7ebra öffnen das Fenster weit: Mit den beiden Singles „Dinner and a Movie“ und „Normal Song“ geben die schwedischen Zwillingsschwestern Inez und Ella Johansson einen ersten, ziemlich klaren Blick auf die neue Klangwelt ihres zweiten Albums „How to Land a Plane“. Wo das Debüt „Bird Hour“ noch eher in introvertierten, geheimnisvollen Lo-Fi-Landschaften unterwegs war, setzen sie jetzt auf treibende Drums, schillernde Synths und Hooks, die sich ohne Umwege im Kurzzeitgedächtnis festkrallen – ohne dabei die emotionale Schwere ihrer Themen zu glätten.
„Dinner and a Movie“ ist dafür das Lehrbuchbeispiel: Ein euphorischer, fast schwindelerregender Popsong, der sich auf den ersten Blick wie eine romantische Verliebtheitserklärung anfühlt. „I’m seeing stars everywhere“ klingt nach Herzklopfen und Kinoleinwand, meint aber in Wahrheit den Kater nach der durchfeierten Nacht, die Scham, das unangenehme Nachglühen. Diese subtile Ironie zieht sich durch den ganzen Track: 7ebra verpacken Party-Reue und Selbstzweifel in ein Gewand, das nach Sommer-Playlist schreit – und schaffen so genau diesen bittersüßen Moment, in dem man im Refrain mitsingt und gleichzeitig kurz schluckt.
„Normal Song“ dreht die Schraube an einer anderen Stelle. Offiziell ist es, wie die Band augenzwinkernd sagt, „ein Popsong darüber, einen normalen Popsong zu schreiben“. Unter dieser Meta-Idee steckt aber etwas sehr Konkretes: die Sehnsucht nach Orientierung, nach einem Ventil, nach einem Ort, an dem Gefühle einfach mal rausdürfen. Wenn 7ebra „I wanna cry in an open field“ singen, klingt das nicht nach Kapitulation, sondern überraschend hoffnungsvoll – fast wie ein Befreiungsschlag. Zwischen Selbstzweifel und Selbstbehauptung entwickeln die beiden damit genau jene Art Pop, die leicht klingt, aber lange nacharbeitet: zugänglich an der Oberfläche, tief darunter.
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