Böse Fuchs, das Musikprojekt des berliner Päärchens Max und Valy, welches als Valerias solo projekt gestartet ist nimmt immer weiter Fahrt auf. Zwischen Tour chaos, stress und den vierten Energy drinks haben wir uns kurz zusammen gesetzt um etwas über die Bandgeschichte, neue Musik und insights über die Menschen hinter dem Projekt zu erfahren. Mit dabei war auch der Bassist Max.
Frontstage: Hallo Ihr drei. Danke, dass ihr euch heute die Zeit genommen habt um hier mit mir zu sitzen. Ich würde sagen wir verlieren gar nicht so viel Zeit und fangen direkt mit ein paar Fragen an. Euer Band Name „Bösefuchs“ ist relativ ungewöhnlich. Was steckt dahinter, bzw. was habt ihr euch dabei gedacht?
Valy: Liebling, sonst erzähle ich das immer, möchtest du es diesmal erklären?
Max: Nö. Also, bevor wir angefangen haben gemeinsam Musik zu machen war Valy als Youtuberin/Cover Musikerin unterwegs gewesen ist. Und sich da vor ca. 10 Jahren angefangen und im Laufe der Zeit ein ziemlich großes Publikum erspielt hat. Und als das Losging hat Valy im Musikerforum einen Nicknamen gehabt der hieß „Black Fox“ und da gab es einen Supporter aus der UK, der im Rollstuhl sitzt und eben deshalb nicht mehr auf Konzerte gehen kann, aber Valy trotzdem unbedingt unterstützen wollte. Und die haben sich viel unterhalten und gechattet und irgendwann meinte er dann, dass Valy ja eigentlich kein „Black Fox“ ist, sondern ein „Bösefuchs“, weil im englischen das „r“ ja nicht so rauskommt, und Valy hat sich dann entschieden den Namen zu ehren und für sich anzunehmen. Damals noch als Youtuberin. Und als wir uns zusammen getan haben um aus dem Solo Projekt ein Bandprojekt zu machen, haben wir lange überlegt und uns entschieden den Namen zu übernehmen. Der ist geläufig und sorgt immer wieder für eine hoch gezogene Augenbraue, weil Leute denken es geht er Richtung Dark Rock und man dann auf die Bühne kommt und Leute anschreit.
Frontstage: Wie würdet ihr euren Sound jemandem beschreiben, der eure Musik nicht kennt?
Valy: Ich glaub, das gebe ich auch direkt an dich weiter.
Max: Hmm… Ich meinte neulich mal wir leihen uns Elemente ausm Metalcore, Industrial und aus der neuen deutschen Härte. Das E haben wir aber rausgenommen-
Max (Bassist): Es ist die neue englische härte!
Valy: Nein, nicht noch ein neues Genre!
Max: Also es ist Metalcore mit clean Einflüssen, mit Rap, aber eben auch mit Industrial. Es stampft alles und uns wird oft nachgesagt, dass das recht deutsch klingt. Was auch immer das bedeuten mag. Das lassen wir glaub ich mal so stehen.
Frontstage: Ja das klingt doch nach einer guten Beschreibung. Welche Künstler oder Genres haben euch denn am meisten geprägt?
Max (Bassist): Wildecker Herzbuben!!
Max: Fuck yeah!
Valy: Genau. Ehm-
Alex (FOH): Der Sandman!!
Valy: Um zur Frage zurück zu kommen. Max hats ja schon erwähnt, ich komme eigentlich aus der neuen deutschen Härte, aber mittlerweile für die Mukke die wir machen habe ich ganz viele Vorbilder ausm Metalcore. Also so, das ist jetzt mittlerweile so mein Zuhause.
Max: Ich würde auch sagen Metalcore, wobei bei mir mittlerweile eher alter Metalcore, also alles was so um die 2009/2010 rum passiert ist. Sprich Parkway Drive, Killswitch Engage, Architecs. Das neue ist zwar auch ganz cool, aber die „Holy Hell“ Platte ist eine meines Lieblings platten. Ansonsten auch neue Deutsche Härte und ich bin Riesen großer Blue Grass fan.
Frontstage: Was ist bisher euer prägendstes Erlebnis als Band, entweder live oder im Studio?
Max: Ich bin mal gespannt, ob wir das gleiche sagen. Denn für mich hat es sich in letzter Zeit verändert.
Valy: Also zum einen jetzt Brand aktuell jeder einzelne Termin auf dieser Tour gerade. Einfach weil der Name so gut passt. Wir sind ja gerade auf Tour mit schatten Mann auf der „Endgegner Tour 2026“ und wie ein End Gegner hat es sich auch angefühlt. Wir haben ein paar Struggles gehabt am Anfang und jetzt auf den Bühnen der Republik stehen zu dürfen ist einfach geil. Vor allem weil wir uns alle so gut verstehen, ist es wie- wie hattest du es genannt? Eine kleine WG auf Rädern?
