Mit „EVERGLOW“ veröffentlichen Lifespark. ihr Debütalbum und verbinden damit weit mehr als nur zehn neue Songs. Im Track-by-Track-Interview mit Frontstage Magazine erzählt die Band nun die Geschichten hinter den einzelnen Tracks, spricht über deren Entstehung und verrät, welche persönlichen Gedanken und besonderen Momente in das Album eingeflossen sind.
„EVERGLOW“ ist das erste Mal, dass wir das Gefühl haben, als erwachsene Menschen wirklich etwas dalassen zu können. Nicht nur ein Album rauszubringen, sondern etwas, das über uns hinausgeht. Wir sind selbst mit Bands wie WE CAME AS ROMANS aufgewachsen, mit Bands, die uns beigebracht haben, auf die Menschen um uns herum zu achten und auf uns selbst. Und genau dieses Gefühl möchten wir jetzt weitergeben – an die Generation, die gerade da ist, wo wir damals waren. Deswegen ist „EVERGLOW“ für uns mehr als unser Debütalbum: der Versuch, das zurückzugeben, was uns damals durch die dunkleren Zeiten getragen hat.“
1. Missing Piece
Dieser Song ist ganz zum Schluss entstanden. Wir kamen im Januar gerade aus Schweden zurück, wo wir mit Philip Strand das Video zu „Last Parade“ gedreht hatten, und hatten dann noch zwei Wochen, um „Missing Piece“ komplett fertigzustellen. Enger hätte es mit den Deadlines wirklich nicht sein dürfen. Inhaltlich geht es um Wertschätzung gegenüber unseren Hörer*innen und darum, wie wichtig sie für uns sind: „You are the reason for me taking on this life.“ Trotz des Wahnsinns drumherum ist er einer unserer Favoriten geworden und die letzte Single vor dem Albumdrop.
2. Last Parade
Einer der Flagship-Songs des Albums. Wir fanden die Hook so stark, dass wir den Song direkt an Philip Strand von NORMANDIE geschickt haben. Er war sofort dabei. Danach sind wir nach Schweden geflogen und haben im Paradox Museum das Musikvideo gedreht; es war die Single, mit der wir „EVERGLOW“ angekündigt haben. Kleine Studio-Anekdote: Als Überleitung in den letzten Breakdown liegt eine Raumaufnahme, in der David einfach „bau bau bau biui bau bau bau biuiu“ macht. Das war eigentlich nur ein Platzhalter, um die Rhythmik zu erklären, und ist am Ende genauso auf der finalen Aufnahme gelandet.
3. Carry the Weight
Den Song hätten wir fast auf der Festplatte vergessen. Er lief monatelang unter dem Arbeitstitel „krasse Hook“, weil wirklich NUR der Chorus stand: 20 Sekunden, sonst nichts, und uns fiel dazu einfach nichts ein. Erst ziemlich am Ende des Writing-Prozesses haben wir ihn nochmal aufgemacht und richtig ausgebaut. Er hat den heftigsten Breakdown direkt am Anfang des Songs, was wir vorher so noch nie gemacht haben, und ist einer der bouncigsten Tracks auf dem Album. Inhaltlich ist er die Fortsetzung von „Last Parade“: der Schwur, diesen abgeworfenen Ballast nie wieder aufzunehmen.
4. Awake
Mitte 2025 saßen wir bei unserem Co-Writer Steffen Walter, und er meinte irgendwann: „Hey, ich hab da was, das ich nicht mehr verwenden werde, hört mal.“ Wir waren sofort geflasht, das war ein Anime-Intro, wie es im Buche steht. Wir haben direkt zugegriffen und HIMITZU mit ins Boot geholt, um gemeinsam am Gesang zu arbeiten. Der Song ist ein klassisches Anime-Opening, und der Protagonist ist der klassische Shōnen-Held: einer, der immer wieder aufsteht, egal wie oft er zu Boden geht, und der an seinem Traum festhält, auch wenn alles dagegen spricht.
5. For When We Forget To Breathe
Unser instrumentales Interlude direkt vor dem Titelsong. Der Name war tatsächlich die zweite Wahl für den Albumtitel. Es war eine echte Diskussion, ob das Album so heißen soll. Am Ende hat „EVERGLOW“ gewonnen, aber wir wollten den Titel unbedingt behalten, und an dieser Stelle ergibt er am meisten Sinn: ein Atemzug, bevor das Herzstück des Albums kommt.
