Es passt irgendwie, dass ausgerechnet EELS ein Album ankündigen, das sich um die Frage dreht, was vom Ganzen am Ende eigentlich übrig bleibt – und es dann „COOKIE HAPPENED“ nennen. Am 16. Oktober erscheint das mittlerweile 16. Studioalbum von Mark Oliver Everett alias E über E Works / Play It Again Sam und knüpft dort an, wo „EELS TIME!“ 2024 aufgehört hat: bei diesem eigentümlichen Mix aus lakonischem Humor, schmerzlicher Klarheit und einem Optimismus, der eher erkämpft als naiv wirkt.
Die erste Single „Cap In Hand“ gibt den Ton ziemlich präzise vor. Erzählt aus der Perspektive eines Menschen, der sich endlich seinen Fehlern stellt und mit eingezogenem Schwanz versucht, etwas wieder gutzumachen, ist der Song warm, wehmütig und leise triumphierend zugleich. Man hört die Erschöpfung, die E selbst betont – jemanden, der sein Leben an ein paar Stellen ordentlich vor die Wand gefahren hat, jetzt aber zumindest klar auf die Trümmer schaut. Natürlich mit dem typischen EELS-Humor im Rücken: „Plattenfirmen wollen ja bekanntlich vor allem eins – dass du auf den ersten beiden Songs möglichst besiegt klingst.“
Der Albumtitel legt die philosophische Latte gewohnt schief, aber treffend. E erinnert daran, dass am Ende alles vergessen sein wird – jede Freude, jede Leistung, jede Katastrophe –, nur um dann das Krümelmonster als Gewährsmann zu zitieren: „Ich weine nicht, weil der Keks weg ist. Ich lächle, weil es den Keks gegeben hat.“ Genau in diesem Zwischenraum scheinen sich die neuen Songs zu bewegen: zwischen kleinen Siegen und unvermeidlichen Enttäuschungen, zwischen der Erkenntnis der eigenen Bedeutungslosigkeit und dem seltsamen Wunder, überhaupt gelebt zu haben.
„COOKIE HAPPENED“ setzt damit den bemerkenswerten Spätlauf der EELS fort, die seit einigen Alben immer wieder demonstrieren, wie man das Chaos des Lebens in drei, vier Minuten so einfängt, dass es gleichzeitig weh tut und tröstet. „Cap In Hand“ wirkt wie eine von mehreren Figuren, die sich auf dieser Platte durch ihre Fehler hindurcharbeiten, und es wäre keine große Überraschung, wenn der Rest des Albums genau dort weitermacht: bei Menschen, die auf den Scherbenhaufen sitzen – und trotzdem noch einen Keks finden, über den sich ein Lächeln lohnt.
Ein Video wird es nicht geben, das YT-Audio gibt es hier:
Fotocredit: Gus Black