Max: Die schönste deutsche Teilzeit-WG auf Rädern.
Valy: Genau das ist es halt auch gerade. Und alles was Frank mit uns teilt, die ganzen anderen Schattis auch, das wird uns ganz lange in Erinnerung bleiben und all die Erfahrungen die wir mitnehmen können. Wir sind sehr dankbar dafür.
Frontstage: Und wie ist es bei dir Max?
Max: Ich würde da so mitgehen. Es gibt noch eine Sache die ist eher untypisch. Aber da komme ich gleich zu. Diese Tour ist in erster Linie, weil wir einfach so unglaublich viel mitnehmen können, sowohl von Schattenmann als auch von unserer Crew und co, mit allen Leuten mit denen wir zusammenfahren. Weil jeder die Freiheit bei uns haben soll bzw. hat uns auch zu sagen, wenn etwas nicht so cool ist und wir einfach auf Feedback achten und das auch gerne bekommen, damit alle Glücklich sind und wir haben alle gute Laune. Das ist mit abstand die schönste Tour die ich bis jetzt gefahren bin. Es ist einfach wie so eine große Familie gerade. Und das zweite, so richtig kitschig, war unsere Hochzeit tatsächlich. Für alle die es nicht wissen, Valy und Ich sind verheiratet. Deshalb nennen wir das ganze auch couple core. Nachdem wir geheiratet haben und uns das Ziel gesetzt haben Böse Fuchs jetzt als Ehepaar weiter zu machen, hat sich dieser Stil und die Art wie wir gemeinsam Musik machen erst richtig angefangen zu schärfen und zu definieren.
Frontstage: Das ist ja voll süß! Wenn ihr eure Zukunft in 3 Worten beschreiben müsstet, welche wären das?
Max: Hoffentlich weniger stressig!
Valy: Ja. Das hast du sehr gut getroffen.
Max: Wird bestimmt geil.
Frontstage: Auch gut. Ich drücke weiterhin die Daumen.
Valy: Auf der Bühne.
Frontstage: Da wollen wir uns alle sehen. Habt ihr denn schon neue Infos? Eine neue Platte, neue Singles die demnächst erscheinen sollen?
Max: Nö. Haha, Wir kochen.
Valy: Es wird mindestens eine doppel-EP sein, wenn’s nicht sogar ein Album wird. Wir schreiben parallel zur Tour gerade unglaublich viel, einfach weil wir so viele Einflüsse haben, so viel Input bekommen und das irgendwo hinmuss. Deshalb sitzen wir an den Off days zuhause, haben uns eingeschlossen und arbeiten viel. Dieses Jahr wird’s auf jeden Fall viel neue Mucke geben. Mal schauen, ob es wie geplant eben die Doppel-EP wird, oder ob wir sagen „komm scheiß drauf, wir packen da jetzt noch Zwei Songs drauf, dann ist es eben ein Album“.
Frontstage: Wie läuft denn ein typischer Songwriting Prozess bei euch ab? Ist das immer super spontan, setzt ihr euch hin mit dem Ziel so und so viele neue Songs/Demos zu schreiben? Du meintest gerade ihr schließt euch quasi ein, ist das dann eher so, wir machen das jetzt, weil wir müssen/wollen oder weil ihr gerade zu viele Ideen im Kopf habt?
Valy: Beides. Also, wir haben nen relativ vollen Zeitplan momentan und da ist mit spontan tatsächlich leider Gottes nicht so viel. Deswegen müssen wir gerade schon eher mehr planen und sagen Tag X nehmen wir uns den kompletten Tag frei, gehen ins Studio und arbeiten daran. Gott sei Dank haben wir selber ein eigenes Studio zuhause, was ein sehr, sehr großes Privileg ist, weil wir uns nirgends einmieten müssen. Es gibt aber auch Tage wo wir zum Beispiel mit unserer Hündin draußen waren und uns danach sagen „Ey komm, wollen wir nicht eben noch ins Studio gehen?“
Frontstage: Bei einem vollen Zeitplan ist ein eigenes Studio einfach so viel Wert, weil man sich nicht in irgendwelche Terminslots quetschen muss. Ich kann mir vorstellen, dass das aucch einfach eine Erleichterung ist. Habt ihr zum Beispiel schon einen Satz mit dem Ihr den neuen Release beschreiben könnt? In welche Richtung es geht.
Valy: Catchy.
Max: Ja, da habe ich nichts hinzuzufügen.
Frontstage: Ich bin gespannt was kommt. Ich hoffe es wird ein Album, ich bin ein große Album fan. Ich sammel die alle zuhause.
Max: Ich glaube insgeheim hoffen wir es mittlerweile auch. Material ist auf jeden Fall da… Na ja, vielleicht fehlen noch so 1 bis 2 Songs.
Frontstage: Meine Ohren sind gespitzt und ich bedanke mich für eure Zeit.
Fotocredit: Lara Kramer