Joanna K meldet sich mit einem ziemlich deutlichen Statement zurück: „Baby Mama“ heißt ihre neue Single, zu der jetzt auch das Musikvideo Premiere feiert – ein weiterer Vorbote des Albums „Play in Case of Emergency“, das am 25. September 2026 bei Albino Records/Distrokid erscheinen soll. Inhaltlich geht es weniger um den Klischee-Mama-Song als um das, was Anfang 30 für viele wie der tägliche Ausnahmezustand wirkt: Mental Load, Alltagschaos, der Versuch, alles richtig zu machen – und die Erkenntnis, dass genau das vielleicht gar nicht die spannendste Idee ist. „Baby Mama“ packt diese Themen in Pop, der mit Mittelfinger statt Zeigefinger arbeitet: bissiger Witz, ehrliche Beobachtungen, Songs zum Lachen, Mitgrölen und Sich-wiedererkennen.
Das Album selbst versteht sich als „Mom-Pop“-Soundtrack für alle über 30, die sich zwischen FOMO beim Blick auf Insta-Stories, viel zu teuren Schuhkäufen und der Frage, ob man jetzt eher Familienmensch oder Karrieretyp sein muss, wiederfinden. Musikalisch bewegt sich „Play in Case of Emergency“ irgendwo zwischen Popkonzert und Stand-up-Comedy: überdrehte Produktionen mit überraschenden Wendungen, eingängige Hooks, Pop-, R&B- und Punkrock-Elemente, stellenweise mit Energie, die an K-Pop erinnert. Entstanden ist das Ganze im Home-Studio, gemeinsam mit ihrem Mann Friedemann Findeisen (Holistic Songwriting, „Rakete“), nach einem erfolgreichen Crowdfunding und mehreren Singles, deren Videos bereits Hunderttausende Views eingesammelt haben. Als Pop-Künstlerin, Produzentin und Mutter kennt Joanna K den Spagat zwischen Bühne und Wäscheberg aus eigener Erfahrung – und macht mit „Play in Case of Emergency“ deutlich, dass „Baby Mama“ und „Boss Bitch“ kein Entweder-oder sein müssen, sondern ziemlich gut zusammenpassen können.
Fotocredit: Friedemann Findeisen