Mit „Take Me Back To Nowhere“ legt A.S. Fanning ein Werk vor, das sich nicht mit Antworten aufhält, sondern lieber die richtigen Fragen stellt. Das vierte Soloalbum des in Berlin lebenden irischen Songwriter entfaltet sich wie ein schwebender Zustand zwischen innerer Unruhe und melancholischer Klarheit.
Statt klassischer Songwriter-Formeln entsteht hier ein offener Klangraum, in dem sich Folk, Rock, Wave, Ambient und psychedelische Farben ineinander auflösen. Die Musik wirkt nicht konstruiert, sondern wie aus einem Strom von Gedanken herausgeformt – fließend, unruhig, manchmal verstörend und doch von eigentümlicher Schönheit getragen.
„Take Me Back To Nowhere“ lebt von seiner Atmosphäre. Das Album scheint weniger geschrieben als entdeckt worden zu sein: Klänge, die sich vorsichtig ausbreiten, fragile Texturen, die jederzeit kippen können, und eine Stimme, die eher erzählt als performt. A.S. Fanning bewegt sich dabei jenseits klassischer Genregrenzen und schafft ein Werk, das sich mehr wie ein Zustand als wie eine Sammlung einzelner Songs anfühlt. Die Produktion lässt bewusst Luft und Brüche zu – genau darin liegt ihre Kraft. Jede Stille wirkt hier ebenso bedeutungsvoll wie jede dichte Klangschicht.
Inhaltlich kreist das Album um das Gefühl einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Persönliche Zweifel, gesellschaftliche Verunsicherung und das diffuse Unbehagen einer überreizten Gegenwart verschmelzen zu einem inneren Monolog, der ebenso poetisch wie beunruhigend ist.
Musikalisch beeindruckt vor allem die Balance zwischen Intimität und Weite. Die Arrangements wirken zugleich karg und reichhaltig, minimalistisch und vielschichtig. Elektronische Elemente, organische Instrumente und schwebende Klangflächen greifen ineinander und erzeugen eine permanente Spannung zwischen Nähe und Distanz. A.S. Fanning nutzt diese Gegensätze, um einen Sound zu formen, der sich jeder Eindeutigkeit entzieht – und gerade deshalb so fesselnd ist.
Am Ende steht „Take Me Back To Nowhere“ als ein Album, das nicht gefallen will, sondern berührt. Es lädt nicht zum schnellen Konsum ein, sondern fordert Aufmerksamkeit und Hingabe. In seiner ruhigen Radikalität, seiner klanglichen Offenheit und seiner existenziellen Tiefe zeigt A.S. Fanning, wie zeitgemäße, anspruchsvolle Songwriter*innenmusik heute klingen kann: verletzlich, unbequem und zugleich von einer stillen, nachhaltigen Schönheit getragen. Wer Nick Cave mag, wird sich hier finden.
Frontstage Magazine präsentiert euch diese Tour
Live 2026
16.03. Langenberg – KGB
28.03. Altenkirchen – KulturSalon Stadthalle
21.04. Hamburg – Knust
23.04. Dresden – Ostpol
25.04. Oberhausen – Gdanska
26.04. Offenbach – Hafen 2
29.04. A-Wien – Rhiz
30.04. A-Salzburg – Rockhouse
02.05. Berlin – Neue Zukunft
Fotocredit: Neil Hoare zur Verfügung gestellt von Backseat PR