Seit mittlerweile zehn Jahren stehen dArtagnan für mitreißenden Folkrock, große Melodien und das Motto „Einer für alle, alle für einen“. Was einst als musikalisches Abenteuer begann, hat sich längst zu einer festen Größe der deutschen Rock- und Folk-Szene entwickelt. Zum runden Jubiläum veröffentlicht die Band mit „Helden x Hymnen“ ein ganz besonderes Album, auf dem sie legendäre Songs in ihrem unverwechselbaren Stil neu interpretiert. Gleichzeitig feiern die Franken ihr Jubiläum mit einem eigenen Festival, einer Kinodokumentation und einer umfangreichen Tour. Wir vom Frontstage Magazine haben mit Ben Metzner dem Sänger der Band über die vergangenen zehn Jahre gesprochen. Im Interview verrät er, welcher Moment die Band nachhaltig geprägt hat, wie die Auswahl der Coversongs entstanden ist, warum Musik Menschen über alle Grenzen hinweg verbindet und welche Pläne dArtagnan für die kommenden zehn Jahre schmieden.
Frontstage Magazine: Zehn Jahre dArtagnan – wenn ihr auf eure bisherige Bandgeschichte zurückblickt: Welcher Moment war für euch der entscheidende Wendepunkt, an dem ihr gemerkt habt, dass aus dem Projekt etwas Dauerhaftes geworden ist?
Ben: Gute Frage – als wir mit dem ersten Album die Goldene Schallplatte in der Hand hielten, war das schon so ein Moment. Allerdings mit dem etwas seltsamen Beigeschmack, dass unsere ersten Tourneen damals desaströs schlecht liefen 😛 Ein Wendepunkt für mich war, als Gründungsmitglied Felix damals ausgestiegen ist. Es gab uns noch nicht sonderlich lange und wir hätten auch einfach das Handtuch werfen können – wollten wir aber nicht, weil es da innerlich diese Stimme gab die gesagt hat: „Hör bloß nicht auf!!“ Wir haben daraufhin Gustl kennengelernt und der Rest ist Geschichte.
Frontstage Magazine: Mit „Helden x Hymnen“ veröffentlicht ihr kein klassisches Studioalbum, sondern interpretiert große Songs aus unterschiedlichen Jahrzehnten in eurem eigenen Folkrock-Stil neu. Nach welchen Kriterien habt ihr entschieden, welche Stücke auf das Album gehören?
Ben: Manche Songs fliegen einem einfach zu – ich finde Avicii immer großartig. Die Melodien sind total Folk-taugliche Evergreens, die Lyrics sind pathetisch und voller Herz, das passt alles fantastisch zu uns. Das einzige, was im Original „stört“ ist eben die Pop-Produktion. Es gab auch andere Songs, bei denen es viel schwerer viel. Wir haben auch noch Demos in der Schublade, bei denen wir zuerst dachten „das wird der Hammer“ und hinterher war es eher so „naja“. Es gibt total viele Gründe, warum ein Cher spannend sein kann – oft ist die Stimmfarbe im Original so anders, dass es einfach spannend ist, den Song nachzusingen. Manchmal gibt es coole Motive, die einfach unerwartet interessant klingen wenn man sie auf das Folk-Instrumentarium übersetzt. Bei „Holding Out for a Hero“ kam dann noch der Text hinzu – das sind ja alles durchaus schlüpfrige Andeutungen einer Frau, die sich wirklich SEHR nach nächtlicher Gesellschaft sehnt. Das dann mit einer kräftigen Männerstimme zu singen gibt dem ganzen einen tollen Twist.
Frontstage Magazine: Viele der ausgewählten Songs sind echte Klassiker und eng mit ihren Originalinterpret*innen verbunden. Wie schafft man es, solchen Vorlagen gerecht zu werden und ihnen gleichzeitig so viel eigene Identität zu geben, dass sie eindeutig nach dArtagnanklingen?
Ben: Man muss die Songs wirklich in ihre Einzelteile auseinandernehmen und sich über jedes Element Gedanken machen. Beispielsweise „Crazy Train“: Das Gitarrensolo von Randy Rhoads ist unvergleichlich gut. Man hätte sich hier wunderbar selbst einbringen und ein neues Solo drüberspielen können. Wir haben uns gedacht: Was passiert wenn man das Original Ton für Ton auf der Geige nachspielt? Ich finde das mega spannend und bin richtig stolz auf das Ergebnis. Als ich unseren Geiger Gustl im Studio angerufen habe um ihm meine Pläne mitzuteilen, hat er mich zuerst für bescheuert erklärt…
Frontstage Magazine: Der Titelsong „Helden und Hymnen“ stellt die Frage, was Menschen in einer zunehmend geteilten Gesellschaft noch miteinander verbindet. Welche persönliche Antwort habt ihr während der Arbeit an dem Album darauf gefunden?
Ben: So pathetisch und stumpf das klingt: Musik!!! Du kannst um den Erdball fliegen und in einer anderen Kultur, anderer Religion, einer anderen Sprache, einer völlig anderen Welt landen – die Chancen stehen immernoch gut, dass die Person den Drumfill von „in The Air Tonight“ auf dem Tisch mittrommeln kann.
Frontstage Magazine: Nach zehn Jahren, sieben Alben und unzähligen Konzerten: Wie hat sich euer Verständnis von Folkrock, Gemeinschaft und dem Motto „Einer für alle, alle für einen“ seit den Anfangstagen verändert?
Ben: „Einer für alle“ klingt anfangs wie ein guter Wahlspruch – auf dem Weg stellt sich heraus dass viele Dinge im Leben einer Band nicht funktionieren ohne ein stabiles Teamwork. Letztendlich gilt das für jeden Auftritt: Wenn einer Murks spielt, klingen alle scheiße. Man muss sich also wirklich aufeinander verlassen können und seine Stärken und Schwächen kennen. Irgendwie schön dass es bei aller Perfektion, Künstlicher Intelligenz und Computer-Musik immernoch stabile Werte gibt, die sich einfach nicht ändern.
Frontstage Magazine: Mit Jubiläumsfestival, Kinodokumentation und großer Tour feiert ihr das Jahrzehnt sehr umfangreich. Worauf freut ihr euch bei diesem Jubiläum am meisten – und welche Ziele oder Träume habt ihr für die nächsten zehn Jahre dArtagnan?
Ben: Ich denke das größte Highlight ist unser eigenes Festival in Wuppertal – das wird unsere größte Headliner-Show bisher – wir haben sogar vor kurzem beschlossen dass wir das 2027 wiederholen wollen! Vorher geht es im Herbst noch auf Helden X Hymnen Tour – es gibt also immer was zu feiern!
DARTAGNAN – HELDEN x HYMNEN
10 Jahre DARTAGNAN – die Jubiläumstour
Mit dabei: Storm Seeker & Doppelbock
30.10.2026 Dresden – Alter Schlachthof
31.10.2026 Berlin – Huxleys Neue Welt
06.11.2026 Leipzig – Felsenkeller
07.11.2026 Hamburg – Große Freiheit 36
12.11.2026 München – Muffathalle
14.11.2026 Stuttgart – LKA-Longhorn
19.11.2026 Frankfurt – Batschkapp
20.11.2026 Hannover – Capitol
21.11.2026 Oberhausen – Turbinenhalle 2
27.11.2026 Köln – Carlswerk Victoria
28.11.2026 Nürnberg – Löwensaal
Tickets gibt es unter www.dartagnan-tickets.de und www.eventim.de
Fotocredit: Holger Fichtner