IUMA gehört zu diesen Künstlerinnen, die sich nur schwer in eine der üblichen Deutschpop-Schubladen stecken lassen. Die Berliner Musikerin verbindet Pop mit elektronischen Elementen, Indie und einer Singer-Songwriter-Direktheit, bei der die Texte selten nur hübsches Beiwerk sind. Dabei kann IUMA ziemlich direkt und kantig sein – oder eben erstaunlich leise.
Und an dieser Stelle muss ich kurz die journalistische Distanz verlassen: Ich halte IUMA schon seit einigen Jahren für ganz hervorragend. Als ich noch für einen anderen Musikblog geschrieben und dort regelmäßig einen Podcast moderiert habe, war sie eine meiner Gästinnen. Am Ende stand eines der schönsten Interviews, die ich in meinem bisherigen Hobby-Musikjournalisten-Dasein führen durfte. Entsprechend groß ist bis heute die Freude, wenn neue Musik von ihr im Postfach landet. Doch darauf musste man zuletzt eine ganze Weile warten. Mit „Mamas Pillen“ meldet sich IUMA nun endlich zurück.
Die neue Single ist eine reduzierte, vom Klavier getragene Ballade über Schlaflosigkeit, Panik und diesen ziemlich absurden gesellschaftlichen Anspruch, auch dann noch irgendwie zu funktionieren, wenn innerlich längst sämtliche Warnleuchten blinken. Ausgangspunkt war tatsächlich ein gut gemeinter Rat von IUMAs Mutter, in einer schwierigen Phase beruhigende Lavendelpräparate auszuprobieren.
Der Song ist der erste Vorbote einer neuen Veröffentlichung. Noch 2026 soll die „3 Balladen EP“ erscheinen, auf der sich IUMA mit unterschiedlichen Facetten modernen Frau-Seins beschäftigt: gesellschaftlichen Erwartungen, Überforderung, Wut und der Frage, wie viel vom eigenen Ich eigentlich übrig bleibt, wenn man permanent versucht, Erwartungen zu erfüllen.
Live gibt es ebenfalls ein Wiedersehen. Nach ihrer Gartentour im Sommer begleitet IUMA im November Mine auf deren Tour durch Deutschland und Österreich.
IUMA LIVE (Support für Mine)
- 04.11. Mannheim, Alte Feuerwache
- 05.11. Wiesbaden, Schlachthof
- 06.11. Erlangen, E-Werk
- 07.11. Osnabrück, Botschaft
- 09.11. Wien, Ottakringer Brauerei
- 10.11. München, Muffathalle
Fotocredit: Jan Niklas Behlen