Wer lange genug über sich selbst nachdenkt, findet vermutlich irgendwann mehr Fragen als Antworten. Die dänische Sängerin und Songwriterin Siri Neel macht daraus lieber einen Popsong. Mit „West Street“ ist am 2. Oktober die zweite Single ihrer kommenden EP „I Think I Said Something“ erschienen. Statt nach der einen endgültigen Version der eigenen Persönlichkeit zu suchen, plädiert der Song dafür, neugierig zu bleiben – schließlich darf man im Laufe eines Lebens durchaus mehr als nur einmal die Richtung wechseln.
Musikalisch verbindet Siri Neel skandinavischen Alt-Pop mit einer deutlich britischen Note. Produziert wurde „West Street“ von Mark Flannery, der in der Vergangenheit unter anderem mit Depeche Mode und Def Leppard gearbeitet hat. Neels markante Stimme wurde derweil bereits mit Kate Bush und Lana Del Rey verglichen – zwei Referenzen, die zumindest ziemlich zuverlässig klarmachen, dass hier nicht der nächste vollkommen glattgebügelte Popsong wartet.
Dass Themen wie Neuanfang und Selbstbehauptung bei Siri Neel nicht ausschließlich hübsche Begriffe für den Pressetext sind, zeigt ihre eigene Geschichte. Die zweifache Mutter startete als Quereinsteigerin in die Musik und verlor aufgrund von Nervenschäden für sechs Jahre ihre Stimme, bevor sie sich zurückkämpfte. Auf der kommenden EP beschäftigt sie sich nun mit Identität, Verletzlichkeit und der Freiheit, Erwartungen auch einmal Erwartungen sein zu lassen. „West Street“ liefert dafür schon einmal den passenden Soundtrack – Overthinking inklusive.
Fotocredit: Ulrik Jantzen