Für mich ist das Fire‑In‑The‑Attic‑Comeback ein Stück Musikjournalismus, das sich schon lange in einem Schattendasein befindet: Zur Zeit meiner Studentenzeit war die Band mit ihrem Post‑Hardcore‑Sound und dem Emo‑Gefühl fester Bestandteil meiner musikalischen Sozialisierung. Zwei Jahre nach einer Podcast‑Aufzeichnung mit KMPFSPRT, in der bereits ein kleines Gerücht kursierte, kommt jetzt die offizielle Ankündigung – und damit das Ende eines längst überflüssig gewordenen Geheimnisses.
Über 16 Jahre nach dem letzten gemeinsamen Auftritt melden sich Fire In The Attic am 27. Dezember 2026 im Kölner Gloria mit einem einzigen, bewusst gemachten Abend zurück: unter dem Motto „One More Chance To Dance“ spielen die Bonner Post‑Hardcore‑Legende noch einmal in Originalbesetzung – mit Sänger Ole Feltes, Drummer Daniel Plotzki, Gitarrenpoet Daniel Crebelli sowie Dennis Müller am Bass und Richard Meyer (auch KMPFSPRT) an Gitarre und Gesang.
Die Show ist die erste Live‑Bestätigung seit März 2010, nach einer Zeit, in der die Band zwar nie aufgelöst wurde, aber so lange abgetaucht war, dass viele Fans schon längst aufgehört hatten, mit einem Wiedersehen zu rechnen. Laut dem Ensemble soll das Konzert zugleich die größte Headline‑Show in der Geschichte werden – also kein routiniertes Revival, sondern ein bewusst riskanter, fast schon theatralischer Akt, den Sänger Feltes in einem Videobrief selbst als „Himmelfahrtskommando“ umschreibt.
Der Vorverkauf startete am 17. April 2026 ab 16 Uhr, ab dem 20. April sind die Karten in allen herkömmlichen Vorverkaufsstellen erhältlich. Wer damals vor der Bühne stand, weiß, was es heißen wird, sie wieder live zu erleben. Wer nicht, hat jetzt die Chance, endlich zu verstehen, warum Emotionen mit dieser Band selten so ruhig blieben, wie es ihr Name vermuten lässt.
Fotocredit: Quintenquist