Gregor McEwan ist einer dieser Musiker, bei denen man sich manchmal fragt, warum der Name eigentlich nicht viel häufiger fällt. Seit Jahren bewegt sich der Singer-Songwriter irgendwo zwischen Indie, Folk, Pop und Postrock, veröffentlicht zuverlässig schöne Platten und besitzt zudem einen Humor, der glücklicherweise auch vor der eigenen Künstlerbiografie nicht Halt macht.
Vor rund zweieinhalb Jahren hat McEwan Berlin verlassen. Oder, wie er es selbst wesentlich treffender beschreibt: Er ist von Mordor ins Auenland gezogen. Das Auenland liegt in seinem Fall in Ostfriesland und scheint musikalisch einiges ausgelöst zu haben. Mit „World No. 2“ erscheint nun die erste neue Musik seit längerer Zeit – und gleichzeitig der Auftakt zu einer Reihe von Songs, die sich mehr oder weniger direkt mit diesem Neuanfang beschäftigen sollen.
„World No. 2“ klingt dabei zunächst erstaunlich unbeschwert. Luftiger Indie-Pop, warme Synth-Flächen und McEwans angenehm nahe Stimme. Erstmals hat er dabei alles komplett selbst produziert und ist dabei erfreulicherweise nicht in die berüchtigte DIY-Falle getappt. Denn die Produktion hat ordentlich Fleisch auf den Rippen. Der Song klingt warm, luftig und angenehm detailverliebt. Man darf also äußerst gespannt sein, wie es hier musikalisch weitergeht. Aber fürs erste erfreuen wir uns an „World No. 2“.
Fotocredit: Kati von Schwerin