Erst im Februar dieses Jahres gegründet und schon steht das erste Album in den Startlöchern. She Has Gone Insane verlieren offensichtlich keine Zeit. Am 13. November erscheint mit „Authority Vendetta“ das Debütalbum der vierköpfigen Band aus São Paulo über Rookie Records. Ganz unerfahren sind die Beteiligten allerdings nicht. Vor allem Gitarrist Andre Alves dürfte Punkrock-Fans durch seine Arbeit mit Nitrominds und Statues on Fire ein Begriff sein. Gemeinsam mit Sängerin Nicole Modena, Schlagzeugerin Luisa Sauer und Bassist Juliano Demarchi hat er nun eine Band gegründet, die Punkrock, Metal, klassische Rockeinflüsse der Siebzigerjahre und eine ordentliche Portion Soul miteinander verbindet.
Mit „Alpha Girl“ präsentiert das Quartett jetzt die zweite Single aus dem kommenden Album. Und hinter dem zunächst etwas martialisch anmutenden Titel steckt eine ziemlich klare Botschaft. Der Song versteht sich als Aufruf an Frauen, ihren eigenen Instinkten zu vertrauen, gesellschaftliche Erwartungen hinter sich zu lassen und Stärke nicht ausschließlich über Dominanz zu definieren. Denn auch Fürsorge, Solidarität und gegenseitige Unterstützung können Ausdruck von Stärke sein. Gleichzeitig geht es darum, sich gegen frauenfeindliche Anfeindungen zur Wehr zu setzen. Eine Haltung, die sich auch innerhalb der Band widerspiegelt: Zwei Frauen, zwei Männer und vier gleichberechtigte Stimmen. Dass der Bandname bewusst mit dem gesellschaftlichen Stigma spielt, Frauen bei unangepasstem Verhalten schnell als verrückt abzustempeln, passt da nur zu gut ins Bild.
Musikalisch soll „Authority Vendetta“ vor allem eines liefern: ehrlichen, energiegeladenen Rock mit Punk-Attitüde, ordentlich Druck und einem Gespür für eingängige Melodien. Nach der bereits veröffentlichten Titelnummer gibt „Alpha Girl“ nun einen weiteren Vorgeschmack darauf, wohin die Reise gehen könnte. Dass She Has Gone Insane dabei nicht nur musikalisch etwas bewegen, sondern auch gesellschaftliche Rollenbilder hinterfragen wollen, macht das Projekt umso interessanter. Schließlich darf Punkrock auch 2026 gerne noch ein bisschen mehr sein als drei Akkorde und eine laute Gitarre.
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