Mia Morgan begeht den Beginn der dunkleren Jahreszeit mit neuer Musik und blutrotem Märchen-Video: „Biss für Biss“ klingt düster, berückend und härter denn je.
„Weißt du, was Liebe ist?“, fragt Mia Morgan, sogleich gefolgt von Allegorien, die für all jene, die Morgans Begeisterung für Gothic Romance teilen, ebenso wie das Versprechen, Maden und Getier könnten im toten Körper ihres Geliebten noch immer nur sie schmecken, sicherlich als so romantisch befunden werden wie von weniger Vampir-Vernarrten als verstörend.
So oder so – „Biss für Biss“ geht unter die Haut, erzählt von unersättlichem Hunger, tödlicher Liebe und dem Verlangen, im Schönsten das Schlechteste zum Vorschein zu bringen. Das Entblößen der Zähne wird zum Sinnbild der Selbstoffenbarung, Vampirismus zum Gleichnis gegenseitiger Abhängigkeit.
Gewohnt kompromisslos nimmt sich Mia Morgan, in Zusammenarbeit mit Produzent und Bandmitglied Lukas Korn, der bereits „silber“ produzierte, nun gänzlich der Binnenwelt zwischen Metal und Pop an. Das klingt brachialer als alles, was die Kasseler Künstlerin bislang veröffentlichte, und gibt die Richtung ihres weiteren Weges an. „Biss für Biss“ ist eine moderne Interpretation deutschen Industrial-Metals – und für Mia Morgan der maßgeblichste Release seit „Wiedergänger“. Die Geschichte hat sich hier wiederholt: Ähnlich wie damals hat „Biss für Biss“, der erstmalig im Frühling 2026 Live-Premiere feierte, bereits vor Ankündigung der Veröffentlichung unter Morgans Fans Kultstatus erlangt.
Umso mehr Kultstatus aber haben die Filme, die Mia Morgan im Video zu „Biss für Biss“ (gedreht von Robin Hückstädt) referiert: „Twilight“ und „Red Riding Hood“ von Catherine Hardwicke, „The VVitch“ von Robert Eggers, Ari Asters „Midsommar“ und „The Village“ von M. Night Shyamalan waren unverkennbar auf dem Moodboard, auf dessen Grundlage Morgan ein Märchen vom Bösen erzählt: Eine kleine Gruppe Frauen lebt abgeschieden auf einem Bauernhof. Nebst Ziegen und Pferden halten sie sich einen Mann im Stall. Erst als dieser entkommt, wird klar, dass er dort nicht aus Niederträchtigkeit, sondern zum Wohl der Allgemeinheit verwahrt wurde. Er ist ein Vampir. Kurzerhand macht Morgan mit dem Gewehr querfeldein und bis in den Wald hinein Jagd auf ihn und entlockt ihm schließlich eine Ergebung – und das Zugeständnis, dass er Gefallen an seiner Misere gefunden hat.
Das ist Dark Romance mit Augenzwinkern und eine neue Erzählung eines uralten Märchens: In allem Schrecklichen gibt’s auch was Schönes – und andersherum auch.
Die single findet ihr z.B. hier.
Ab dem 06.10. ist Mia Morgan auf „Ein bisschen schlimmer“-Tour:
06.10. Frankfurt am Main – Das Bett
07.10. Köln – Yard Club
08.10. Hannover – Lux
09.10. Hamburg – Molotow
10.10. Berlin – Modus
Fotocredit: Laura Keimel