Volles Haus in Kreuzberg, zwei starke Supportacts und ein Hauptact, der von der ersten Minute an zündete: Focus. feierten am Donnerstag, den 19. März 2026, im SO36 den Auftakt ihrer Sternhagelvoll-Tour und lieferten eine abwechslungsreiche Show, bei der man merkte: Das hier macht gerade allen richtig Spaß.
Schon vor dem Einlass zog sich eine lange Schlange vor dem SO36 entlang. Einige Fans waren sogar noch auf der Suche nach Tickets – offenbar war der Tourstart restlos ausverkauft. Nach dem Einlass ging es durch den langgezogenen Gang des SO36 in den Konzertsaal, der sich zunehmend füllte. Vorne die Bühne, hinten Bar und Merch – dazwischen ein Publikum, das von Anfang an in guter Stimmung war und sich quer durch alle Altersgruppen zog.
Den Abend eröffneten Müde, die mit ihrer aktuellen EP „Mitte West“ im Gepäck auf die Bühne kamen. Die Band schaffte es zu dieser frühen Stunde des Konzertabends Stimmung zu machen. Von Beginn an wurde mitgenickt, gegen Ende öffnete sich auch der erste Pit.
Danach übernahmen Damnage aus den USA mit ihrem Sound zwischen Rock und Alt-Punk. Vor der Bühne wurde es spürbar voller. Prägnante Gitarrenparts sorgten für Applaus, die Interaktion mit dem Publikum brauchte zunächst etwas, entwickelte sich aber zunehmend. Die Stimmung, die Müde aufgebaut hatten, wurde nicht sofort übernommen, steigerte sich jedoch nach und nach – bis schließlich auch hier gepogt wurde. Ein Kommentar aus dem Publikum brachte es später auf den Punkt: „Hervorragende Vorbands.“
Als Focus. schließlich auf die Bühne kamen, war der Raum komplett gefüllt. Unter lautem Applaus starteten sie direkt mit „Für immer 21“ – und das Publikum war sofort drin. Es wurde getanzt, gepogt und laut mitgesungen. Die kurze, inzwischen bekannte Triangel-Pause wirkte wie ein kurzer Reset, bevor die Stimmung direkt wieder explodierte.
Mit Songs wie „Eigentlich“ und „Lebenslang für immer“ ging es direkt weiter. Sänger Eric Zieger, nur in Strümpfen auf der Bühne, bewegte sich genauso ausgelassen wie das Publikum vor ihm. Erste Crowdsurfer ließen nicht lange auf sich warten. Bei „Kein Problem“ wurde das Tempo kurz rausgenommen, während im Publikum Fahnen geschwungen wurden, bevor es mit „Alkohol“ wieder deutlich schneller und druckvoller wurde.
Die Interaktion zwischen Band und Publikum funktionierte durchgehend – und wurde besonders greifbar, als Eric ins Publikum sprang und die neue Single „Gesichtstattoo“ teilweise crowdsurfend performte. Als bei „Meine Elbe“ kurzzeitig das Mikro ausfiel, wurde der Song einfach vom Publikum weitergesungen.
Die Setlist blieb abwechslungsreich: Auf energiegeladenere Songs wie „Keiner kriegt mich klein“ folgten ruhigere Passagen mit Songs wie „Immer wenn du high bist“ und „Picobello“. Ein besonderes Highlight war „Sternhagelvoll“, bei dem die Mitglieder von Müde zeitweise mit auf die Bühne kamen und den Song gemeinsam mit Focus. performten.
Gegen Ende wurde es nochmal ruhiger: Bei „AU“ stand Eric alleine am Klavier auf der Bühne und spielte den Song erst ruhig und reduziert an, bevor der Song in eine deutlich druckvollere Version überging, bei der Gitarrist Ludwig Brussig den Gesang übernahm. Mit „24/7“ und „Kein Limit“ steuerte das Set auf sein Finale zu. Der Abend endete mit lautem Applaus, Zugaberufen und „Oh wie ist das schön“-Gesängen aus dem Publikum.
Fazit: Die Vorbands Müde und Damnage wurden vom Publikum gut aufgenommen und haben den Abend sehr gut vorbereitet. Focus. haben das direkt aufgegriffen und mit einer abwechslungsreichen Setlist weitergetragen. Man hat gemerkt, dass sie richtig Bock auf die Bühne hatten – und genau das ist auch im Publikum angekommen. Ein Tourauftakt, der einfach Spaß gemacht hat.
Fotocredit: Focus.