Wie ein Zweiländerdreieck auszusehen hat, wissen wir jetzt. Die »Dichtis« in neuen Gewässern.
„Dutti & Urkwell“ sind so unberechenbar wie Oktopus-Arme auf Tilidin. Ihr neuer Song „Mischimi“ hat Evergreen-Potential und liefert eine Sozialsatire ohne Schenkelklopfer, ganz im Gegenteil. Ihre Alltagsbeobachtungen sind derart messerscharf, dass man sich seine Schenkel aus Versehen amputiert.
Es tut weh und man lacht, dann fragt man sich: Darf ich hier überhaupt lachen?
Und man scheißt drauf, natürlich lacht man. Nicht nur weil man weiß, dass die „Dichtis“ dünnes Eis meistern wie konstante Minus 1 Grad, sondern auch weil man sich viel zu selten gönnt, sein Herz für die absurden Dinge des Lebens zu öffnen.
„De Katz von meiner Schwester hams gestan dafoon
Sie is in Kenia beim boon eiso hobes eigroom
Oan Dog drauf liegt in iam Keabal wieder unser Ramona
und a fremde Katz neba da Oma“
Diese Songzeilen machen es sich in einem Reggae-Vibe gemütlich, der so rund erscheint, dass er fast schon wieder eckig ist. Was Pressetext, checkt die Lyrics:
„I schau da Frau gegenüber ziemlich neigierig zua
Sie sitzt in da Bahn und stillt ihrn neijährigen Bua
I biet a Milchschnitte o so ois Idee für moi wos neis
Sie sogt bitte mischen sie sich ned i mei Erziehung ei„
In dem Song geht‘s ums einmischen, beziehungsweise ums nicht einmischen und durch die erzählerische Plastizität liefert er dadurch die reflektive Möglichkeit, seine eigenen moralischen Werte zu durchleuchten. Eine Feldstudie in viereinhalb Minuten. Was machen die folgenden vier Zeilen mit Dir?
In da Supamarktschlang lutscht a Mamma an am Chupa Chups. Sie gibt na ihra Dochda von ihre Lippen dropft da Zuckerguss. De Gloane sogt »den moge ned« vor da ganzen Kundschaft. »Du host heid am Babba sein Bibbi scho im Mund ghabt«
Im Musikvideo lassen sich die „Dichtis“ von einem Raumschiff eine Pizza liefern. Im Karton liegt neben der Margherita mit schwarzen Oliven ein Mikrochip, mit dem sie ihr Holodeck auf ihrem schwimmenden Dreieck wieder auf Vordermann bringen, um sich zurück zum Mutterschiff zu beamen, welches ganz nebenbei bemerkt als Arche Noah 9.0 fungiert, mit eigener Biosphäre, da der Planet Erde nur noch von Ratten bewohnt wird.
HIER könnt ihr die neue Single von Dicht & Ergreifend hören
Fotocredit: Offizielles Cover / Artwork