Was passiert, wenn man einen der ungewöhnlichsten Metal-Songs der vergangenen zehn Jahre einem französischen Synthwave-Verrückten mit ausgeprägter Horrorfilm-Vorliebe in die Hände drückt? Vermutlich etwas ziemlich Düsteres. Und ziemlich Großartiges. Zeal & Ardor haben sich für eine Neuinterpretation ihres Klassikers „Devil Is Fine“ mit Carpenter Brut zusammengetan. Der französische Produzent hat den Song kurzerhand auseinandergenommen und mit finsteren Synthesizern und seiner unverkennbaren Achtzigerjahre-Horror-Ästhetik wieder zusammengesetzt. Das Ergebnis trägt den passenden Titel „Devil Is Fine x Carpenter Brut“ und ist ab sofort über MVKA erhältlich.
Das Original erschien 2016 auf dem gleichnamigen Debütalbum von Zeal & Ardor und sorgte seinerzeit für reichlich offene Münder. Schließlich hatte zuvor kaum jemand auf die Idee gekommen, Black Metal mit afroamerikanischen Spirituals und Worksongs zu verbinden. Manuel Gagneux schon. Zehn Jahre später bekommt der Song nun eine elektronische Generalüberholung, bei der Carpenter Brut seine ganz eigene Klangwelt über die düstere Atmosphäre des Originals legt. Gagneux selbst zeigt sich entsprechend begeistert und deutet augenzwinkernd sogar an, dass die neue Version das Original möglicherweise in den Schatten stellt. Carpenter Brut wiederum betont, dass es ihm wichtig gewesen sei, bei aller musikalischen Veränderung die Seele des Songs zu bewahren.
Die Zusammenarbeit kommt zu einem Zeitpunkt, an dem beide Künstler ohnehin gut beschäftigt sind. Zeal & Ardor haben mit „Devil Is Fine X“ gerade eine remasterte Neuauflage ihres Debüts inklusive fünf bislang unveröffentlichter Bonustracks veröffentlicht, während ihr jüngstes reguläres Album „GREIF“ aus dem Jahr 2024 stammt. Carpenter Brut hat derweil mit „Leather Temple“ seine „Leather“-Trilogie abgeschlossen und ist noch bis Ende 2026 weltweit auf Tour. Wer hören möchte, wie sich Black Metal, Spirituals und finsterer Synthwave gegenseitig die Hand reichen, kann sich „Devil Is Fine x Carpenter Brut“ hier anhören:
Fotocredit: Jan Sebastian Tegelkamp