Am 09. Mai 2026 verwandelte sich das Düsseldorfer zakk in einen Hexenkessel, als die norddeutsche Punk-Rock-Institution Drei Meter Feldweg zum letzten Tanz ihrer „Sehr Gut Holz Tour 2026“ lud. Gemeinsam mit dem Support-Act The Livelines wurde ein Abend zelebriert, der nicht nur musikalisch, sondern auch atmosphärisch Maßstäbe setzte. Schon lange vor Einlass um 19 Uhr war die elektrische Vorfreude vor den Türen spürbar – ein kollektives Anstoßen auf das, was kommen sollte: Ehrlicher, energetischer Punkrock mit Haltung.
The Livelines: Moderne Klänge und ungebremste Spielfreude
Den Auftakt machten The Livelines aus Osnabrück, die pünktlich um 20 Uhr die bereits gut gefüllte Konzerthalle übernahmen. Von den Gastgebenden persönlich angekündigt, stürmte Sängerin Maria während des ersten Songs „Fighter“ auf die Bühne und riss das Zepter sofort an sich. Mit einer modernen Mischung aus Pop-Rock und einer ordentlichen Portion Kante bewies das Quintett, warum es als eine der spannendsten Stimmen der Newcomer-Szene gilt.
Besonders beeindruckend war die gesangliche Varianz: Während beim zweiten Track des Sets das zakk erstmals zum Beben gebracht wurde, animierte der Song „Bus Crush“ die Menge zum rhythmischen Klatschen. Bei „Not To Anybody“ wirbelte Maria wie ein Sturm über die gesamte Breite der Bühne, bevor sie bei „Call It Confidence“ ein rotes Megaphon zückte, um den Vocals den nötigen Nachdruck zu verleihen. Ein emotionaler Höhepunkt war das Cover von „Teenage Dirtbag“, eingebettet in ihren eigenen Song „Indie Boy“, das die Stimmung ein erstes Mal zum Überkochen brachte. Nach dem rockigen „Bang Bang“ und einer kurzen Atempause bei „All Over Again“ endete das Set von The Livelines mit dem energetischen „Always On The Run“ unter donnerndem Applaus. Es war eine Performance voller Spaß und Energie, die der Band aus Osnabrück garantiert viele neue Fans in Düsseldorf eingebracht hat.
Drei Meter Feldweg: 15 Jahre Leidenschaft und Pogo
Um 21 Uhr erloschen die Lichter für den Hauptact. Nach einem feierlichen Intro legten Drei Meter Feldweg mit „Lagebericht“ los. Die Energie war sofort greifbar und der erste Moshpit des Abends ließ nicht lange auf sich warten. Es wurde von der ersten Sekunde an ausgelassen getanzt und euphorisch gefeiert. Daraufhin folgte die Hymne „Scheißegal“, die das zakk in ein Meer aus mitsingenden Fans verwandelte, bevor der schnelle Punk-Kracher „Ganz Vielleicht“ das Tempo nochmals drastisch anzog. Sänger Bennet Ramm präsentierte sich als unermüdlicher Wirbelsturm mit einer ungeheuren Bühnenpräsenz, während die Band bei „Alle Deine Bilder“ und dem sommerlichen „Unten Am Strand“ das gesamte Publikum zum Hüpfen brachte. Das Düsseldorfer zakk bebte nun endgültig und wurde durch die feiernde Punkrock-Gemeinde von Drei Meter Feldweg zu einem hochenergetischen Tollhaus. Als bei „Fünf Kleine Kakteen“ die ersten Crowdsurfer über die Köpfe hinwegsegelten und das Publikum der Band ein spontanes „Happy Birthday“ zum 15-jährigen Jubiläum entgegenschmetterte, wurde dieser lautstarke Gänsehautmoment zum ultimativen Beweis für die beeindruckende Verbindung zwischen Band und Fans.
Zwischen politischer Kante und emotionalem Lichtermeer
Die Show von Drei Meter Feldweg bot die gesamte Bandbreite: Von dem „Dorf-Punk“-Klassiker „Oh Shalala“ bis hin zu „Urlaub Vom Urlaub“, bei dem die gesamte Halle kollektiv in die Knie ging, um auf Kommando in die Luft zu explodieren. Nach den treibenden Rhythmen von „Kamera Dabei“ und der ausgelassenen Stimmung bei „Ich Mach Ne Kleine Party“ folgte mit „Chaos“ ein Song, der seinem Namen alle Ehre machte und die Fans in einen einzigen, wirbelnden Chor verwandelte.
Doch es gab auch Raum für nachdenkliche Stille: Bei dem melancholischen Klassiker „Briefe An Dich“ verwandelte sich das zakk in ein emotionales Lichtermeer aus Handy-Taschenlampen und Feuerzeugen, während Bennet mit gefühlvollem Gesang für Gänsehaut sorgte. Den direkten Kontrast bildete die klare politische Ansage gegen Rechts vor „Eine Lovestory“, die mit einem Wald aus Mittelfingern gegen Intoleranz quittiert wurde. Ein spielerischer Höhepunkt war das Glücksrad, durch das ein Fan den Song „Tanzt du noch einmal mit mir“ für die Setlist erspielte – eine Aktion, die für viel Gelächter und Begeisterung sorgte.
Ein Finale mit Konfetti und purer Ekstase
Im letzten Drittel des Sets zogen Drei Meter Feldweg nochmals alle Register. Bei „Gib Niemals Auf“ schossen Konfettikanonen lila Papierschnipsel über die tanzende Menge, während bei „Besser Als Musik“ und „Keine Worte“ die Moshpit-Action ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Danach endete das reguläre Set der Band, welche daraufhin die Bühne unter viel Applaus die Bühne verließ.
Die Zugabe wurde lautstark eingefordert und mit dem Klassiker „Sommer, Sonne, Bier“ gebührend beantwortet. Während zahlreiche Crowdsurfer Richtung Bühne schwebten, lieferten Drei Meter Feldweg mit „Irgendwo Anders“ und „Die Klugen Leute“ (inklusive riesigem Circlepit) ein wahres Power-Finish ab. Mit dem finalen Song „Und Sie Tanzt“endete das Set und somit die komplette Tour nach 27 Songs unter nicht aufhören wollendem Applaus. Drei Meter Feldweg brachten dem Publikum viel Dankbarkeit für diesen wundervollen musikalischen Abend entgegen und entließen eine erschöpfte, aber überglückliche Fangemeinde in die Düsseldorfer Nacht.
Fazit
Drei Meter Feldweg haben am 09.05.2026 im Düsseldorfer zakk eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie zu den energetischsten Live-Acts des Landes gehören. Es war ein Abend voller Authentizität, Spielfreude und purer Energie, der die legendäre Konzerthalle in ihren Grundfesten erschütterte. Zusammen mit dem starken Support von The Livelines wurde dieses Tourfinale zu einem unvergesslichen Erlebnis. Wer diese Band noch nicht live erlebt hat, sollte dies bei der nächsten Gelegenheit schleunigst nachholen – ein absolutes Muss für jeden Musikfan!
Fotocredit: Ania Sudbin