Die Antilopen Gang spielte am 16.07.2026 Ihr erstes von zwei Warm-Up Konzerten vor dem großen „Goldenen Antilopen Air“ Konzert
Eigentlich war der Abend „nur“ als kursfristiges Warm-up für das Goldene Antilopen Air im kommenden Monat in Berlin angekündigt. Doch schon nach wenigen Minuten wurde klar: Das Konzert der Antilopen Gang im ausverkauften zakk in Düsseldorf war deutlich mehr als eine Generalprobe.
Es war ein Abend voller Erinnerungen, Emotionen und Vorfreude – mit dem Wissen, dass Berlin vor der unbestimmten Bandpause die vorerst letzte Gelegenheit sein wird, Panik Panzer, Danger Dan und Koljah gemeinsam live zu erleben. Zusätzlich waren die letzten Touren meistens in größeren Hallen und das zakk bietet einfach immer einen persönlicheren Rahmen für Konzerte.
Als die Band das Publikum fragte, wer beim großen Abschluss in Berlin ebenfalls dabei sein wird, schossen im zakk zahlreiche Hände in die Höhe. Die Vorfreude auf das finale Open Air ist riesig – auch wenn es danach natürlich erstmal keine weiteren Shows der Jungs gibt.
Erst am Nachmittag hatte die Band bekannt gegeben, dass sie ohne Support auftreten und stattdessen ein besonders langes Set spielen würde. Ein Versprechen, das sie mehr als einlöste. Pünktlich um 20:15 Uhr standen die drei gemeinsam mit ihrer kompletten Liveband auf der Bühne. Zeit zum Ankommen gab es nicht: Mit „Die neue Antilopen Gang“ und „Patientenkollektiv“ ging es ohne Umwege direkt nach vorne.
Schon früh im Konzert wurde deutlich, welche Bedeutung Düsseldorf und insbesondere das zakk für die Band haben. Panik Panzer, Danger Dan und Koljah erzählten von unzähligen eigenen Konzerten, aber auch von den vielen Abenden, die sie hier selbst als Besucher erlebt haben. Die enge Verbindung zum Club machte den Auftritt zu einer ganz besonderen Show.
Für viele im Publikum dürfte es ebenfalls nicht das erste Antilopen Gang Konzert gewesen sein. Umso emotionaler wirkte der Gedanke, die Band in dieser Besetzung vermutlich für längere Zeit zum letzten Mal an genau diesem Ort zu erleben.
Für einige besonders deutliche Ansagen wurde an diesem Abend vorsorglich etwas leiser gesprochen oder diese wurden mit Augenzwinkern umformuliert. Der Grund: Koljahs Tochter war im Publikum und hatte sich im Vorfeld Ihren Lieblingssong „Pizza“ gewünscht. Als der Song gespielt wurde, ließ der erste größere Moshpit des Abends nicht lange auf sich warten. Gleichzeitig sorgte der Titel für den Beginn des ersten punkigeren Teils der Show.
Neben den bekannten Klassikern fanden sich auch einige Songs auf der Setlist, die die Band seit vielen Jahren nicht mehr live gespielt hatte. Das Warm-up bot natürlich die perfekte Gelegenheit, Material für das große Finale in Berlin noch einmal auszuprobieren.
Natürlich lief bei einer Probe nicht alles perfekt – und genau das machte den Abend stellenweise noch sympathischer. Kleine Hänger und Patzer wurden mit viel Humor überspielt und zeigten, wie eingespielt die Band auch abseits des eigentlichen Programms ist. Als eine Situation spontan überbrückt werden musste, nutzte Danger Dan die Gelegenheit und präsentierte kurzerhand einen bislang unveröffentlichten Song seines neuen Soloalbums, das im Oktober erscheinen wird.
Besonders positiv fiel außerdem die ausführliche Vorstellung der gesamten Liveband auf. Während bei vielen Konzerten meist nur die Jungs und Mädels vorne auf der Bühne im Mittelpunkt stehen, nahm sich die Antilopen Gang extrem viel Zeit, jede einzelne Musikerin und jeden einzelnen Musiker angemessen zu würdigen. Ein schöner und respektvoller Moment, in dem auch die ein oder andere lustige Anmerkung über die einzelnen Personen versteckt waren!
Bei der Verabschiedung gab es noch einen nicht ganz erst gemeinten Hinweis, dass Änderungswünsche zur Setlist für Berlin gerne per Brief eingereicht werden dürfen – selbstverständlich würden diese berücksichtigt.
Wirklich notwendig erscheint das allerdings nicht. Die Mischung aus alten und neueren Songs – ruhigen Passagen und energiegeladenen Punkmomenten wirkte bereits erstaunlich stimmig.
Wenn dieser Abend tatsächlich nur die Generalprobe für das Goldene Antilopen Air gewesen sein soll, dann dürfen sich alle, die für Berlin noch ein Ticket besitzen, auf einen ganz besonderen Abschluss freuen. Das Warm-up im zakk hat jedenfalls eindrucksvoll gezeigt, warum die Antilopen Gang über all die Jahre zu einer extrem starken Liveband gewachsen ist.
Fotocredit: Fabian Hafels @ Open Flair 2025