Fabian Kuhn hat sich Zeit gelassen für sein Debüt, und man hört es. Nach der EP „Constellations“ (2024), der PopNRW-Nominierung und einem steilen Weg vom wildfire.-Frontmann zum Solokünstler erscheint am 21. August 2026 „All We’ve Ever Been“ – ein Album, das zwischen Melancholie und Aufbruch, zwischen Verlust und Selbstbehauptung navigiert, ohne je ins Pathos abzurutschen.
Der Opener „Home“ ist so etwas wie der perfekte Hybrid: akustikgetriebener Singer-Songwriter-Pop mit einer Pedal-Steel-Gitarre. Die Nummer funktioniert von WDR 4 bis zum Studentenradio, ohne Kompromisse. Und nach zweieinhalb Minuten kommt eine Bridge, vor der man niederknien will – eine dieser Stellen, an denen ein Song plötzlich mehr ist als nur ein Song.
Track zwei, „The Only Thing“, schiebt direkt Tempo nach. Kuhn balanciert hier zwischen Sam Fender und Zach Bryan, mit ordentlich „Ohohohs“, die auf Festivals funktionieren werden, ohne dass der Song zur Hymne aufgeblasen wird. Es geht um Wut, Frustration, Aggression – aber eben auch um den Drang, weiterzumachen, trotz allem.
„Fall Apart“ ist eine der mutigsten Nummern der Platte. Kuhn schreibt aus der Perspektive eines Menschen, der an Alzheimer erkrankt ist und merkt, wie ihm Dinge fremd werden. Ein Thema, das in unserer Gesellschaft noch immer viel zu wenig Raum bekommt, und das Kuhn mit einer Sensibilität behandelt, die Respekt einflößt.
Dazwischen finden sich die intimen Momente: „Everything“ als Danksagung an seine Partnerin, „Freight Train“ beschreibt die Zeit nach einer Trennung und mit „Twenty Six“ bekommen wir eine Keyboard-Ballade über Burnout, Insomnie, intrinsischen Druck und den Wunsch, voranzukommen und andere stolz zu machen, während man Gefahr läuft, sich selbst zu verlieren. „Better Man“ und „10.000 Miles“ runden das Bild ab: die Erkenntnis, dass keine Selbstfindungsreise ans Ende der Welt einen vor sich selbst retten wird. Man erkennt, dass man genau das, wonach man gesucht hat, bereits hatte. Nur hat man es nicht gesehen.
Produziert hat Kuhn das Album gemeinsam mit Jan Hubner, mit dem er bereits die EP eingespielt hatte. Das merkt man der Platte an: Sie klingt homogen und durchdacht. Thematisch behandelt „All We’ve Ever Been“ Dinge die wir oft übersehen: den Menschen und sein Verlangen nach Nähe, Emotion und dem Nicht-Funktionieren-Müssen.
Live wird das Album ab dem 22. Oktober 2026 auf „All We’ve Ever Been“-Tour präsentiert, mit Club-Konzerten in Hamburg, Köln, Frankfurt und Berlin. Wer seine Darbietungen kennt – ob beim ZDF Morgenmagazin oder als Support für Acts wie Sophie Auster, Amistat, The Rions oder Isaac Anderson & Millichamp – weiß: Kuhn ist aufrichtig, authentisch, fleißig und mitreißend.
Und wer weiß, vielleicht ist dies der Schritt in Richtung ganz große Bühne.
Tourtermine:
- 22.10.26 – Nochtwache – Hamburg
- 23.10.26 – Yard Club – Köln
- 24.10.26 – Ponyhof Club – Frankfurt am Main
- 26.10.26 – Badehaus – Berlin
Tickets gibt es hier: https://www.eventim.de/artist/fabian-kuhn/
Fotocredit: Nora Meyer-Volland