Als Teil ihrer ersten Headline-Tour legte die Kölner Emo-Band auch einen Stopp in Hamburg ein. Am 31. Januar standen sie im Molotow Club auf der Bühne, mit Support von Attic Stories und I Shiver. Die intime Location, ehrlichen und verletzlichen Songs, gemischt mit ganz viel Power und Leidenschaft der Acts erzeugten eine wirklich familiäre Atmosphäre.
Um 19:45 ging es schon überpünktlich los, denn die Besucher erwartete eine schöne Überraschung. Am Tag zuvor stand I Shiver schon beim Berlin-Stopp der Tour auf der Bühne und das hat allen so gut gefallen, dass er spontan auch nach Hamburg eingeladen wurde. Eine unerwartete Freude für die Hamburger Crowd. I Shiver eröffnete mit “GLOOM” und setzte ganz klar den Ton für sein Set, melancholische Heartbreak-Songs voller Sehnsucht. Ein ruhiger, aber emotionaler Start in den Abend. Es folgten unter anderem “Running Low On Things To Love”, “RIPTIDE” und “Shelter”. Ein Auftritt, der sich wie eine beruhigende Umarmung anfühlte.
Weiter ging es direkt mit Attic Stories. Die vierköpfige Pop-Punk-Band aus Karlsruhe eröffnete mit “Rabbit Hole” und knüpfte damit direkt an die Offenheit und Emotionalität vom bisherigen Abend an, jedoch mit ordentlich Power. Die Location bot nicht viel Platz für die Band; sie ließen sich hiervon jedoch nicht aufhalten und rissen die Bühne ordentlich ab, da musste das Publikum aufpassen, nicht unter die Füße zu geraten. Sie spielten “Colorless Roses”, “Anti Love Potion” und “Lights”. Ergänzt wurde ihr Set durch ein “Still Into You” Cover von Paramore, für das sich mittendrin Still Talk-Sängerin Tanja der Attic Stories-Frontfrau Romana anschloss. Zusammen harmonierten die Stimmen der Sängerinnen fantastisch und sie lieferten eine Performance voller Euphorie ab. Attic Stories verabschiedeten sich mit dem Song “Peaceful War” – die Crowd wirkte nun richtig aufgewärmt.
Dann war es endlich so weit und Still Talk kamen unter lautem Applaus auf die Bühne. Sie eröffneten ihr Set mit “Ghost”: direkt ordentlich Power, um die Crowd in Bewegung zu bringen. Still Talk begeistern schon seit ihrem Debütalbum mit persönlichen und oft traurigen Lyrics, kombiniert mit einem fröhlichen Sound. Dieser erinnert zwar an ihre Pop-Punk Vorbilder wie Paramore oder Jimmy Eat World, gleichzeitig bringen sie aber ganz klar ihre eigenen Vorstellungen und persönlichen Geschichten ein. Dies ist deutlich in den nächsten Songs “When We Were Young”, “Move to L.A.” und “Soft’n’Low” zu erkennen.
Ein weiteres Highlight aus dem Set war der Song “I Speak Your Language”, in dem Sängerin Tanja über die Erfahrung singt, ihre Heimat Österreich für ihre neue Wahlheimat in Köln zu verlassen. Der Song baute stetig an Intensität auf und lieferte einen ehrlichen und rohen Einblick in die gemischten Gefühle, die eine Umstellung wie diese mit sich bringen kann.
Neben dem kompletten neuen Album “Year of the Cat“ durften natürlich Songs wie “Sad for Fun” und “Talk to Myself” (inklusive Gitarrensolo) nicht fehlen.
Teil der Zugabe wurde außerdem ein Cover, das die Band ihrem Fotografen widmete: “She’s American” von The 1975. Dies war wohl relativ spontan, den notierten Lyrics auf Tanjas Arm nach zu urteilen. Die Performance litt darunter jedoch gar nicht, Still Talk lieferten mit derselben Energie und Begeisterung ab, wie bisher bei jedem Song. Die Band beendete ihr Set mit “Headcheck” und verabschiedete das Publikum in einen verschneiten Abend.
Ein ganz besonderer Abend: die Stimmung war unglaublich herzlich und gleichzeitig voller Spaß und Stimmung auf engstem Raum. Nach dem Release von “Year of the Cat” war schon klar, dass die dazugehörige Tour auch begeistern würde. Das Quintett ließ uns nicht hängen und lieferte an diesem Abend richtig ab! Aber auch die Support-Acts Attic Stories und I Shiver haben es dem Publikum angetan.
Die Empfehlung steht fest: Wer die Chance hat, einen dieser Acts live zu erleben, sollte diese definitiv nutzen!
Fotocredit: Gideon Rothmann