Was lange wie ein kurioses Experiment klang, ist nun Realität: Mambo Kurt und Der Wolf haben ihr gemeinsames Album „Heimorgel-Hustle“ veröffentlicht. Mit ihrer ungewöhnlichen Mischung aus Deutschrap und Heimorgel-Sounds liefern die beiden Künstler eines der eigenwilligsten Releases des Jahres.
Bereits im Vorfeld sorgte die erste Single „Schüttel deinen Speck“ – eine augenzwinkernde Neuinterpretation des Originals von Seeed – für Aufmerksamkeit. Der Track setzte die Marschrichtung: irgendwo zwischen Karneval, Hip-Hop-Jam und Festival-Ekstase.
Auf „Heimorgel-Hustle“ widmen sich die beiden Musiker deutschen Rap- und Hip-Hop-Tracks aus verschiedenen Jahrzehnten und verpassen ihnen ein völlig neues Klangbild. Die charakteristische Heimorgel von Mambo Kurt trifft dabei auf den unverwechselbaren Rap-Background von Der Wolf – eine Kombination, die Nostalgie, Ironie und echte Szene-Liebe miteinander verbindet.
Das Ergebnis ist kein reines Spaßprojekt, sondern vielmehr eine Hommage an die Entwicklung des Deutschraps – wenn auch mit bewusstem Augenzwinkern.
Mit Der Wolf steht ein prägender Name des Deutschraps der 90er hinter dem Album. Songs wie „Gibt’s doch gar nicht“ und „Oh Shit, Frau Schmidt“ brachten ihm Chart-Erfolge sowie Auftritte bei Formaten wie The Dome und der Harald Schmidt Show. Auch international machte er durch ein Feature mit Big Daddy Kane auf sich aufmerksam.
Mambo Kurt wiederum hat sich mit seinen eigenwilligen Heimorgel-Interpretationen von Rock- und Popklassikern längst Kultstatus erspielt. Seine Karriere führte ihn über große Festivalbühnen wie das Wacken Open Air oder das Sziget Festival – und machte ihn auch im Kölner Karneval zu einer festen Größe.
Mit „Heimorgel-Hustle“ treffen zwei musikalische Welten aufeinander, die auf dem Papier kaum zusammenpassen – in der Praxis aber überraschend gut harmonieren. Das Album bewegt sich gekonnt zwischen Parodie und Hommage und dürfte sowohl langjährige Deutschrap-Fans als auch Festivalpublikum ansprechen.
Ob sich das Projekt langfristig als Kult etabliert, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch schon jetzt: Mambo Kurt und Der Wolf haben mit diesem Release eine der ungewöhnlichsten Kollaborationen der aktuellen deutschen Musiklandschaft abgeliefert.
Foto: Martin Steffen & Cora Stern