großen Live-Bühnen. Bevor die Platte ihren Ausklang findet, entlädt sich in „Power Divine“ noch einmal unerschütterliche Härte: Nach messerscharfen Shouts und einem einprägsamen Refrain gipfelt das Stück in einem besonders abrupt endenden Metal-Part voller tief gestimmter Riffs. Das finale „Exodus“ führt schließlich alle Fäden zusammen: Von sanften Geigenklängen über stetige Wechsel zwischen gefühlvollem Gesang und aggressiven Refrains leitet ein weitläufiger, atmosphärischer Instrumental-Part das epische Ende der Reise ein.
Fazit
Mit „Axis Mundi“ erschaffen Imminence ihr bislang reifstes und ambitioniertestes Gesamtkunstwerk. Die perfekte Balance aus brachialer Metalcore-Gewalt, cinematischen Streicher-Arrangements und mutigen stilistischen Ausflügen macht diese Veröffentlichung zu einem absoluten Highlight des Musikjahres. Ein mitreißendes Album, das die meisterhafte Dualität der Band eindrucksvoll unter Beweis stellt und noch lange nachklingt.
IMMINENCE HEADLINE EUROPEAN TOUR 2027
08.01.27 – Filmstudios, Gothenburg (SE)
09.01.27 – Sporthalle, Hamburg (DE)
12.01.27 – Academy, Manchester (UK)
13.01.27 – Brixton Academy, London (UK)
15.01.27 – Ancienne Belgique, Brussels (BE)
16.01.27 – Zenith Paris – La Villette, Paris (FR)
17.01.27 – Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf (DE)
19.01.27 – Stadthalle, Offenbach am Main (DE)
20.01.27 – MHPArena, Ludwigsburg (DE)
21.01.27 – Alcatraz, Milan (IT)
24.01.27 – Gasometer, Vienna (AT)
25.01.27 – Barba Negra Red Stage, Budapest (HU)
27.01.27 – Zenith, Munich (DE)
29.01.27 – Columbiahalle, Berlin (DE)
30.01.27 – Haus Auensee, Leipzig (DE)
31.01.27 – Progresja, Warsaw (PL)
02.02.27 – Kulttuuritalo, Helsinki (FI)
05.02.27 – Fållan, Stockholm (SE)
06.02.27 – Slagthuset, Malmö (SE)
Fotocredit: Albumcover / Artwork