Sera Cahoone ist zurück an dem Ort, an dem sich ihre Songs immer schon am stimmigsten angefühlt haben: bei Sub Pop. Mit „I’ve Missed You All These Years“, das Ende August erscheint, schließt die Singer/Songwriterin, Musikerin und Produzentin aus Seattle nicht nur labelseitig den Kreis, sondern auch biografisch ein paar offene Kapitel. Die vorab veröffentlichten Singles „Say Something“ und jetzt „Pulling Up Roots“ zeigen eine Künstlerin, die nach Jahren des Verlusts nicht im Dunkel stehenbleibt, sondern darüber schreibt, was passiert, wenn der Sturm langsam abzieht – wenn man nach einem langen Winter wieder im eigenen Körper ankommt.
Cahoone ist seit Ende der 90er eine feste Größe im Nordwest-Kosmos: zuerst am Schlagzeug bei den Slowcore-Kultfiguren Carissa’s Wierd, später als Teil von Band of Horses auf „Everything All the Time“, bevor sie mit ihren eigenen Platten leise, aber nachhaltig eine Spur zwischen Folk, Country, Blues und Indie zog. „I’ve Missed You All These Years“ hat acht Jahre gebraucht und trägt diese Zeit hörbar in sich: den Tod von bester Freundin, Vater und Hund – und zugleich das Wiederaufrichten im Kreis enger Weggefährt:innen. Produziert gemeinsam mit John Morgan Askew, schimmert das Album im Barroom-Swing von „Pulling Up Roots“, in der Pedal Steel von „Not How I Had Hoped“, in den luftigen Falsett-Momenten von „Say Something“: Musik über Verlust, die sich radikal der Verbundenheit verschreibt – und eine Sera Cahoone zeigt, die so sicher und offen klingt wie nie.
Fotocredit: Sarah Cass