Mit einem Fuchs lässt sich erstaunlich viel erzählen. Zumindest, wenn man Emil L’Artiste heißt. Auf seiner neuen Single „Little Fox“, die am 11. September erschienen ist, macht der Hamburger Musiker und Schauspieler das Tier zur Projektionsfläche für innere Unruhe, Verletzlichkeit und all die Stimmen im Kopf, die einfach keine Ruhe geben wollen. Vögel weisen dem kleinen Fuchs den falschen Weg, während L’Artiste ihm musikalisch die Hand reicht. Das klingt weniger verkopft, als es sich liest – vielmehr warm, verspielt und mit einer deutlichen Portion Beatles im melodischen Gepäck.
„Little Fox“ lebt dabei von kleinen Details. Eine zweite, hohe Stimme schleicht sich in den Song, Harmonien verschieben sich, Gesangslinien lösen sich aus dem zunächst recht klassischen Singer-Songwriter-Rahmen. L’Artiste, der sämtliche Instrumente selbst eingespielt hat, lässt die Nummer wachsen, ohne sie mit Ideen zu überfrachten. Im Zentrum bleibt eine ziemlich einfache und gerade deshalb schöne Botschaft: Man muss Menschen nicht erst reparieren, um sie mit ihren Wunden, Zweifeln und Widersprüchen annehmen zu können.
Die Single ist zugleich ein weiterer Vorbote des Debütalbums „F#cked Up Piece Of Art“, das am 20. November erscheint. Darauf verbindet Emil L’Artiste Pop und Singer-Songwriter-Momente mit Electro, Rap und seiner Vorliebe für ungewöhnliche Instrumentierungen – Xylophon inklusive. Inhaltlich zieht sich die Idee der Selbstakzeptanz durch das Album: weniger Perfektion, mehr Widerspruch, weniger Hochglanz, mehr Mensch. Live lässt sich das am 29. Oktober in der Fabrique im Hamburger Gängeviertel überprüfen.
Fotocredit: Singlecover / Artwork