Julia Jacklin eröffnet ihr nächstes Kapitel mit einem vertrauten Dilemma: lieben wollen und frei sein wollen – und beides gleichzeitig kaum unter einen Hut bekommen. Genau diese Spannung bildet das Fundament ihres vierten Albums „The Gem“, das am 25. September bei 4AD erscheint und nach drei gefeierten Vorgängern wie eine bewusst gesetzte Rückkehr zu sich selbst wirkt. Geschrieben und aufgenommen in Melbourne, dort, wo eine kleine Kneipe namens The Gem einst ihr Ankommen in der Stadt markierte, ist die Platte auch eine Verbeugung vor dem Ort, an dem sie sich aus der eigenen Komfortzone geschoben hat.
Mit „Get Away From Me (I Think I’ll Love You Soon)“, der kürzlich erscheinenden ersten Single, gibt Jacklin einen ersten Blick in diese Welt: hell, groß, verspielt, mit deutlichen Jangle-Rock- und Melbourne-Indie-Schattierungen – und textlich genau in jener Grauzone zwischen Anziehung und Fluchtreflex, die sie so gut beschreiben kann. Hinter der Leichtigkeit steckt ein langer Prozess: Zum ersten Mal seit Beginn ihrer Karriere hatte Jacklin Zeit ohne Erwartungsdruck, stellte ein schon fertig gemastertes Album noch einmal komplett infrage und arbeitete mit Produzent Robert Muinos sowie ihrer Live-Band in den Rat Shack Studios über ihrer Lieblingskneipe, bis die Songs wirklich das sagten, was sie sagen sollten.
„The Gem“ erzählt von Neubeginn und Selbstbehauptung („Brand New“), von Glaubenskrisen („God Sometimes“, „If I Had the Hand of God“), von toxischen Beziehungen („Walk on Me“) und einem zärtlichen Blick zurück auf das eigene jüngere Ich („I Wish“). Dass Jacklin und ihre Band sich am Ende der Sessions kleine Opal-Tattoos stechen ließen, passt ins Bild: kleine, eingravierte Erinnerungssteine an ein Album, das sich wie eine Ausgrabung im eigenen Leben anfühlt. Live bringt Julia Jacklin „The Gem“ im Februar 2027 nach Deutschland – mit Terminen im Festsaal Kreuzberg in Berlin und im Kent Club in Hamburg.
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