Wer in den letzten Monaten die Augen und Ohren in der internationalen Rock- und Metal-Szene offen hielt, kam an einer Formation schlichtweg nicht vorbei: unpeople. Die im Sommer 2023 in London gegründete Band blickt bereits auf einen beispiellosen Aufstieg zurück. Ob als Support für Metallica in Wien, auf den Brettern der Smashing Pumpkins und Coheed & Cambria oder als Abrisskommando bei Festivals wie dem Download, Greenfield, Hurricane und Southside – das Quartett eilte von Highlight zu Highlight. Ursprünglich beschrieb der Begriff „Unpersonen“ diejenigen, die gesellschaftlich oder politisch als bedeutungslos abgelegt wurden. unpeople holen sich dieses Wort zurück, drehen den Spieß komplett um und verwandeln es in eine Feier der gemeinsamen Menschlichkeit, Individualität und Zugehörigkeit. Nun erscheint am 9. Oktober 2026 über SharpTone Records das langersehnte Debütalbum „we are unpeople“. Eine Scheibe, die den Anspruch erhebt, über sämtliche Genre-Grenzen hinweg Menschen zu vereinen – und diesen Anspruch mühelos einlöst.
Ein Schmelztiegel aus Megariffs, Pop-Hooks und Exzentrik
Musikalisch präsentieren sich unpeople auf ihrem Album extrem vielseitig, bunt und mitreißend, ohne dabei auch nur einen Funken ihrer aggressiven Grundattitüde einzubüßen. Wer nach Vergleichen sucht, findet diese irgendwo zwischen den gewaltigen 2000er-Megariffs von Reuben und der unberechenbaren, hochenergetischen Exzentrik von System Of A Down. Die Band wurde nicht ohne Grund treffend als die leichteste Band auf dem Bloodstock und gleichzeitig als die schwerste Band auf dem Kendal Calling bezeichnet – sie bewegen sich vollkommen angstfrei zwischen den Welten. Bepackt mit vierstimmigen Gesangsharmonien, brettstarken Riffs und einer lyrischen Bandbreite, die von gesellschaftlicher Entfremdung und Umweltproblemen bis hin zu mentaler Gesundheit reicht, versprüht jede Faser des Albums den puren Glauben an die verbindende Kraft der Musik.
Eine hochenergetische Reise von Track zu Track
Dass unpeople meisterhaft verstehen, wie man mitreißendes Songwriting mit rauer Energie verbindet, stellt der Zwölfteiler vom ersten bis zum letzten Ton unter Beweis. Gleich der Auftakt „clouds“ gibt mit druckvollen Riffs, treibendem Rhythmus und einer extrem eingängigen Hook die Marschrichtung vor, während die Gesangslinien gekonnt zwischen Zugänglichkeit und krawalliger Attitüde changieren. Mit „friends“ folgt eine kantige, spürbar aggressive Nummer über die Angst vor tiefen Gefühlen und Verletzlichkeit, in der rohes Geschrei auf wuchtige Gitarren trifft.
Einst als musikalischer Witz gestartet, hat sich „the garden“ zu einer echten Band-Hymne mit treibendem Groove, nervöser Grundstimmung und gigantischem Hitpotenzial entwickelt. Bei „swallow“ wird das Gaspedal schließlich komplett durchgedrückt: Zwischen Shouts, Sprechgesang und einem schier übermächtigen, arenatauglichen Refrain bündelt der Track alle Stärken von unpeople in absoluter Bestform. Daran schließt „bottle it“ an, das von tief gestimmten Riffs und einem hochgradig ansteckenden Schlagzeug-Rhythmus getragen wird, wobei der stetige Wechsel aus aggressiven Ausbrüchen und melodischem Gesang für eine dynamische Achterbahnfahrt sorgt.
Mit „blueprints“ folgt der atmosphärische Ruhepol des Albums, der mit schimmernden Gitarren, Britpop-Anleihen und weit ausladenden, vierstimmigen Gesangsharmonien ein herausragendes Gespür für Schwerelosigkeit beweist. „haunted“ schlägt daraufhin fast schon cineastische Töne mit hoher Melodiedichte an und baut eine mitreißende Spannung auf, die sich nach einem ruhigen Mittelteil in einem brachialen Finale entlädt. Der bereits bekannte Fan-Favorit „waste“ gießt Wut, Frustration und Resignation in einen extrem direkten Alternative-Rock-Guss, ehe „look up“ mit dichtem Instrumental, brachialen Riffs und messerscharfen Shouts aufwartet, bevor der Song nach einer rhythmischen Tempoverschärfung abrupt endet.
Im Anschluss erweist sich „kangareuben“ als rasant-hektisches Riff-Monster, bei dem der gemeinsame Gesang aller Bandmitglieder im Refrain einen gewaltigen Sound voller Urgewalt entfaltet. Auch die vorab veröffentlichte Single „smother“ fügt sich nahtlos ein, indem pompöses Drumming und emotionale Dringlichkeit einen spürbaren inneren Druck erzeugen, der im Refrain befreiend aufbricht. Das große Finale „as you were“ baut sich schließlich behutsam auf, bündelt ein letztes Mal sämtliche Facetten zwischen gefühlvollem Klargesang sowie heftigen Shouts und entlässt das Publikum nach einem grandiosen Refrain mit einem Lächeln zurück in die Realität.
Fazit
Mit „we are unpeople“gelingt der vierköpfigen Formation ein absolut beeindruckender Einstand auf Albenlänge. unpeople schaffen das Kunststück, trotz enormer Härte, komplexer Riffstrukturen und unberechenbarer Ausbrüche eine unheimliche Zugänglichkeit zu bewahren. Das dynamische Zusammenspiel aller vier Personen am Mikrofon verleiht dem Sound eine einzigartige Tiefe, die in der aktuellen Rocklandschaft ihresgleichen sucht. unpeople haben ein Manifest für alle Gescholtenen, Ausgegrenzten und Musikbegeisterten erschaffen – intensiv, ehrlich und mitreißend. Ein Erstlingswerk, das mühelos auf den ganz großen Festivalbühnen besteht und diese Ausnahmeband endgültig an die Spitze der modernen Alternative-Musik katapultiert.
unpeople – we are unpeople Tour 2027:
Alle Termine in Deutschland
03.02.2027 – Köln – Helios37
05.02.2027 – Hamburg – Molotow
06.02.2027 – Berlin – Urban Spree
09.02.2027 – München – Strom
Fotocredit: Albumcover / Artwork