Mit “House Of Mirrors“ zeigen All Them Witches einmal mehr, warum sie seit Jahren zu den spannendsten Rockbands gehören. Im Vergleich zu älteren Alben wie “Lightning At The Door“ oder “Dying Surfer Meets His Maker“ klingt die neue Platte ruhiger und klarer aufgebaut. Die Band setzt diesmal weniger auf lange, schwere Ausbrüche und mehr auf Stimmung und starke Songideen.
Schon die ersten Songs ziehen einen langsam hinein. Die Gitarren klingen gewohnt düster und warm, aber vieles wirkt direkter als auf früheren Veröffentlichungen. Statt ständig Druck aufzubauen, lassen sich die Songs mehr Zeit. Genau das passt gut zum Stil der Band. Besonders stark ist „Culling Line“. Der Song beginnt ruhig und steigert sich langsam, bis sich die Gitarren fast hypnotisch wiederholen. Dabei erinnert der Track an ältere Songs der Band, wirkt aber gleichzeitig aufgeräumter und kontrollierter. Inhaltlich geht es darum, Dinge loszulassen, die einen belasten oder zurückhalten.
„Aethernet“ gehört zu den lockersten und eingängigsten Songs des Albums. Der stoner Rock Sound erinnert stellenweise an die frühen All Them Witches, wirkt aber leichter und direkter. Gerade dadurch bleibt der Song schnell hängen und bringt eine entspannte Dynamik in die Platte.
Mit „Hold Up, Say What“ wird das Album etwas schneller und lebendiger. Die Gitarren treiben den Song nach vorne, bevor später ruhigere Momente übernehmen. Vor allem die Violine gibt dem Stück einen besonderen Klang und sorgt dafür, dass der Song größer wirkt, ohne überladen zu sein.
Ganz anders funktioniert „Saturn Song“. Der Abschluss ist ruhig, fast schon verträumt. Die Instrumente bleiben im Hintergrund, während der Gesang viel Raum bekommt. Der Song fühlt sich weniger wie ein richtiges Ende an, sondern eher wie ein langsames Ausklingen.
“House Of Mirrors“ ist vielleicht nicht das härteste oder auffälligste Album von All Them Witches, aber eines ihrer geschlossensten. Die Songs entwickeln sich langsam, bleiben dafür aber lange im Kopf.
ALL THEM WITCHES – Live Europa 2026
14.06.26 AT – Nickelsdorf, Nova Rock
23.06.26 Hamburg, Markthalle
25.06.26 SWE – Stockholm, Nalen
26.06.26 – DEN – Kopenhagen, Copenhell
27.06.26 CH – St. Gallen, Open Air St. Gallen
28.06.26 CH – Lausanne, Docks
29.06.26 FRA – Paris, Olympia
30.06.26 Stuttgart, LKA Longhorn
02.07.26 BEL – Werchter, Rock Werchter
03.07.26 Leipzig, Parkbühne
03.-05.07.26 NL – Beuningen, Down The Rabbit Hole
Fotocredit: Travis Shinn