Fast 300 Acts, unzählige Spielstätten und vier Tage Musik mitten in Hamburg: Beim Reeperbahn Festival 2026 besteht die größte Herausforderung wahrscheinlich wieder darin, sich überhaupt zu entscheiden, wen man sehen möchte. Vom 16. bis 19. September verwandelt sich St. Pauli in einen riesigen musikalischen Spielplatz und bringt etablierte Namen mit Künstler*innen zusammen, die vielleicht schon in wenigen Jahren wesentlich größere Bühnen bespielen werden. Aktuell sind rund 284 Acts für die diesjährige Ausgabe gelistet.
Genau das ist schließlich einer der größten Reize des Reeperbahn Festivals: Nicht ausschließlich den Namen hinterherzulaufen, die man ohnehin schon kennt, sondern sich durch Clubs treiben zu lassen und neue Musik zu entdecken.
Wir haben uns durch das bisherige Programm gearbeitet und zeigen euch einige Acts, die ihr euch beim Reeperbahn Festival 2026 unbedingt auf eure persönliche Liste schreiben solltet.
Fat Dog
Wer es live gerne etwas wilder mag, sollte Fat Dog definitiv einplanen. Die Londoner gehören zu den spannendsten britischen Livebands der vergangenen Jahre und bewegen sich irgendwo zwischen Post-Punk, elektronischer Eskalation und einer ziemlich unberechenbaren Portion Rave.
Gerade in einem Club dürfte diese Mischung ihre volle Wirkung entfalten. Wer beim Reeperbahn Festival nicht nur entspannt mit einem Getränk in der Hand dastehen möchte, sondern eine Show sucht, bei der es etwas chaotischer werden darf, dürfte hier ziemlich richtig sein. Auch im aktuellen Festivalprogramm werden Fat Dog als einer der herausstechenden internationalen Acts geführt.
English Teacher
English Teacher gehören zu jener neuen Generation britischer Indie-Bands, die zeigen, dass Gitarrenmusik noch lange nicht auserzählt ist. Die Band verbindet Indie-Rock und Post-Punk mit intelligentem Songwriting und einer Experimentierfreude, die sie aus der Masse herausstechen lässt.
Für uns definitiv einer jener Acts, bei denen man später vielleicht sagen kann: Die haben wir damals noch beim Reeperbahn Festival gesehen. English Teacher gehören 2026 zu den größeren Namen im Festivalprogramm.
Pale Waves
Wer modernen Indie-Pop mit großen Melodien bevorzugt, sollte sich Pale Waves vormerken. Die Band aus Manchester verbindet Alternative Rock und Indie-Pop mit einem Sound, der problemlos zwischen Club und großer Festivalbühne funktioniert.
Pale Waves gehören mittlerweile sicherlich nicht mehr in die Kategorie Geheimtipp. Gerade deshalb bietet das Reeperbahn Festival aber die Gelegenheit, einen bereits etablierten internationalen Act in der besonderen Atmosphäre des Hamburger Clubfestivals mitzunehmen.
Donny Benét
Schnauzer, Bass, Synthesizer und eine ordentliche Portion 80er-Jahre-Charme: Donny Benét dürfte einer der unterhaltsamsten Programmpunkte des gesamten Wochenendes werden.
Der Australier macht aus Funk, Disco und Synthpop eine herrlich eigenwillige Mischung, die sich selbst nicht immer ganz ernst nimmt und musikalisch trotzdem hervorragend funktioniert. Wer zwischen all den Indie-, Rock- und Alternative-Acts einmal etwas komplett anderes erleben möchte, sollte sich diesen Namen merken.
Dream Wife
Bei Dream Wife dürfte es wiederum deutlich lauter werden. Das Trio verbindet Punk, Indie-Rock und Riot-Grrrl-Energie und hat sich insbesondere live einen hervorragenden Ruf erspielt.
Das Reeperbahn Festival lebt von Bands, die in kleinen und mittelgroßen Clubs ihre volle Energie entfalten – und genau dafür scheint Dream Wife gemacht zu sein. Für alle, die Gitarren, Haltung und eine ordentliche Portion Live-Energie suchen, gehört die Band auf den Festivalplan.
HVOB
Zwischen all den Gitarren darf natürlich auch elektronische Musik nicht fehlen. HVOB gehören seit Jahren zu den spannendsten elektronischen Acts aus Österreich und verbinden atmosphärische elektronische Produktionen mit organischen Elementen und einer beinahe hypnotischen Livewirkung.
