Mit seinem Debütalbum „ZWEITAUSENDFÜNF“, das am 24. April 2026 erscheint, legt JBS ein Werk vor, das persönlicher kaum sein könnte. Statt sich hinter Konzepten oder fiktiven Geschichten zu verstecken, entscheidet er sich bewusst für radikale Ehrlichkeit und verarbeitet auf dem Album die letzten Jahre seines Lebens – ungefiltert, direkt und greifbar. Dabei entsteht kein klassisches Debüt, sondern vielmehr ein musikalisches Tagebuch, das Orientierungslosigkeit, Druck und innere Konflikte ebenso thematisiert wie die Suche nach dem eigenen Platz in einer schnelllebigen Welt. „ZWEITAUSENDFÜNF“ wirkt wie ein Selbstporträt – und gleichzeitig wie ein Spiegel einer ganzen Generation. Im Interview spricht JBS darüber, warum dieses Album von Anfang an als zusammenhängendes Gesamtwerk geplant war, wie wichtig ihm emotionale Offenheit ist und weshalb er das Projekt nicht als Abschluss, sondern als Startpunkt für alles Kommende sieht.
Frontstage Magazine: Dein Debütalbum „ZWEITAUSENDFÜNF“ wirkt wie ein sehr persönliches Tagebuch der letzten Jahre. Wann hast du gemerkt, dass aus einzelnen Songs langsam ein zusammenhängendes Album über genau diese Lebensphase entsteht?
JBS: Tatsächlich ist das ganze vorsätzlich passiert. Über die letzten Jahre haben sich so viele Dinge angestaut die niemals in einen Song gepasst hätten. Deswegen habe ich mich dazu entschieden ein Album darüber zu schreiben und mich von Song zu Song durch alle Momente und Emotionen durchgearbeitet.
Frontstage Magazine: Viele Künstler*innen brauchen mehrere Releases, bis sie so persönlich werden. Bei „ZWEITAUSENDFÜNF“ gehst du direkt sehr offen mit Themen wie Orientierungslosigkeit, Druck und inneren Konflikten um. War das für dich ein bewusster Schritt – oder hat sich diese Ehrlichkeit beim Schreiben einfach automatisch ergeben?
JBS: Wie grad schon erwähnt war das eine Bewusste Entscheidung. In der Vergangenheit hab ich mich eher auf Fiktive Situationen und Dinge die Ich aus meinem Umfeld mitbekomme Fokussiert. Auf ZWEITAUSENDFÜNF wollte ich voll transparent und ehrlich sein. Und genau das ist es.
Frontstage Magazine: Das Album verbindet verschiedene Sounds – von Indie-Einflüssen über elektronische Elemente bis hin zu poppigen Momenten. Wie wichtig war es dir, musikalisch genauso vielseitig zu sein wie die Gefühle und Gedanken, die du auf dem Album verarbeitest?
JBS: Anders als bei den Texten, hat sich die Vielfalt der Genres eher zufällig ergeben. Das Album ist über einen langen Zeitraum hinweg entstanden und ich habe in dieser Zeit viele Eindrücke und Inspirationen gesammelt die mit in die Produktionen geflossen sind. Außerdem habe ich mit vielen unterschiedlichen Produzenten zusammengearbeitet die alle ihren eigenen Stil mit eingebracht haben.
Frontstage Magazine: Dein Albumtitel verweist direkt auf dein Geburtsjahr. Inwiefern fühlt sich „ZWEITAUSENDFÜNF“ für dich wie ein Selbstporträt deiner Generation an – also von Menschen, die zwischen Social Media, Erwartungsdruck und der Suche nach einem eigenen Platz im Leben stehen?
JBS: Mein Geburtsjahr als Titel steht natürlich für den Persönlichen Bezug zu mir, aber steht auch stellvertretend für eine Generation, die sich mit vielen der Themen die ich anspreche, identifiziern kann. Alle Songs sind so geschrieben, dass jeder seine eigene Geschichte darin wieder finden kann. Ich betrachte das Album gerne als Steckbrief, auf welchen jeder Seinen eigenen Namen schreiben kann.
Frontstage Magazine: In der deutschen Szene gibt es einige Künstler*innen, die sehr ehrlich über Emotionen und innere Kämpfe sprechen – etwa Sharaktah. Fühlst du dich Teil dieser neuen Generation von Artists, die versuchen, emotionale Themen offener und ungefilterter in der Popmusik zu zeigen?
JBS: Ja definitiv und ich freu mich sehr über diese Entwicklung. Ich mag es wenn Künstler nahbar auftreten und man erfährt, was hinter der Fassade abgeht.
Frontstage Magazine: Wenn du heute auf „ZWEITAUSENDFÜNF“ zurückblickst: Ist dieses Album für dich eher eine Momentaufnahme deiner letzten Jahre – oder fühlt es sich wie der Startpunkt für eine ganz neue künstlerische Phase an?
JBS: Ein Startpunkt. Ich habe vieles ausprobiert und mich von einer neuen Seite gezeigt. Und da will ich bei zukünftigen Projekten anknüpfen und mich immer wieder neu erfinden und weiterentwickeln.
Fotocredit: Jakob Baudrexl