Nach sechs Jahren Albumpause sind ABRAMOWICZ mit ihrem aktuellen Album „Joy Of Missing Out“ zurück. Darauf präsentiert die Hamburger Band einen weiterentwickelten Sound, der sich zwischen Heartland Rock, Indie, Folk und Alternative Rock bewegt. Im Herbst 2026 bringen ABRAMOWICZ die neuen Songs endlich wieder auf die Bühne: Gemeinsam mit Special Guest Jule führt sie die „Joy Of Missing Out Tour“ durch fünf intime Clubs in Deutschland. Frontstage Magazine präsentiert die Tour in Zusammenarbeit mit Terrible Booking. Im Interview mit uns dem Frontstage Magazine sprechen ABRAMOWICZ über die lange Entstehungsgeschichte des Albums, die besondere Dynamik ihrer Liveshows und die enge Verbindung zum Publikum. Außerdem verraten sie, weshalb kleine Clubs für sie unverzichtbar sind und wohin sie ein Tourbus mit eingebauter Zeitmaschine nach dem letzten Konzert bringen würde.
Frontstage Magazine: Mit „Joy Of Missing Out“ seid ihr nach sechs Jahren Albumpause zurückgekehrt. Wie fühlt es sich an, die neuen Songs jetzt auf einer eigenen Tour Abend für Abend auf die Bühne zu bringen?
ABRAMOWICZ: Ein wunderbares Gefühl. An „Joy Of Missing Out“ haben wir im Grunde seit der Pandemie und vielleicht sogar schon vorher geschrieben. Wir haben Songs entwickelt und wieder verworfen, Melodien abgefeiert und am nächsten Tag wieder gelöscht und vor allem unzählige Stunden in einem fensterlosen Bunker verbracht. Rückblickend war das eine ziemlich tolle Zeit, auch wenn sich das im ersten Moment nicht so anhört. Und jetzt diese Songs live vor Publikum zu spielen, mit den Leuten in Kontakt zu kommen und gemeinsam über all die „Missing Outs“ zu schmunzeln, die jede*r so mit sich herumträgt, ist einfach einer der schönsten Teile dieser Reise.
Frontstage Magazine: Euer Sound bewegt sich zwischen Heartland Rock, Indie, Folk und Alternative Rock. Verändert sich die Wirkung der neuen Songs live noch einmal, und gibt es Stücke, die auf der Bühne inzwischen eine ganz andere Dynamik entwickelt haben als auf dem Album?
ABRAMOWICZ: Wir waren schon immer eine Band, die ihren Sound eher auf der Bühne als im Studio gefunden hat. Es gab einmal einen kurzen Versuch, unsere neuen Songs mit Click, also einem Metronom im Ohr, live zu spielen. Nach dem zweiten Anlauf haben wir das aber direkt wieder verworfen. Wir lieben einfach die Dynamik, die entsteht, wenn wir gemeinsam spielen. Da werden Refrains auch einmal schneller und intensiver als auf Platte, manche Parts entstehen spontan oder verändern sich von Abend zu Abend, andere lassen wir live ganz weg. Diese Freiheit haben wir uns schon immer genommen und daran wird sich auch nichts ändern. Wer uns live erlebt, darf sich also durchaus auf die eine oder andere Überraschung freuen.
Frontstage Magazine: Bei euren Konzerten spielt die Verbindung zwischen euch und dem Publikum eine große Rolle. Was muss für euch an einem Abend passieren, damit ihr nach der Show sagen könnt: Genau deshalb machen wir das?
ABRAMOWICZ: Wenn genau diese Energie, diese Nähe und diese Verbindung bei den Shows entstehen, ist das für uns das Größte. Auch für uns sind Konzerte manchmal Wundertüten und wir wissen selbst nicht immer genau, wohin uns der Abend führt. Natürlich gibt es in der Regel eine Setlist und einen ungefähren Plan, aber jedes Konzert entwickelt seine ganz eigene Dynamik. Wenn am Ende mindestens drei Viertel des Publikums mit uns am Merchstand hängen, wir zusammen ein Bier oder eine Limo trinken und die Grenze zwischen Band und Publikum irgendwie verschwimmt, dann ist das genau der Grund, warum wir das alles machen.
Frontstage Magazine: Die Tour führt euch durch sechs vergleichsweise intime Clubs in Deutschland. Was reizt euch gerade an diesen kleineren Shows, bei denen Publikum und Band praktisch direkt voreinanderstehen?
ABRAMOWICZ: Um ehrlich zu sein, sind es genau diese Shows, die uns immer am meisten Spaß gemacht haben. Natürlich ist es toll, im Vorprogramm einer größeren Band zu spielen oder auf einem Festival vor vielen Menschen zu stehen. Gleichzeitig gibt es für uns kaum etwas Schöneres, als den Leuten direkt in die Augen zu schauen und ihre Emotionen unmittelbar mitzubekommen. Gerade kleine, intime Clubs stehen aktuell unter großem Druck. Wenn wir auch nur einen kleinen Teil dazu beitragen können, dass diese Orte nicht verschwinden, freut uns das umso mehr. Kleine Clubs und Shows sind unverzichtbar – für Musiker*innen genauso wie für den gesellschaftlichen Austausch und Zusammenhalt. Dieses direkte Voreinanderstehen oder, besser gesagt, Miteinandersein brauchen wir heute mehr denn je.
Frontstage Magazine: Ihr bekommt einen Tourbus mit eingebauter Zeitmaschine und dürft nach jeder Show für genau eine Stunde an irgendeinen Ort und in irgendeine Zeit reisen – Vergangenheit, Zukunft oder komplett außerhalb unseres Universums. Wo würde ABRAMOWICZ nach dem letzten Tourabend landen und was würdet ihr dort machen?
ABRAMOWICZ: Ich glaube, dass wir eine Band sind, die eher im Hier und Jetzt zu Hause ist. „Joy Of Missing Out“ steht ja auch ein Stück weit dafür, dass wir uns in der Gegenwart eigentlich ganz wohlfühlen und dieses „Missing Out“ auch sehr wertschätzen können. Gleichzeitig gibt es natürlich auch hier und heute Themen und Entwicklungen, die uns große Sorge bereiten und gegen die wir uns aktiv stellen – sei es beispielsweise der Aufstieg der AfD oder der Abbau kultureller Institutionen und Förderungen.
Wenn wir aber einen Ort wählen müssten, auf den wir uns alle einigen können, dann wäre es ziemlich sicher das Hummels & Quiddje direkt neben unserem Proberaum – und das Publikum nehmen wir direkt mit.
Wir vom Frontstage Magazine präsentieren euch die Tour in Zusammenarbeit mit Terrible Booking
Tourtermine
19.10.2026 – Jena, Café Wagner
20.10.2026 – Frankfurt am Main, Ponyhof
22.10.2026 – Bonn, BLA
23.10.2026 – Dresden, GrooveStation
24.10.2026 – Bremen, Tower
Zu den Tickets kommt ihr hier: https://linktr.ee/abramowiczband
Fotocredit:Marcel Huth