Wer beim Reeperbahn Festival für einen Moment aus dem klassischen Konzertmodus ausbrechen und sich komplett in Sound und Atmosphäre verlieren möchte, sollte HVOB definitiv nicht verpassen. Der Act gehört ebenfalls zum bestätigten Programm 2026.
Mine
Auch Mine gehört für uns auf die Liste. Die deutsche Sängerin, Songwriterin und Produzentin hat sich längst eine ganz eigene Position zwischen Pop, Hip-Hop-Einflüssen und anspruchsvollen Arrangements geschaffen.
Gerade ihre Fähigkeit, musikalische Komplexität trotzdem zugänglich wirken zu lassen, macht sie zu einem der interessantesten deutschen Acts im diesjährigen Programm. Beim Reeperbahn Festival präsentiert sie auch Material ihres neuen Albums.
Anna von Hausswolff
Eines der außergewöhnlichsten Konzerte des Festivals dürfte Anna von Hausswolff spielen. Die schwedische Musikerin bewegt sich zwischen experimenteller Musik, Neoklassik und düsteren, monumentalen Klangwelten.
Der Rahmen könnte dafür kaum besser gewählt sein: Am 19. September tritt sie im Großen Saal der Elbphilharmonie auf. Allein die Kombination aus ihrer Musik und diesem Raum macht die Show für uns zu einem der Pflichttermine des diesjährigen Festivals.
Moses Yoofee Trio
Wenn wir schon in der Elbphilharmonie sind, darf auch das Moses Yoofee Trio nicht fehlen. Das Berliner Trio verbindet modernen Jazz mit Einflüssen aus Hip-Hop, R&B und elektronischer Musik und gehört zu den spannendsten deutschen Vertretern einer neuen Jazz-Generation.
Auch sie spielen am Festivalsamstag im Großen Saal der Elbphilharmonie. Gerade für Besucher*innen, die beim Reeperbahn Festival bewusst über die klassischen Indie- und Rockgrenzen hinausblicken wollen, dürfte das einer der interessantesten Termine werden.
Bleech 9:3
Jetzt wird es wieder dreckiger. Bleech 9:3 bringen den Sound des 90er-Grunge in die Gegenwart, ohne dabei wie eine reine Nostalgieveranstaltung zu klingen.
Genau solche Bands machen für uns den Reiz des Reeperbahn Festivals aus: einen Namen auf dem Timetable entdecken, neugierig in einen Club gehen und möglicherweise mit einem neuen Lieblingsact wieder herauskommen. Auch bei den bisherigen Empfehlungen zum diesjährigen Programm tauchen Bleech 9:3 als einer der Acts auf, die man im Blick behalten sollte.
Chinese American Bear
Noch eine vollkommen andere Richtung gefällig? Dann solltet ihr Chinese American Bear ausprobieren. Das Duo verbindet C-Pop-Einflüsse mit amerikanischem Indie und College-Rock und steht damit ziemlich exemplarisch für die musikalische Vielfalt, die das Reeperbahn Festival auszeichnet.
Gerade wenn man nicht jeden Programmpunkt vorher bis ins kleinste Detail planen möchte, könnte das einer dieser typischen Reeperbahn-Momente werden: einfach hingehen, überraschen lassen und schauen, was passiert.
Unser Tipp: Lasst Platz für das Unbekannte!
Natürlich könnten wir diese Liste noch deutlich länger machen. Mit Acts wie WizTheMc, TR/ST, Voxtrot, Lime Garden, Kojaque, Sonic Boom, Amistat, Philine Sonny, GANS, Arcy Drive, SOFY oder She Her Her Hers warten noch zahlreiche weitere spannende Namen im Programm.
Und trotzdem lautet unsere vielleicht wichtigste Empfehlung für das Reeperbahn Festival 2026: Plant nicht jede Minute durch.
Das Festival lebt wie kaum ein anderes davon, auf dem Weg zum nächsten geplanten Konzert plötzlich Musik aus irgendeinem Club zu hören, hineinzugehen und bei einer Band zu landen, deren Namen man eine Stunde zuvor noch nie gehört hatte.
Denn vielleicht ist der wichtigste Act des Reeperbahn Festivals 2026 am Ende gar nicht derjenige, den ihr euch schon Wochen vorher im Kalender markiert habt – sondern genau der, über den ihr zufällig auf dem Hamburger Kiez stolpert.
Reeperbahn Festival 2026
16. bis 19. September 2026
Hamburg – St. Pauli
Das aktuelle Festivalprogramm und weitere Informationen findet ihr direkt beim Reeperbahn Festival.
Fotocredit: Adina Scharfenberg @Reeperbahn Festival 2025