Mit „Cartoon Darkness“ haben Amyl and The Sniffers ein Werk vorgelegt, das seine Zuhörerschaft ebenso überrascht wie beeindruckt. Das Album zeigt eine künstlerische Bandbreite, die von roh bis verspielt reicht, und knüpft damit an die rebellische Energie ihrer vorherigen Veröffentlichungen an.
Doch hier schimmert ein neuer Facettenreichtum durch – eine Weiterentwicklung, die sich im musikalischen Ausdruck und in der thematischen Tiefe niederschlägt. Die Band, angeführt von der charismatischen Amy Taylor, lässt ihre gewohnt rohe Punk-Attitüde bestehen, erweitert diese jedoch mit einem Hang zu düsteren, beinahe dystopischen Klangwelten, die das Album prägen.
Im Vergleich zum Vorgängeralbum wirkt „Cartoon Darkness“ ausgefeilter und experimentierfreudiger. Die Songs scheuen weder musikalische Ausbrüche noch sanftere, introspektive Momente, was dem Album eine abwechslungsreiche Dynamik verleiht. Besonders bemerkenswert ist der Einsatz von klanglichen Elementen, die an den Glam-Rock erinnern, ohne dabei an Intensität zu verlieren. Einmal mehr beweist die Band, dass sie nicht nur laut, sondern auch nuanciert kann. Hier wird die rohe Energie früherer Alben mit einem klareren Sinn für Struktur und Arrangement kombiniert. Die Band bewegt sich zwischen treibenden Punk-Hymnen und ruhigeren Balladen, was für eine spannende und unvorhersehbare Hörerfahrung sorgt.
Die Texte von „Cartoon Darkness“ sind direkter denn je, sie spiegeln die zynische Freude und die gleichzeitige Schwere wider, die Taylor und ihre Bandkollegen in einer oft chaotischen Welt empfinden. Immer wieder werden dunkle Themen in scharfzüngigen und teils humorvollen Zeilen verpackt, ohne dabei an Ehrlichkeit zu verlieren. Diese gelungene Mischung aus schroffen Riffs und lyrischer Direktheit schafft einen unverwechselbaren Sound, der die düstere Atmosphäre verstärkt, dabei aber stets zugänglich bleibt.
Das Album wird somit zu einem kraftvollen Statement einer Band, die sich von der brodelnden Punk-Szene Melbournes zu internationaler Bekanntheit aufgeschwungen hat und dabei nichts von ihrer authentischen Wildheit eingebüßt hat.
Mit dem Album legen Amyl and The Sniffers ein Album vor, das nicht nur Fans der Band begeistern wird, sondern auch die musikalische Entwicklung der Gruppe eindrucksvoll dokumentiert. Ein Album, das zwischen Biss und Humor balanciert und einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.
19.11. Köln – Carlswerk AUSVERKAUFT
22.11. Hamburg – Große Freiheit 36 AUSVERKAUFT
23.11. Berlin – Columbiahalle AUSVERKAUFT
25.11. München – Tonhalle AUSVERKAUFT
25.06.2025 Berlin – Zitadelle NEU
Fotocredit: John Angus Stewart