Mit „Deathrace“ setzen Rising Insane ihre musikalische Entwicklung konsequent fort Während die Band in den vergangenen Jahren immer wieder zwischen melodischem Metalcore, Post-Hardcore und modernen Alternative-Metal-Einflüssen pendelte, liegt der Fokus diesmal deutlich stärker auf Härte, Dynamik und einem unmittelbaren Live-Gefühl.
Das Ergebnis ist ein Album, das weniger auf radiotaugliche Momente setzt(Welche Band aus diesem Genre ist überhaupt schon fürs klassische Radio tauglich?), sondern vielmehr seine Stärken in druckvollen Riffs, einer dichten Atmosphäre und einer durchgehend hohen Intensität findet.
Vergleicht man „Deathrace“ mit „Nation“, wird deutlich, wie stark sich Rising Insane in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Das Debüt lebte vor allem von jugendlicher Energie und großem Ehrgeiz, wirkte aber stellenweise noch etwas unausgereift und orientierte sich hörbar an den damaligen Genregrößen. Mit „Porcelain“ fand die Band schließlich ihren eigenen Stil und kombinierte Härte und Melodie deutlich souveräner. Für viele Fans gilt dieses Album bis heute als der Moment, in dem Rising Insane ihre unverwechselbare Identität entwickelten.
Nur „Afterglow“ konnte für mich nicht ganz an die Stärke der beiden Vorgängeralben anknüpfen. Nichtsdestotrotz war auch dieses Album ein wichtiger Entwicklungsschritt und eine weitere Erfahrung, die die Band musikalisch vorangebracht hat.Gleichzeitig verloren einige Stücke etwas von der rohen Aggressivität, die frühere Veröffentlichungen ausgezeichnet hatte. Umso erfreulicher ist es, dass „Deathrace“ erneut unter Beweis stellt, was Rising Insane zu bieten haben: ein Album, das kompromisslos nach vorne prescht und seinen Hörer*innen schonungslos den Spiegel vorhält.
Genau an diesem Punkt knüpft „Deathrace“ an. Die Band wirkt fokussierter denn je und verzichtet weitgehend auf unnötige Experimente. Stattdessen setzen Rising Insane auf kompromisslose Härte, prägnante Gitarrenarbeit und eine moderne Produktion, die den Songs enorme Durchschlagskraft verleiht. Gleichzeitig bleibt genügend Raum für Atmosphäre und emotionale Momente, sodass das Album trotz seiner Wucht nie eindimensional wirkt.
Musikalisch bewegt sich „Deathrace“ auf einem Niveau, das internationale Vergleiche keineswegs scheuen muss. Fans von Polaris, Currents oder Fit For A King werden sich in der Mischung aus druckvollen Breakdowns und melodischen Refrains schnell wiederfinden. Die Gitarrenarbeit erinnert stellenweise an While She Sleeps, während die kompromisslose Härte immer wieder Assoziationen zu The Ghost Inside oder Wage War weckt. Auch Fans der neueren Werke von Bleed From Within oder der härteren Veröffentlichungen von Architects dürften mit dem Sound von Rising Insane viel anfangen können. Trotz dieser offensichtlichen Einflüsse gelingt es der Band, keine bloße Kopie zu sein. Vielmehr entwickeln Rising Insane ihren eigenen Stil konsequent weiter und verbinden moderne Metalcore-Elemente mit einer klar erkennbaren Handschrift.
Produktionstechnisch gehört „Deathrace“ ohne Zweifel zu den stärksten Veröffentlichungen der Band. Der Sound ist druckvoll, transparent und ausgewogen. Gitarren, Bass und Schlagzeug greifen perfekt ineinander, während der Gesang sowohl in den melodischen als auch in den aggressiven Passagen genügend Raum erhält. Gerade diese Ausgewogenheit sorgt dafür, dass das Album auch nach mehreren Durchläufen nichts von seiner Intensität verliert.
„Deathrace“ fordert mehr Aufmerksamkeit als seine Vorgänger, belohnt diese aber mit einer beeindruckenden Geschlossenheit und einer klaren musikalischen Vision.
Mit „Deathrace“ liefern Rising Insane ihr bislang stärkstes Gesamtwerk ab. Das Album verbindet die Aggressivität ihrer frühen Jahre mit der Erfahrung und dem Songwriting späterer Veröffentlichungen und zeigt eine Band, die genau weiß, wohin sie musikalisch möchte. Wer modernen Metalcore zwischen Polaris, Currents, While She Sleeps, Fit For A King, The Ghost Inside, Architects und Bleed From Within schätzt, sollte „Deathrace“ unbedingt eine Chance geben.
Gleichzeitig beweisen Rising Insane, dass sie längst nicht mehr nur zur deutschen Spitze des Genres gehören, sondern sich auch im internationalen Vergleich keineswegs verstecken müssen.
Live 2026
22.08. DE, Oelde – Oelde Open Air
24.10. DE, Essen – Weststadthalle / Rocken Hilft
05.11. DE, München – Backstage Club
06.11. DE, Saarbrücken – Garage
07.11. DE, Köln – Garagen
08.11. DE, Frankfurt – Nachtleben
19.11. DE, Hannover – Bei Chéz HeinzLive
20.11. DE, Schweinfurt – Stattbahnhof
27.11. DE, Kassel – Goldgrube
28.11. DE, Leipzig – Naumanns
29.11. DE, Dresden – Blauer Salon
04.12. DE, Hamburg – Betty
05.12. DE, Bremen – Kulturzentrum Lagerhaus
Fotocredit: Albumcover / Artwork