6. Everglow
Der Hauptsong des Albums. Mit Zeilen wie „Seconds ago I’ve seen you glow and you’re still breathing“ wollen wir unsere Hörer*innen daran erinnern, dass selbst in den dunkelsten Stunden immer Raum für Hoffnung ist. Uns ging es weniger darum, das zu behaupten, als diesen Moment tatsächlich zu bauen: einen Punkt im Album, an dem man es kurz selbst spürt. Deswegen trägt das ganze Album seinen Namen.
7. Repainting
Hier fängt die zweite Seite der Vinyl an. Die Ballade des Albums, inspiriert von dem Meisterwerk Clair Obscur: Expedition 33. Wir wollten unbedingt diese Thematik aufgreifen: sich eine Persona zu erschaffen, sich selbst neu zu malen, um einer Realität zu entkommen, die schmerzhaft ist, und dann in dieser Scheinwelt zu leben. Gleichzeitig ist der Song ein Aufruf, genau das nicht mehr zu tun und der Realität ins Gesicht zu sehen, egal wie düster sie ist. Auch sprachlich haben wir uns an der Welt des Spiels bedient.
8. Drowning
Der wohl düsterste Song des Albums. Es geht darum, mit Enttäuschungen umzugehen und hinter die Masken der Menschen zu blicken, die uns nicht guttun und uns auch nie guttun werden: „I’ll be there for you through all trying times, says the serpent with the ten thousand eyes.“ Der Track ist im Vergleich zum Rest des Albums bewusst schwer und tragend, als Kontrast. Im Studio haben wir uns ehrlich gefragt, ob wir sowas als Lifespark. überhaupt machen können. Im Rückblick sind wir sehr froh, dass wir ihn trotzdem durchgezogen haben.
9. Silhouette
„Silhouette“ ist der kleine Neffe, den man hat: irgendwie süß, aber braucht tierisch viel Aufmerksamkeit, auch dann, wenn absolut keine Kapazitäten mehr da sind und die Nerven blank liegen. Bei keinem anderen Song haben wir so darum gekämpft, die Hook catchy zu bekommen. Wir hatten am Ende sechs Versionen und hätten ihn um ein Haar gescrapt. Der Song handelt davon, dass alte Muster, die man eigentlich abgeworfen hat, einen trotzdem weiter verfolgen, egal wie weit man sich davon entfernt hat.
10. Chasing Lights
Das Finale. Das Album geht raus mit einem heftigen Post-Hardcore-Outro, in dem komplett reingeschrammelt und geschrien wird. Stilistisch ist der Song stark von coldrain inspiriert, die für uns absolute Vorbilder sind. Die ganze Message von „EVERGLOW“ wird hier nochmal zusammengezogen: „Petals flying along with the wind, like memories just softly pinned, and the seeds have been sown for a future unknown but with purpose to be grown.“ Wir wollen mit diesem Song etwas für die Nachwelt dalassen, etwas Beständiges, das Menschen dazu motiviert, sich und die anderen um sie herum auch in dunklen Zeiten nicht aufzugeben und füreinander da zu sein.
Unsere Review zum Album. findet ihr hier.
LIFESPARK. – Live 2026
14.10.2026 – Bristol, The Exchange (Support für Acres)
15.10.2026 – Leeds, The Key Club (Support für Acres)
16.10.2026 – Manchester, Rebellion (Support für Acres)
17.10.2026 – London, Downstairs At The Dome (Support für Acres)
18.10.2026 – Southampton, The Joiners (Support für Acres)
20.10.2026 – Antwerpen, Kavka (Support für Acres)
21.10.2026 – Utrecht, De Helling (Support für Acres)
22.10.2026 – Hamburg, Monkeys (Support für Acres)
23.10.2026 – Berlin, Cassiopeia (Support für Acres)
24.10.2026 – Leipzig, Naumanns (Support für Acres)
25.10.2026 – Poznan, Pod Minoga (Support für Acres)
27.10.2026 – Prag, Bike Jesus (Support für Acres)
28.10.2026 – Wien, Viper Room (Support für Acres)
29.10.2026 – München, Feierwerk (Support für Acres)
30.10.2026 – Aarau, KiFF (Support für Acres)
31.10.2026 – Köln, Helios 37 (Support für Acres)
01.11.2026 – Wiesbaden, Schlachthof (Support für Acres)
Fotocredit: Julian Suhr