Jennifer Herrema ist zurück – und mit ihr Black Bananas: Mit „Bad Bunch“ kündigt die Band ihr erstes Album seit „Electric Brick Wall“ (2014) an, zugleich die erste Veröffentlichung von Herrema seit Royal Trux’ „White Stuff“ aus dem Jahr 2019. Das über mehr als ein Jahrzehnt entstandene Werk erscheint am 4. September bei Fire Records; die Leadsingle „Turkey Burgers“ ist bereits digital verfügbar und zeigt Black Bananas genau dort, wo Pitchfork sie einmal verortet hat: absorbierend moderne Einflüsse von Synth-Pop über Hip-Hop bis French-Touch-House und Dancehall, ohne die eigene schrammelige Rock-DNA zu verlieren.
Von Royal Trux über RTX bis Black Bananas war Herremas Arbeit nie einfach in Phasen zu unterteilen, eher in eine kontinuierliche Bewegung. „Bad Bunch“ setzt diese Linie fort – jetzt als Trio mit Brian McKinley und Kurt Midness – und präsentiert einen spacigen, jazzigen Rock-Groove, der sich wie ein aus der Realität gekippter Soundtrip über mehrere Gänge auffächert. Die Arbeit an dem Album begann schon vor über zehn Jahren, wurde von der Royal-Trux-Reunion und dem Lockdown unterbrochen, der der Band ihr langjähriges Studio kostete. In der Folge hat Black Bananas neue Aufnahmeprozesse entwickelt und Improvisation viel stärker ins Zentrum gerückt; „Turkey Burgers“ stammt noch aus der Phase im eigenen Studio und dient als Scharnier zwischen alter und neuer Arbeitsweise – man hört die Weiterentwicklung, ohne die Band zu verwechseln.
Herrema beschreibt den Entstehungsprozess von „Bad Bunch“ als „sich ausdehnendes Universum“: Jedes Wiederaufnehmen der Sessions klang anders, die Tracks und die Dichte ihrer Kombinationen wuchsen über längere, voneinander getrennte Zeiträume. Fertig war das Album erst, als sich all diese Formung plötzlich zu einem Gesamtwerk fügte – „wenn die Magie real ist“. Für alle, die Herremas Stimme und diesen eigenartig klebrigen, aber immer wieder neu gedrehten Rock-Elektro-Hybrid vermisst haben, dürfte „Bad Bunch“ damit genau das werden, was der Titel verspricht: eine wilde Mischung, bei der man sich gerne bedient.
Fotocredit: Bunny Biskit